Starke Alessandra Keller auf dem Podest

Beim HC-Rennen der Tamaro Trophy im Rahmen des CIC Swiss Bike Cup fuhr Alessandra Keller in einem Weltklassefeld auf den starken 3. Rang. Während Keller mit dem Podestplatz ihre Führung im Gesamtklassement verteidigte, übernahm Vital Albin die Spitze in der Gesamtwertung der Männer.

Als wäre der Weltcup ein paar Wochen zu früh auf dem Monte Ceneri im Kanton Tessin gestartet. So stark waren die Felder der Elite-Kategorien bei der Tamaro Trophy besetzt. Bei den Frauen zeigte die Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot eine überlegene Leistung und gewann mit grossem Vorsprung. Alessandra Keller hielt sich stets in der Gruppe der Verfolgerinnen auf und erreichte letztendlich den starken dritten Rang – hinter Ferrand-Prévot und Jolanda Neff.

Keller: «Hätte früher mein eigenes Tempo fahren sollen»

«Es war heute ein Rennen auf einem sehr hohen Niveau. Pauline war eine Klasse für sich. Dahinter hatten wir ein taktisches Rennen und ich hätte früher mein eigenes Tempo fahren sollen. Mit dem Podestplatz bin ich aber äusserst zufrieden und der Fahrplan zum Weltcupstart stimmt», resümierte die 28-jährige Nidwaldnerin nach dem Rennen.

Albin neuer Leader – Wiedmann mit Ausrufezeichen

Beim Rennen der Männer zeigte Vital Albin einen starken Start und reihte sich direkt in der Spitzengruppe ein. Genau im Moment, als es an der Spitze zu einem grossen Zusammenschluss kam, musste Albin aber in der Techzone einen Zwischenhalt einlegen. Dadurch verlor er den Anschluss und auch die Chancen auf einen Spitzenplatz. Kleiner Trost: Nach dem 2. Platz in Gränichen übernahm Albin mit Rang 14 die Gesamtführung im CIC Swiss Bike Cup.

Während Albin im Laufe des Rennens zurückfiel, zeigte Luke Wiedmann im Feld der Elite eine extrem starke und konstante Leistung. Der junge Solothurner fuhr auf den 10. Rang und holte damit viel Selbstvertrauen.

Forster mit Trainingssturz, Flückiger auf der Strasse

Lars Forster konnte am Sonntag aufgrund eines Trainingssturzes am Samstag und einer Schnittwunde auf dem Schienbein nicht starten. Währenddessen bestritt Mathias Flückiger in dieser Woche eine fünftägige Strassenrundfahrt in Portugal und holte sich so den letzten Schliff vor dem Weltcupstart im April.

Resultate CIC Swiss Bike Cup Tamaro Trophy

Der perfekte Saisonauftakt!

Das erste Kräftemessen der Saison beim CIC Swiss Bike Cup in Gränichen (AG) verlief für Thömus maxon perfekt. Während Alessandra Keller überlegen das Rennen der Frauen gewann, sorgten Lars Forster und Vital Albin für einen Doppelsieg bei den Männern!

Besser hätte der Saisonstart und damit das erste Rennen auf dem neuen Bike, dem Thömus Lightrider R3 Worldcup, nicht verlaufen können. Alessandra Keller zeigte von Anfang bis Ende ein extrem souveränes Rennen. Die aktuelle Weltnummer drei setzte sich in der zweiten Runde alleine an die Spitze und baute ihren Vorsprung bis zur Rennhälfte auf über eine Minute aus. Von diesem Moment konnte Keller ihren Vorsprung verwalten und mit dosiertem Risiko vor Jolanda Neff und Monique Halter (Thömus akros Youngstars) ihren ersten MTB-Saisonsieg einfahren.

«Das war ein Auftakt nach Mass. Ich hatte bei diesen schwierigen Bedingungen ein gutes Gefühl und konnte meinen eigenen Rhythmus durchziehen. Es gelang mir ab Rennhälfte meinen Vorsprung dosiert und kontrolliert zu verwalten. Das macht Lust auf mehr», zog Alessandra Keller ein positives Fazit.

Forster und Albin überragen alle

Das Rennen der Männer entwickelte sich zu einem Dreikampf zwischen Luca Schätti, Vital Albin und Lars Forster. Mit einer starken Schlussrunde sicherte sich der zweifache Europameister Forster den Sieg. Vital Albin sorgte mit dem zweiten Platz für den Doppelsieg. Lars Forster zeigte sich über diesen Sieg sehr glücklich: «Ich wollte heute gewinnen, doch nach meiner Startpace büsste ich und musste bei Rennhälfte extrem leiden. Zum Glück kam in der letzten Runde das gute Gefühl zurück», fasste Forster seine erfolgreiche Achterbahn während des Rennens zusammen.

Bei garstigen, nasse und schlammigen Bedingungen waren die Fahrerinnen und Fahrer, wie auch das Material gefordert. Teamchef Ralph Näf zog ein äusserst positives Fazit: «Eine gewisse Nervosität ist beim Saisonstart immer vorhanden. Doch sowohl unser ganzes Material, mit unserem neuen Thömus-Bike, wie auch die Athleten haben voll und ganz überzeugt.»

Luke Wiedmann zeigte ebenfalls eine starke Performance und holte sich im Elitefeld den achten Rang. Dank diesen überzeugenden Resultaten gewann Thömus maxon auch die Wertung als bestes Team des Tages. Trotz der krankheitsbedingten Abwesenheit von Mathias Flückiger resultierte so ein perfekter Sonntag, der Selbstvertrauen für die nächsten Rennen gibt.

Resultate CIC Swiss Bike Cup Gränichen

Neues Bike und Kontinuität: So startet Thömus maxon in die neue Saison

Das Schweizer Mountainbiketeam «Thömus maxon» lancierte gestern Donnerstag, 29. Februar, im Swiss Bike Park in Oberried (BE) die neue Saison. In Anwesenheit von zahlreichen Medienschaffenden und Partnern des Teams wurde über die Wichtigkeit des Jahres 2024 und die damit verbundenen grossen Ziele gesprochen. Zudem präsentierte Thömus mit dem «Lightrider R3 Worldcup» ein neues Cross-Country-Bike. Ein Bike, das in vielerlei Hinsicht neue Massstäbe setzt.

Thömus maxon setzt auf Kontinuität. Die Equipe um Teamchef Ralph Näf startet mit der Weltnummer 1 Mathias Flückiger (Leimiswil, BE), Alessandra Keller (Ennetbürgen, NW), Lars Forster (Rieden, SG), Vital Albin (Chur, GR) und Luke Wiedmann (Bellach, SO) in unveränderter Formation in die Saison. Weiterhin Teil des Teams ist Kathrin Stirnemann im Bereich E-MTB. Die grossen Saisonziele sind neben den Olympischen Spielen in Paris (Ende Juli), die Weltmeisterschaften in Andorra (Ende August) und der gesamte Weltcup, welcher Mitte April mit zwei Rennen in Brasilien startet.

