24h-Tour Monaco

Wann: Samstag, 29. Juni bis Sonntag, 30. Juni 2019
Rückreise: Montag, 1. Juli 2019
Ziel: Monaco
Umfang: 572 Km, 5500 Hm
Angebot: CHF 999.–
Anmeldung: http://events.thoemus.ch/anmeldung/?event=monaco

Streckenbeschrieb von Marcel Wyss, Streckenchef der 24h-Tour

Die Eckpunkte der Strecke waren wegen der Französischen Alpen vorgegeben. Denn durch Frankreich via Grenoble zu fahren hätte bedeutet, dass die Distanz etwa 640 Km betragen hätte. Die Variante durch den Lötscherg und über den Simplon wäre zwar «nur» 570 Km gewesen, doch das Verladen durch den Lötschberg war ein Minuspunkt in der Entscheidungsfindung. Das gleiche Problem hatte eine weitere Variante über den Tendepass, mit einem Tunnel der für Velo’s gesperrt ist. So war klar, dass die Strecke via den grossen Sankt Bernhard und durch Ligurien führen würde.

Auch die Strecke bis Martigny bietet nicht viele Auswahlmöglichkeiten, wenn man möglichst direkt und mit wenig Höhenmetern plant. Nach einem gemütlichen Einfahren der Sense entlang, steigt die Strasse ab Flamat auf 530 MüM, mal mehr mal weniger. Wir fahren via Tafers, Giffers und Le Mouret und erreichen kurz vor La Roche eine Höhe von 805 Meter. Auf den nächsten 40 Km bleiben wir auf dieser Höhe und fahren entlang dem Lac de Gruyère und durchqueren die Stadt Bulle. Kurz nach Châtel-St-Denis beginnt die 10 Km lange Abfahrt bis Montreux. Ab hier geht es flach durchs Rhone Tal.

Der erste Verpflegungsposten (VP) ist wieder beim Coop Bau & Hobby in Martigny bei Km 129. Von dort geht es 41.5 Km bergauf mit einer Durchschnittssteigung von 4.8 %, wobei die letzten 6.5 Km mit 9 % ansteigen! Jene Gruppen die in Oberried vor 13.00 Uhr starten werden, sollten ohne Licht montieren zu müssen, den Pass erreichen. Auf dem Pass wartet der verdiente zweite VP bei Km 174.

Nun folgt eine lange Abfahrt bis Aosta und anschliessend das noch längere Aosta-Tal bis Ivrea. Dort war 2016 ein weiterer Verpflegungsposten. Diesmal durchfahren wir Ivrea nur und halten uns dann rechts Richtung Turin. Bei Km 290 ist eine kurze Steigung von 2.7 Km mit 4 % zu überwinden. Es ist das einzige Hindernis in der ganzen Nacht.

Direkt bei der Brücke wo wir den Po überqueren, befindet sich der VP3 in San Mauro Torinese bei Km 324. Die erste Gruppe wird dort etwa um 1.00 Uhr ankommen, die letzte um 4.00 Uhr. Gleich zu Beginn der 4. Etappe, durchfahren wir Turin. Die Stadt ist sicher durchgehend beleuchtet obwohl es praktisch kein Verkehr mehr hat um diese Zeit. Allerdings setzt bei der letzten Gruppe bereits die Morgendämmerung ein.
Komplett flach geht es weiter bis zu Stadt Bra bei Km 379. Ab hier ändert sich die Landschaft. Die Poebene lassen wir hinter uns und folgen dem Fluss Tanaro aufwärts. Diesen überqueren wir dabei 13x wobei der Fluss das Zickzack macht und nicht wir auf der Strasse. Diese Strecke bis Ceva bei Km 429 ist etwas hügeliger aber nie über 5 % und nie länger als 1 Km. Die erste Gruppe ist bei der Morgendämmerung um 5.00 Uhr bereits hier in Ceva.
Die letzten 45 Km bis VP4 führen durch ein langes Tal an dessen Ende der Colle di Nava erreicht wird. Dieser «Col» ist aber wirklich mehr ein Tal als ein Pass mit seiner Durchschnittsteigung von nur gerade 1.2 %. Zudem ist es ein sehr schönes Tal. Der VP4 ist wie gesagt beim Colle di Nava auf 934 MüM. Die Gruppen treffen hier zwischen 8.00 Uhr und 10.30 Uhr ein.
Weiter geht es mit einer wunderschönen Abfahrt auf einer neu asphaltierten breiten Strasse gefolgt von einem Tal mit einigen langen Tunneln. Ein fiese Gegensteigung von 2 Km ist das einzige Hindernis, dass uns jetzt noch vom Meer trennt. In Imperia bei Km 508 haben wir dieses erreicht.

Die letzten 64 Km sind ein Leckerbissen. Kurz nach Imperia, in San Lorenzo al Mare, fahren wir auf einer asphaltierten Eisenbahntrasse dem Meer entlang durch Dörfer und Tunnels. Zwar erwarte ich hier am Sonntag einigen Veloverkehr, doch ist es viel besser als die viel befahrene Hauptstrasse.
Kurz vor Ventimiglia ist der Spass zu Ende und wir müssen doch noch etwas durch den Verkehr. Die Aussicht entschädigt aber.

Beim Überqueren der Italienisch / Französischen Grenze kurz vor Menton, sind es noch genau 15 Km. Die letzte Steigung nach Roquebrun ist nicht der Rede wert und so erreichen wir unser Ziel in Monaco nach 572 Km und 5500 Höhenmeter.

Es ist eine sehr schöne Strecke und sicher nicht schwerer als jene auf den Mont Ventoux. Der Unterschied liegt in der Tatsache, dass das Haupthindernis schon im ersten Streckendrittel kommt. Wer den GSB bezwungen hat, wird das Ziel in Monaco unter normalen Umständen erreichen. Das Schöne an der Strecke ist, dass die schönsten Teile am Tag gefahren werden und die eher langweilige Po-Ebene in der Nacht durchfahren wird. Ich freue mich auf das Abenteuer mit dir!

Impressionen der letzten Tour (Mont Ventoux)