Während es in der Kaderzusammensetzung und in der Ausrichtung keine Veränderungen gibt, konnte mit der Firma TimeTool und SHORLEY (Mosterei Möhl AG) zwei neue Partner gewonnen werden. Zuversichtlich und höchst motiviert sprach Ralph Näf über die hochgesetzten Ziele: «Wir wollen immer besser werden. Unter dem Motto «One Team, one Spirit» setzen wir unsere eigene Messlatte noch höher. Dabei verlassen wir uns auf unsere starken Partner, unseren eingespielten Staff und drehen an vielen kleinen Schrauben, damit wir uns gemeinsam mit den Athleten um die entscheidenden Prozentpunkte steigern können.»

Neues Thömus-Bike setzt neue Massstäbe

Ein wichtiges Mosaiksteinchen zum Erfolg wird das gestern neu vorgestellte XC-Bike von Thömus sein. Der «Lightrider R3 Worldcup» setzt noch nie dagewesene Massstäbe im Bereich der Cross-Country-Bikes.Der «Lightrider R3 Worldcup» überzeugt durch ein unschlagbares Verhältnis zwischen Gewicht und Steifigkeit. Das Rahmenset, inkl. DT-Swiss-Dämpfer, wiegt nur gerade 1876 Gramm. Dank der Verwendung von Ultra High Modulus Carbonfasern wird neben der massiven Gewichtsreduktion gleichzeitig die Steifigkeit des Bikes erhöht.

Zum 20-Jahr-Jubiläum des Lightriders präsentiert sich das neuste Modell mit einer komplett überarbeiteten Geometrie und Kinematik. Ein virtueller Drehpunkt auf dem Hinterbau und eine damit verbundene flexiblere Sitzstrebe reduzieren die ungefederte Masse und sorgen für weniger Gesamtgewicht und damit bessere Sensibilität der Federung. Der Schwerpunkt des Lightriders ist noch tiefer, seine Kurvenfähigkeit noch radikaler. Das neue Unterrohr ist konisch optimiert, damit weniger Dreck haften bleibt.

Fazit: Die Race-DNA des Rennteams charakterisiert den neuesten Jahrgang des «Lightrider R3 Worldcup». Damit startet Thömus maxon am Sonntag, 17. März, beim ersten Rennen des CIC Swiss Bike Cup in Gränichen (AG) mit viel Rückenwind in die neue Saison.

Dritter Titel in Serie für Alessandra Keller

Perfekter Start ins Jahr 2024 für Thömus maxon. An den Schweizer Meisterschaften im Radquer in Meilen holte sich Alessandra Keller überlegen ihren dritten Titel in Serie.

Hochstehender Sport, spektakuläre Bedingungen, tolle Stimmung, grosse Zeitabstände. So lassen sich die Schweizer Meisterschaften im Radquer auf der Meilener Allmend zusammenfassen. Dabei wurde die 27-jährige Nidwaldnerin Alessandra Keller ihrer Rolle als absolute Topfavoritin mehr als nur gerecht. Von der ersten Runde an bestimmte die zweifache Gesamtweltcupsiegerin im Mountainbike das Rennen nach Belieben und gewann souverän mit über zweieinhalb Minuten Vorsprung ihren dritten Titel in Serie.

«Ich bin happy, dass alles nach Plan lief. Ich konnte das Rennen dominieren und bei diesen schmierigen Bedingungen mit dosiertem Risiko agieren. Ein perfekter Tag», so die Fahrerin vom Team Thömus maxon, welche mit der SM ihren Radquerblock abschloss. Hinter Keller holte sich die im ersten U23-Jahr fahrende Jana Glaus Silber (und damit auch den U23-Titel). Die letztjährige Zweite, Rebekka Estermann, gewann Bronze.  

Sturz und Aufgabe von Wiedmann

Als Aussenseiter aber mit grossen Ambitionen startete auch der U23-Fahrer Luke Wiedmann. Bereits in der zweiten Runde stürzte er jedoch selbstverschuldet in einem Anstieg und überschlug sich dabei. Zwar setzte Wiedmann zu einer Aufholjagd an, musste diese aber später abbrechen und gab das Rennen letztendlich enttäuscht auf.

Unverändert ins neue Jahr

Das Team Thömus maxon startet mit viel Konstanz ins neue Jahr. Neben Alessandra Keller und Luke Wiedmann, welche heute im Einsatz standen, fahren weiterhin Mathias Flückiger, Lars Forster und Vital Albin im Team. Die grossen Ziele im Jahr 2024 werden dadurch nicht nur mit einer bestehenden Struktur, bestehenden Partnern und der bestehenden Philosophie, sondern auch mit dem eingespielten und erfolgreichen Kader des vergangenen Jahres anvisiert.  

Das Team bestreitet Mitte Februar das erste gemeinsame Trainingslager in Südafrika, gefolgt von der Teampräsentation am Donnerstag, 29. Februar 2024, in Oberried (BE).  

Link:

Resultate SM Meilen

Trail Talk #7 mit Math Flückiger

«Ich bin nicht der Wellness-Typ, da komme ich müder raus, als ich reingegangen bin!»

In meiner Fit-for-Life-Kolumne geht es um Erholung und die Übergangszeit nach einer anstrengenden Saison. Viel Spass beim Lesen!

Normalerweise bin ich am Ende einer Saison ausgelaugt. Doch diesmal hielt sich die Müdigkeit in Grenzen und wenn es noch ein paar Rennen weitergegangen wäre, hätte ich diese auch noch machen können. Dennoch freute ich mich nach den Übersee-Rennen auf zuhause und meine gewohnte Umgebung.

Zuerst war das allerdings anders geplant. Meine Partnerin Lisa begleitete mich diese Saison und eigentlich war vorgesehen, dass wir nach dem letzten Rennen noch in den USA bleiben und herumreisen würden. Gegen den Schluss einer doch langen Saison hatten wir dann aber zunehmend das Bedürfnis, wieder einmal zu Hause zu sein. Dass Lisa mich zu den Rennen und in die Trainingslager begleitete, war sehr schön für uns beide, das hat uns sehr gutgetan. Es war zwar manchmal eine Herausforderung, so lange so eng aufeinander zu sein, aber es hat uns zusammengeschweisst.

Erholung für den Geist

Nach unserer Rückkehr waren drei ruhige Wochen geplant ohne fixes Training. Mein Körper ist jeweils schnell erholt. Was hingegen mehr Pause braucht, sind Kopf und Geist. Und so habe ich für diese Zeit einige Sachen geplant, die ich während der Saison zurückstellen muss, aber sehr gerne mache wie beispielsweise Pflege und Ausbau von Bike-Trails.

Wenn ich dabei aber Lust habe, die Trails zu fahren, dann mache ich das auch und warte nicht, bis die «Trainingspause» vorbei ist. Wichtig für mich ist, dass ich in dieser Zeit Dinge mache, die ich sonst weniger machen kann oder darf. Das darf durchaus mit Bewegung oder gar sportlichen Aktivitäten zu tun haben. Wenn ich etwas gerne mache, ist das für mich automatisch auch entspannend, egal ob Ruhe oder Bewegung.

So war auch das Gravel Race in Bern Ende Oktober eine willkommene Abwechslung, obwohl es schlussendlich ein hartes Rennen wurde, da ich seit dem Weltcup Finale nie mehr auf dem Velo gesessen bin. Dennoch war es für mich kein Stress, sondern einfach ein cooler Tag mit einer «Velo-Ausfahrt» und einem Bier danach. Die Stimmung an einem Gravel-Event ist speziell und ich kann gut verstehen, dass diese Sparte im Aufwind ist.

Sachter Trainingseinstieg

Mitte November begann dann der Aufbau für die neue Saison. Das mache ich nicht von Null auf Hundert, sondern schön behutsam. Das Vorgehen hat sich mit den Jahren und der Erfahrung stark verändert. Ganz früher waren mein Bruder Lukas und ich mit der Devise unterwegs: viel bringt viel. Doch irgendwann lernten wir, dass mehr Aufwand nicht automatisch mehr Ertrag gibt. Viel Arbeit ja, ich absolviere zwischendurch auch Wochen mit über 30 Trainingsstunden, aber ebenso wichtig ist es, dass der Körper den Trainingsreiz auch verarbeiten kann. Mittlerweile habe ich das Gespür für die richtige Mischung.

Eine neue Saison aufbauen bedeutet auch die Wiederaufnahme des Krafttrainings, und da muss man sehr sorgfältig vorgehen. Ich habe einen eigenen Kraftraum eingerichtet und arbeite viel mit Langhanteln, Beinpresse oder Kabelzug. Mehr brauche ich nicht, den Rest kann man auch ohne Maschinen machen.

Letzten Winter hatte ich das Krafttraining etwas zurückgestellt und diese Saison dann aber gemerkt, dass mir die «Peak-Power», die bei Attacken in den Rennen nötig ist, etwas fehlte, deshalb will ich wieder vermehrt daran arbeiten. Bis Weihnachten ist vor allem Muskelaufbau angesagt, danach dann auch Maximalkrafttraining. Mein Kraftprogramm erarbeite ich mit dem Coach Adrian Rothenbühler.

Kein Wasser, kein Stretching

Als Alternativtraining gehe ich im Winter sicher ab und zu joggen, und auch langlaufen ist möglich, wenn es Schnee hat, letzte Saison habe ich mir ein Paar Langlaufski gekauft. Auch Skitouren würde ich gerne mehr machen, doch der zeitliche Aufwand ist schnell gross. Zudem braucht es die nötige Erfahrung oder Begleitung, wenn man kein Risiko eingehen will.

Was ich definitiv nicht bin, ist der Wellness-Typ, da komme ich müder raus, als ich reingegangen bin. Ebenfalls nicht mein Ding ist Schwimmen, da bin ich schon froh, mich über Wasser halten zu können. Beim Stretching ist es ähnlich. Natürlich kann Stretching bei Verkürzungen helfen, da habe ich aber zum Glück keine Probleme. Aus wissenschaftlicher Sicht ist nicht ganz klar, was Stretching bringt – zum Glück für mich – daher habe ich kein schlechtes Gewissen, es nicht regelmässig zu tun. Ich stretche nur, wenn ich irgendwo akut Probleme habe. 

Stretching oder generell ganz ruhige Bewegungsformen wie auch Pilates oder Yoga entsprechen einfach nicht meinem Naturell. Ein Nati-Zimmerkollege hingegen kann gut jeden Abend eine stündige Stretching-Einheit durchziehen. Für mich wäre das keine Stunde Entspannung, sondern eine Stunde «Rumpftraining». Bei einem Powernap mit Musik kann ich aber durchaus entspannen oder auch einfach ruhig dasitzen und schönen Gedanken folgen. Daher fahre ich auch gerne Auto.

Definitiv Potenzial als wirkungsvolle Regenerationsmassnahme hat für mich der Schlaf. Ich bin zwar jemand, der nicht so viel Schlaf benötigt, trotzdem wäre da noch etwas rauszuholen. Vor allem, was die Zeit betrifft, wann ich ins Bett gehe. Schon meine Grosseltern sagten, der Schlaf vor Mitternacht sei der Wichtigste, und mit dieser Aussage hatten sie recht. Wenn es später wird, dann schaue ich, mich mit der Schlafdauer an die Schlafrhythmus-Phasen anzupassen, welche bei den meisten Menschen um die neunzig Minuten dauern. Ich schlafe dann lieber siebeneinhalb statt acht Stunden oder auch mal sechs anstatt sieben Stunden.

Zwei Räder am liebsten

Alles in allem muss ich sagen, dass ich bei der Vorbereitung auf eine neue Saison rasch wieder rund 80-90% der Trainingszeit auf zwei Rädern verbringe, da fühle ich mich einfach am wohlsten. Und schliesslich bieten schon die einzelnen unterschiedlichen Velos Abwechslung, ein Strassentraining ist etwas ganz anderes als ein Biketraining.

Gut möglich, dass ich im Winter gelegentlich noch aufs Motocross-Bike sitze, das mache ich auch sehr gerne. Und ein Zukunftsprojekt ist Gleitschirmfliegen, das möchte ich irgendwann lernen und regelmässig machen können.

Der ruhige November hat mir gutgetan. Er hat mich darin bestätigt, dass ich für eine gute Erholung nicht zwingend die sportliche Abwechslung brauche, sondern in erster Linie die Abwechslung für den Geist. Und da fühle ich mich bereits jetzt wieder recht frisch und motiviert für die neue Saison. Und dies wünsche ich zum Jahresende auch allen Hobbysportlerinnen und -sportlern!

Trail Talk #6 mit Math Flückiger

«Auf die erste Medaille war ich mega stolz»

In meiner Fit-for-Life-Kolumne thematisiere ich dieses Mal meine Berufswahl Mountainbike-Profi. Ich wünsche eine gute Lektüre!

Meinen ersten Preis erhielt ich mit neun Jahren bei einem Kinderrennen. Mit einem dritten Rang stand ich erstmals auf einem Podest und gewann eine Medaille, darauf war ich mega stolz. Velofahren war ein Hobby und machte mir Spass, aber mehr eigentlich nicht. Meine Geschwister waren besser und so richtig gepackt hat mich der Sport damals noch nicht.

Bis ich etwa 16- oder 17-jährig war, konnte ich Leistungssport nicht richtig einschätzen. Ich fuhr zwar Rennen für meinen Heimclub VC Bützberg, hatte aber keinen konkreten Wunsch, den Sport zum Beruf zu machen. So begann ich die Lehre als Baumaschinenmechaniker. Mechaniker war schon als Kind mein Traumberuf. Bereits im ersten Lehrjahr wurde ich Junioren-Weltmeister im Quer und viele sagten mir, ich hätte Potenzial für eine Sportkarriere. Der Gedanke, eine solche anzustreben, entwickelte sich aber erst mit den Jahren komplett überzeugt war, eine Runde zu viel gefahren und nur darum so schlecht rangiert gewesen zu sein. Meine gemischten Gefühle gegenüber den Rennen hielten sich noch einige Jahre. Ich hatte einfach lange mehr Freude am Unihockey spielen. Freude am Velofahren hingegen hatte ich schon damals.

Die Lehre als Spitzensportler

Schwung aufgenommen hat meine Karriere durch den Velobauer Jan Koba. Als ich bei den Junioren erfolgreich Quer-Rennen fuhr, kam er zu mir und sagte: «Beginne doch mit Biken, ich stell dir ein Bike zur Verfügung.» Das war quasi mein erster «Vertrag», obwohl es natürlich noch keinen Vertrag gab und alles per Handschlag geregelt wurde. Den ersten Vertrag mit Unterschrift erhielt ich ein Jahr später vom damaligen Team Athleticum, welches vom späteren Nationaltrainer Bruno Diethelm geführt wurde.

Für mich war das ein Meilenstein. Nicht wegen dem ersten Lohn, den ich für mein Hobby erhielt, sondern weil ich erstmals in einem Team war mit richtigen Strukturen. Bei Diethelm absolvierte ich gewissermassen meine «Lehre» als Spitzensportler, das war eine sehr spannende und wegweisende Zeit für mich.

Der erste Schritt zum Profi

Den grossen Schritt in Richtung Profi wagte ich dann auf die Saison 2009. Durch meine Resultate im Jahr zuvor erhielt ich von vielen namhaften Teams Angebote, ich wurde regelrecht überrannt. Da mein Bruder Lukas und ich oft zusammen angefragt wurden, er etwas älter ist und damals zudem erfahrener war, konnten wir die Verhandlungen zusammen angehen.

Wie man das aber genau macht und welchen Wert wir hatten, mussten wir zuerst herausfinden. Learning by doing. Dass der Lohn zwar wichtig, aber längst nicht der einzige ausschlaggebende Punkt ist, der festgehalten werden muss, lernten wir erst über die Jahre.

Schlussendlich entschieden wir uns für das neu entstandene Werksteam Trek World Racing. Ein Grund dafür war sicher auch unser Respekt gegenüber dem grossen Namen, wir fuhren schon als Kinder auf Trek-Velos herum. Der Vertrag bei Trek brachte mir 30 000 Dollar Lohn pro Jahr. Das war für uns ein grosser und gewagter Schritt. Das Team hatte immer eine Film-Crew dabei und wir mussten schon am ersten Tag Interviews auf Englisch geben. Da wurden wir regelrecht ins kalte Wasser geworfen.

2010 wiederholte sich die Situation von 2008, allerdings noch einmal eine Stufe höher. Ich wurde U23-Weltmeister, gewann im Weltcup Podest-Plätze bei der Elite und konnte meine Lehre abschliessen. Erneut hatte ich viele Anfragen, entschied mich aber, bei Trek World Racing zu bleiben. Nun war ich erstmals ein richtiger Profi, der von seinem Beruf leben konnte. Ich verdiente zwei- bis dreimal so viel, wie ich als Baumaschinenmechaniker hätte verdienen können.

Die steigenden Erwartungen

Das war natürlich cool in meinem Alter, aber nicht nur der Lohn stieg an, sondern auch die Erwartungen vom Team und von den Sponsoren. Das ist zwar logisch, war aber neu für mich und ich musste lernen, wie ich damit umgehen konnte. Ich dachte, ich würde automatisch besser werden als Vollprofi, denn schliesslich konnte ich mich nun erstmals nur auf den Sport konzentrieren. Doch leider geht diese Gleichung nicht immer auf und ich lernte einen völlig neuen «Gegner» kennen: Die Erwartungshaltung auf den Erfolg! Und der kam ausgerechnet dann eben nicht. Die Jahre 2011 und 2012 waren sehr harzig mit einigen Platzierungen nur knapp in den ersten 40. 

Wenn man so aufgewachsen ist und erzogen wurde wie ich, bekommt man in einer solchen Situation ziemlich schnell ein schlechtes Gewissen angesichts des hohen Lohns, der für die Sponsoren und das Team eine Investition darstellte, aber kein Kapital abwarf. Es war eine entscheidende Situation, erstmals lief nicht alles von selbst. Und als ich mich nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte und mir ein neuer, aber weitaus schlechterer Vertrag angeboten wurde, musste ich mir konkrete Gedanken über meine Zukunft machen.

Ich stellte mir die Gewissensfrage: Was brauche ich, um Weltspitze zu werden? Die Antwort: Ich brauche ein konkurrenzfähiges Team, das meine Anliegen und Bedürfnisse versteht. Und eins ohne Kultur- und Sprachbarrieren, damit ich mich wohl fühle. Als ich realisierte, dass es dies damals für mich nicht gab, war das zuerst ein Schock.

Der Aufbau des Teams Stöckli

Ich musste einen Schritt zurück machen und selbst nach einer Lösung suchen. So entwickelte ich ein Konzept und sprach beim damaligen Schweizer Bike-Hersteller Stöckli vor, ob sie beim Aufbau eines Weltcupteams mithelfen würden. Sie sagten tatsächlich zu, obwohl sich das Budget auch mit nur einem einzigen Fahrer bereits auf einen sechsstelligen Betrag belief. Dass sie einstiegen, machte mich enorm stolz, so konnte ich meinen eigenen Weg gehen.

Mit dem Team Stöckli war ich vier Jahre unterwegs. Vier Jahre mit soliden Resultaten, einigen Weltcup-Podestplätzen und der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio 2016. Es waren vier Jahre, in denen ich viel über den Mountainbikesport lernte und die mir zeigten, was mir wichtig ist. Als sich Stöckli 2016 doch recht überraschend aus dem Bikesport zurückzog, wollte ich die bestehenden Strukturen unbedingt behalten und suchte neue Partner. Mittlerweile war auch Ralph Näf im Team und wir wurden fündig bei Radon, einem Bike-Discounter aus Deutschland. Die stiegen allerdings bereits Ende Jahr wieder aus und wir standen erneut mit abgesägten Hosenbeinen da.

Der passende Lohn kommt automatisch

Es zeigte sich, dass das finanzielle Risiko mit einem einzigen Hauptsponsor zu gross ist und man die Last auf mehrere Partner verteilen muss. So fanden wir 2018 schliesslich Thömus und begannen mit einem neuen Team. Finanziell musste ich allerdings deutlich kleinere Brötchen backen als vorher. Ich erhielt keinen Lohn und musste wieder vermehrt persönliche Sponsoren suchen. Doch weil das Team und das Umfeld für mich enorm wichtig sind, wollte ich in diesen Strukturen weitermachen – und es lohnte sich. Ich wurde immer besser und gewann mein erstes Weltcuprennen. Mit den Erfolgen kamen neue Partner dazu und unsere Möglichkeiten wurden dadurch grösser. Mein Vertrag wurde 2021 bereits frühzeitig um drei Jahre verlängert.

Aktuell bin ich total happy mit der Situation. Wir sind breit aufgestellt, spüren einander gut, die Strukturen stimmen und ich bin stolz, aktiv daran mitgewirkt zu haben. Rückblickend verlief meine Karriere finanziell nicht kontinuierlich bergauf, es gab Hochs und Tiefs, Situationen, in denen ich gut verdiente und solche, in denen ich nicht wusste, wie es weitergehen würde. Aber diese Herausforderung treibt mich an, auch wenn es manchmal Überwindung braucht.

Heute geht es mir finanziell gut. Ich bin keiner, der immer mehr will und ein Team ans Limit bringt. Ich bevorzuge einen Fixlohn und ein gutes Prämiensystem. Wenn ich gut fahre, verdiene ich mehr – und sonst nicht. Aktuell werden im Mountainbike-Profisport für vielversprechende Nachwuchsfahrer teils absurd hohe Löhne geboten. Diese setzen die Fahrer unter Druck und lassen ihnen kaum Zeit, sich zu entwickeln, eine Situation, die ich von früher kenne und heute besser einschätzen kann.

Meine Verträge verhandle ich auch heute noch alle selbst. Ich habe in all den Jahren gelernt, was ich brauche. Das Geld ist dabei zwar wichtig, aber nicht alleine entscheidend, denn wenn man weiss, wie man erfolgreich sein kann, kommt der passende Lohn automatisch.

Der nächste Trail Talk erscheint am 7. Dezember im Fit for Life!

Bärenstarker Flückiger wird Zweiter – Weltcupsieg im Teamklassement

Ein dramatischer und letztendlich erfolgreicher Saisonschluss für Thömus maxon! Beim letzten Weltcuprennen der Saison in Mont-Sainte-Anne (Can) ist Mathias Flückiger der Stärkste. Zweimal in Führung liegend holt sich der Schweizer Meister zweimal einen Platten und wird dennoch grossartiger Zweiter. Zudem holt sich Thömus maxon die Auszeichnung als das beste Team der ganzen Saison.

Regenfälle haben die ansonsten schon äusserst anspruchsvolle Strecke im kanadischen Bikemekka Mont-Saint-Anne zu einer brutalen Herausforderung sowohl für die Athletinnen und Athleten, wie auch für das Material werden lassen. Genau die Bedingungen, welche Mathias Flückiger liebt. Und so startete der 35-Jährige auch stark und selbstbewusst ins Rennen.

In der ersten Runde setzte sich Flückiger bereits an die Spitze, verfolgt von Weltmeister Tom Pidock. Dieses Duell war in der Folge an Spannung kaum zu überbieten. Flückiger holte sich einen Platten in Runde 2. Bereits in der dritten Runde schloss er wieder zu Pidcock auf und setzte sich später erneut alleine an die Spitze. Doch in der zweitletzten Runde musste der Schweizer erneut in die Technzone und einen Hinterraddefekt beheben lassen.

«Heute habe ich zu viel gepokert»

Obwohl Mechaniker Gavin Black zweimal extrem schnell das Laufrad wechselte, konnte Flückiger die rund 35 Sekunden Rückstand auf Pidcock in der letzten Runde nicht mehr zufahren und wurde Zweiter: «Ich fuhr heute vielleicht zu fest am Limit mit dem Reifendruck. Doch manchmal muss man ein bisschen Risiko nehmen und ich erhoffte mir davon mehr Traktion in den Anstiegen. Doch heute habe ich zu viel gepokert. Ich hätte sehr gerne gewonnen. Aber ich bin sehr zufrieden mit meinen Rennen», analysierte Flückiger im Ziel.

Sieg in der Teamwertung und starke Alessandra Keller

Mit dem Zweiten Platz zum Saisonschluss sicherte sich Flückiger auch den dritten Platz im Gesamtweltcup. Dank der erneut sehr starken Teamleistung mit Lars Forster (15.) und Vital Albin (20.) holte Thömus maxon zum ersten Mal in der Teamgeschichte den Gesamtweltcupsieg in der Teamwertung. «Eine tolle Krönung auf eine fantastische Saison», sagte Teamchef Ralph Näf.

Im Rennen der Frauen zeigte Alessandra Keller zum Schluss nochmals ihre ganze Klasse. Sie bestritt ein äusserst regelmässiges Rennen und erreichte dank einer starken Schlussrunde den 8. Rang. Im Gesamtweltcup resultierte daraus der 5. Platz. U23-Fahrer Luke Wiedmann kam zum Saisonfinale nicht mehr an maximales Leistungsniveau heran; er belegte Rang 15.

Resultate XCO-Weltcup Mont-Sainte-Anne

Photo: Maxime Schmid

Forster stürzt mit dem Podium vor Augen

Unglücklicher Ausgang des letzten XCC-Weltcuprennen der Saison in Mont-Sainte-Anne (Can). Lars Forster hatte das Podium vor den Augen, machte kurz vor dem Ziel aber einen Fehler und brachte sich selber zu Fall. Statt aufs Podest fuhr Forster nur auf Platz 15. Alessandra Keller erreichte kein Spitzenresultat, konnte sich aber den zweiten Platz in der XCC-Gesamtweltcupwertung sichern.

Lars Forster und Mathias Flückiger zeigten beide ausgezeichnete Leistungen. Während Flückiger in der grossen Spitzengruppe meist um Platz 10 fuhr, konnte sich Lars Forster immer weiter nach vorne schieben. Als Vierter fuhr Forster in die letzte technische Passage. Selbstverschuldet kam der zweifache Europameister jedoch zu Fall. Trotzdem zog 30-Jährige ein positives Fazit: «Es ist schade. Aber die Beine waren super und ich bin motiviert für den Sonntag.» Zusammen mit Mathias Flückiger, welcher als Zehnter ins Ziel kam, startet Forster am Sonntag beim Cross-Country-Wettbewerb aus der zweiten Startreihe. Vital Albin belegte den 27. Rang.

Keller: Kraftlos aber dennoch Zweite im Gesamtweltcup

Beim Rennen der Frauen stand der Kampf um den XCC-Gesamtweltcupsieg im Fokus. Alessandra Keller startete in Lauerstellung als Zweite mit 80 Punkten Rückstand auf die Führende Puck Pieterse (Ned). Keller, welche den Gesamtsieg des Vorjahres praktisch nur mit einem Sieg hätte wiederholen können, reihte sich gleich nach der Startrunde in den ersten Positionen ein. Doch im letzten Renndrittel schwanden die Kräfte und Keller musste die Spitze ziehen lassen. Am Ende resultierte ein enttäuschender 14. Rang. Trotzdem belegte die Schweizer Meisterin im XCC-Gesamtklassement den starken 2. Platz – die finale Bestätigung einer grossartigen und äusserst konstanten Saison.

Luke Wiedmann startet am Sonntag im U23-Rennen ebenfalls aus der zweiten Reihe. Der Solothurner verpasste einen Platz in der ersten Linie als Neunter nur um einen einzigen Platz.

Resultate XCC Mont-Sainte-Anne

Photo: Maxime Schmid

Starker Flückiger in verrücktem Rennen auf Platz 4

Mathias Flückiger vom Schweizer Team Thömus maxon hat beim Cross-Country-Weltcup in Snowshoe (USA) eine starke Leistung gezeigt und den vierten Platz erreicht – nur gerade zehn Sekunden hinter dem Sieger Jordan Sarrou.

Zuerst sah es gar nicht danach aus, als ob Mathias Flückiger in Snowshoe, nach einem enttäuschenden Short Track, um den Sieg mitfahren würde. Flückiger lag nach der Startrunde nur gerade auf dem 22. Platz. Doch liess er sich nicht verunsichern, fand seinen Rhythmus und machte sich auf zur Aufholjagd.

Ein echter Krimi mit Spannung bis zum Schluss

Bei Rennhälfte setzte sich der Schweizer Meister in der äusserst grossen Spitzengruppe fest und hielt sich fortan meist in den ersten fünf Positionen auf. Als sich eine Vorentscheidung an der Spitze anbahnte, überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst hatte der Weltmeister Pidcock gleich zweimal einen Vorderraddefekt, dann erwischte es auch noch Lukas Schwarzbauer (De), welche zu diesem Zeitpunkt mit Sarrou (Fra) an der Spitze lag.

Doch die Schweizer Guerrini, Schurter und Flückiger konnten nochmals zu Sarrou aufschliessen und genau diese vier machten den Sieg in der Schlussrunde des an Spannung kaum zu überbietenden Rennen unter sich aus. Dann unterlief Flückiger in einem technischen Uphillabschnitt einen Fehler und musste kurz vom Rad. Diese Lücke konnte der 35-Jährige nicht mehr schliessen und musste sich mit dem starken, aber doch undankbaren vierten Platz zufriedengeben.

Durchzogene Bilanz für den Rest des Teams

Im Rennen der Frauen konnte Alessandra Keller den eigenen Erwartungen nicht gerecht werden. Die Nidwaldnerin fühlte sich kraftlos. Dennoch kämpfe sich bravourös und erreichte den beachtlichen Rang 15. Bei den Männern zeigte Vital Albin eine sehr konstante Leistung. Am Ende belegte der Bündner den. 20. Rang. Weniger gut lief es Lars Forster, welcher in den letzte zwei Runden noch zurückfiel und sich auf dem 36. Rang klassierte. Auch U23-Fahrer Luke Wiedmann konnte nicht ganz vorne mitmischen und beendete den zweitletzten Weltcup der Saison auf dem 22. Rang.

Resultate XCO Snowshoe

Photo: Maxime Schmid

Platz 4 für Alessandra Keller in Snowshoe

Der Auftakt zum zweitletzten Weltcup der Saison in Snowshoe (USA) ist dem Team Thömus maxon nur teilweise geglückt. Der vierte Platz für Alessandra Keller war das Highlight, wobei die Schweizer Meisterin damit nicht zufrieden war.

Es war der Start, welcher Alessandra Keller auf der sehr langen und atypischen XCC-Strecke in Snowshoe nicht optimal gelang. Vom zehnten Platz aus musste sie sich mühsam und kräftezehrend nach vorne arbeiten. Dies gelang gut, doch am Ende fehlten diese Körner um aufs Podest zu fahren. «Ich bin grundsätzlich zufrieden mit meiner Leistung. Doch der Start verhinderte, dass ich aufs Podest hätte fahren können. Dies kostet mich einige Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup.» Alessandra Keller verpasste als Vierte letztendlich das Podest nur um drei Sekunden. Gewonnen wurde das Rennen von Evie Richards (Gbr).

Reihe zwei, drei und vier

Die Männer versuchten es Alessandra Keller nur wenig später gleich zu tun und eine perfekte Ausgangslage für den XCO-Sonntag zu verschaffen. Mathias Flückiger, Lars Forster und Vital Albin starteten äusserst gut, mussten jedoch noch vor Rennhälfte ein bisschen zurücknehmen und fielen aus den Top 10 raus. Währende Mathias Flückiger sich kraftlos fühlte und am Ende ratlos den 27. Rang erreichte, konnten Forster und Albin ihren Rhythmus wieder finden und belegten den 12. und 18. Rang. Damit startet das Thömus-maxon-Trio aus den Reihen zwei, drei und vier am Sonntag. Es gewann der Franzose Victor Koretzky.

Im U23-Short-Track kam auch Luke Wiedmann nicht richtig auf Touren und belegte bereits am Donnerstag Platz 22.

Resultate XCC Snowshoe

Die XCO-Rennen in Snowshoe finden am Sonntag zu folgender (Schweizer) Zeit statt:

15:00 Uhr:         U23 Männer

19:00 Uhr:         Frauen Elite

21:30 Uhr:         Männer Elite

Die Rennen werden live auf GCN+ übertragen. Die beiden Elite-Wettbewerbe ebenfalls auf SRF Info.

Photo: Maxime Schmid

Trail Talk #5 mit Math Flückiger

«Man muss man den Drang haben, Grenzen zu verschieben»

In meiner Fit-for-Life-Kolumne thematisiere ich dieses Mal die Fahrtechnik im Mountainbiken, meine persönliche Art zu lernen und warum es heute die guten Techniker schwieriger haben. Ich wünsche eine gute Lektüre!

Das erste Mal bin ich als etwa Vierjähriger auf einem Velo gesessen. Das war noch eins mit Stützrädern, denn Laufräder gab es damals nicht. Nach und nach wurde das Velo immer präsenter und mein treuer Begleiter, allerdings mehr im Alltag und zu Beginn noch nicht als Sportgerät. Mein Schulweg war recht lang, zuerst gings rasant runter und dann wieder rauf, wir wohnten oben am Berg und mussten rund 150 Höhenmeter überwinden.

Eine wichtige Rolle spielte mein vier Jahre älterer Bruder Lukas, der schon früh Rennen fuhr. Als wir ihn einmal mit dem Auto abholten, kam er gerade von der Radquer-WM der Junioren nach Hause. Als er euphorisch davon erzählte, hat mich das auch begeistert und ich habe mir vorgenommen, das einmal erleben zu wollen. Das war ein wichtiges Schlüsselerlebnis für meine Karriere, denn vorher hat es nicht gefunkt, obwohl ich mein erstes Rennen bereits ein paar Jahre zuvor bestritt, mit neun Jahren. Aber ich muss gestehen, es war keine «Liebe auf den ersten Blick». Die ersten Wettkämpfe bedeuteten für mich vielmehr einen Riesen-Krampf und alles andere als Spass.

Zu meinen ersten Rennerfahrungen gibt es zudem noch eine Anekdote, die mir ab und zu unter die Nase gerieben wird. Es war beim damaligen Berner Cup in Farnern. Ich wurde Zweitletzter, obwohl ich komplett überzeugt war, eine Runde zu viel gefahren und nur darum so schlecht rangiert gewesen zu sein. Meine gemischten Gefühle gegenüber den Rennen hielten sich noch einige Jahre. Ich hatte einfach lange mehr Freude am Unihockey spielen. Freude am Velofahren hingegen hatte ich schon damals.

Learning by doing – Wir hatten kein Youtube und Instagram

Nach dem Umbau des Elternhauses lagen überall Erdhaufen rund ums Haus und wir bauten Schanzen und übten Sprünge. Learning by doing. Das ist bei den Kindern sicher auch heute noch so, aber der grosse Unterschied zu früher ist, dass wir damals nirgends abschauen konnten. Wir mussten selbst herausfinden, wie viel Tempo es braucht oder wie weit entfernt eine Landung nach dem Sprung sein muss oder darf. Heute ist das Niveau von Kindern schon früh auf einem ganz anderen Level. Auf Youtube und Instagram finden sie tausende von Filmen, die sie in ihrem Hirn abspeichern. Das theoretische Wissen und die konkrete Vorstellung, wie ein Bikesprung aussehen soll, sind zentral, um ihn dann auch wirklich zu erlernen und umsetzen zu können.

Was es früher ebenfalls kaum gab, waren gebaute Trails, in unserer Region sowie so nicht. Allenfalls hatte es einige Wanderwege, die so aussahen wie Trails, aber die wurden sehr schnell langweilig. So haben wir schon früh begonnen, selber Trails zu bauen. Die einzelnen Abschnitte waren vielleicht nur wenige Meter lang, aber wir sind sie unermüdlich hunderte Male abgefahren, immer und immer wieder. Stürzen gehörte selbstverständlich auch dazu. Aber ohne hätte man seine Grenzen nicht kennengelernt. Die vielen Stürze früher helfen mir noch heute – so glaube ich zumindest – damit ich mich richtig verhalte, wenn ich mal zu Fall komme. Bis heute habe ich noch nie etwas gebrochen – «Holz alänge».

Mit den Jahren kamen bei mir auch in den Rennen die ersten Erfolgserlebnisse und gaben mir Selbstvertrauen. Und so entwickelte sich auch meine Fahrtechnik immer weiter. Damit man technisch Fortschritte macht, muss man den Drang haben, Grenzen zu verschieben. Etwas zu können, was Mut und Überwindung erfordert, war und ist noch heute wichtig für mich.

Für super Techniker ist es schwieriger geworden, in den Abfahrten eine Differenz zu machen

An der Weltspitze hat sich das Niveau fahrtechnisch in den letzten Jahren angeglichen, die Top 20-30 fahren alle auf einem sehr hohen Niveau. Die Technik war zwar immer wichtig, aber sehr lange wurde im Training vor allem in die Physis investiert. Die Fahrtechnik wurde mehr beiläufig geschult. Heute sieht das anders aus. Bei den Weltcuprennen haben viele Teams eigene Techniktrainier mit dabei. Für super Techniker ist es dadurch schwieriger, in den Abfahrten eine Differenz zu machen. Wenn man vor zehn Jahren auf einer Strecke einen Sprung von einem Meter hatte, war das für einige bereits eine grosse Herausforderung. Heute fahren Juniorinnen Sprünge, bei denen man vier bis fünf Meter weit springen muss, damit man nicht im Graben landet. Klar, bei solchen Passagen gibt es heute auch B-Lines, aber gerade jüngst bei der WM in Glasgow war es eindrücklich zu sehen, wie gut heutige Junioren und Juniorinnen ihr Bike beherrschen.

Unterschiede bestehen heute vor allem beim Speed, mit dem man unterwegs ist. An die perfekte Linienwahl und das Tempo muss man sich jeweils herantasten. Bei der Streckenbesichtigung fahre ich beim ersten Mal den Kurs einfach dosiert ab, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Zuerst überall stoppen und die Passage zu Fuss besichtigen, mache ich aber nicht oder nur selten. Wenn ich im Engadin einen Trail runterfahre, schaue ich den ja auch nicht vorher an, sondern entscheide spontan, was wann angezeigt ist.

Bei den Rennen gibt es eigentlich keine unfahrbaren Passagen, sondern höchstens leichtere und schwierigere Linien. Wenn bei der Besichtigung plötzlich 20 Fahrer an einer Stelle stehen, halte ich auch an, um zu schauen, was da speziell ist. Oft schaukelt sich eine Angst im Kollektiv etwas hoch und relativiert sich dann schnell wieder, wenn man sich an die Stelle herantastet. Die WM-Strecke beispielsweise war technisch einfach.

Ich bevorzuge Enduro gegenüber Balancetraining

Wenn es um die perfekte Linienwahl geht, beobachte ich viel. Und im Winter fahre ich regelmässig mit dem Enduro-Bike. So lerne ich bei hohen Geschwindigkeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen, das kann ich dann auch aufs Cross-Country-Bike übertragen. Nach wie vor baue ich spezielle Sachen selber und orientiere mich dabei an den Anforderungen, die ich auf den Weltcupstrecken antreffe. Heute hat es bei den Rennen häufig verblockte Passagen drin, bei denen ein ständiges Anpassen der Gewichtsverteilung von vorne nach hinten und umgekehrt nötig ist. Solche Passagen baue ich nach und übe sie. Auch auf den Pumptrack gehe ich ab und zu. Effizientes Wellenfahren ist bei jedem Rennen gefragt und spart Energie, wenn man es kann. Im Training kann es auch bergauf gut sein, dass mich der Ehrgeiz packt, wenn ich eine schwierige Stelle nicht auf Anhieb schaffe. Dann fahre ich sie so oft, bis es klappt.

Mit alternativen Trainingsmethoden wie Balancetraining oder Übungen mit Koordinationsaufgaben hingegen habe ich es weniger. Ich sehe bei solchen Sachen die konkrete Verbindung und Umsetzung nicht, da bevorzuge ich die Praxis direkt auf den Strecken. Oder versuche verwandte Sportarten miteinzubeziehen wie beispielsweise Motocross.

Ich freu mich schon jetzt auf den Herbst und darauf, wieder Sachen bauen und üben zu können. Das ist neben dem Ausdauertraining immer auch gut für den Kopf und die Motivation. Zudem bin ich überzeugt, dass ich technisch immer noch besser werden kann und nie ausgelernt habe.

Der nächste Trail Talk erscheint am 27. Oktober im Fit for Life!

Vital Albin gewinnt die Gesamtwertung des Swiss Bike Cups

Zum zweiten Mal in Serie konnte Vital Albin die Gesamtwertung des CIC ON Swiss Bike Cup, der traditionellen Schweizer Rennserie, für sich entscheiden. Albin reichte ein vierter Platz beim Schlussrennen in Gstaad um sich überlegen das rote Trikot des Gesamtsiegers überzustreifen. Alessandra Keller bestritt gleichzeitig den Testevent für die Olympischen Spiele in Paris und sammelte wertvolle Erfahrungen im Hinblick auf das grosse Ziel im nächsten Jahr.

Das Rennen in Gstaad wurde extrem schnell gestartet. Filippo Colombo, Marcel Guerrini (beide Sui) und der deutsche Meister Maximilian Brandl setzte sich schon in der ersten Runde ab. Vital Albin verpasste diesen Postabgang in der Startphase. Als er sich drauf und dran machte, die Lücke zu schliessen, unterlief ihm in einer Abfahrt ein Fahrfehler; Albin erwischte einen spitzen Stein auf dem Hinterrad und musste in die Techzone.

«Belohnung für Konstanz und gute Resultate»

Der Kampf um den Tagessieg war damit bereits verloren. Doch Albin setzte zur Aufholjagd an und fuhr vom achten Zwischenrang noch auf den vierten Podestplatz vor. Damit gewann der 25-jährige Bündner überlegen zum zweiten Mal die Gesamtwertung des Swiss Bike Cup. «Ich freue mich, dass  mir trotz dem selbst verursachten Defekt die Titelverteidigung in der Gesamtwertung geglückt ist. Das Overall einer Serie zu gewinnen, ist immer eine schöne Belohnung für die Konstanz und die guten Resultate über eine ganze Saison», resümierte Albin zufrieden nach der Siegerehrung.

Keller macht wichtige Erfahrungen in Paris

Alessandra Keller hat währenddessen den Testevent für die Olympischen Sommerspiele in Paris bestritten. Die aktuell dreifache Schweizer Meisterin im Radquer, Short Track und Cross Country startete optimal und lag mit Loana Lecomte (Fra) in Führung. Dies, bis die Französin im engen Zweikampf Alessandra Keller am höchsten Punkt der Strecke in die Balustrade beförderte. Keller stürzte, beschädigte sich den Wechsler und als Folge davon hatte sie anschliessend Probleme in einem Uphillrockgarden und fuhr sich einen platten Reifen ein – kurz nach der Techzone. Das Rennen um einen Spitzenplatz war damit für Keller zu Ende.

Dennoch zog die Nidwaldnerin ein äusserst positives Fazit: «Ich habe viele Informationen gesammelt, konnte die Strecke genau anschauen und kann vieles für die kommenden Monate und die Vorbereitung bis Paris mitnehmen.»

Fokus auf Übersee für Flückiger und Forster

Mathias Flückiger und Lars Forster verzichteten auf den Testevent, weil sie nach einem intensiven Sommerblock nochmals Kräfte tanken und sich perfekt auf die zwei abschliessenden Weltcups der Saison in den USA und Kanada vorbereiten wollten.

Resultate CIC ON Swiss Bike Cup Gstaad

Gesamtklassement CIC ON Swiss Bike Cup 2023

Photo: Swiss Bike Cup / Armin Küstenbrück

Wiedmann sorgt mit Podium für Highlight

Luke Wiedmann sorgt mit seinem fünften Rang für das Highlight in den Cross Country-Rennen vom Sonntag. In den Elite Kategorien können weder Alessandra Keller noch die Herren an die Leistungen der vergangenen Wochenenden anknüpfen. Teamchef Ralph Näf zieht dennoch kein negatives Fazit aus den Rennen im französischen Les Gets..

Bereits morgens um neun Uhr startete das jüngste Teammitglied, Luke Wiedmann zum Rennen der U23-Kategorie. Schon zu diesem Zeitpunkt herrschten hohe Temperaturen vor, welche sich im Laufe des Tages noch steigern sollten. Der Solothurner Wiedmann kam mit den fordernden äusseren Bedingungen gut zurecht und zeigte ein animiertes Rennen, welches er schlussendlich auf dem hervorragenden fünften Platz abschloss. Wie bereits am Freitag klassierte er sich als bester Schweizer in der Rangliste.

«Bin sehr zufrieden mit meinem Rennen», gibt der erschöpfte Wiedmann zu Protokoll

In den Elite Kategorien schreiben für einmal andere Fahrerinnen und Fahrer die Schlagzeilen. Zwar kämpft sich Mathias Flückiger in den letzten beiden Runden noch auf den neunten Platz vor, aber aus der letzten Vergangenheit ist man sich an Siege und Podestplätze von Thömus maxon gewöhnt. Für Teamchef Ralph Näf ist ein solches Wochenende aber kein Grund nervös zu werden. «That’s racing», sagt er trocken.

Für Ralph Näf gehören auch solche Wochenenden zum Geschäft

«Wir blicken auf enorm erfolgreiche Wochen zurück und heute haben unsere Trümpfe für einmal nicht wie gewohnt gestochen. Dennoch reisen wir mit einem Podest für Alessandra Keller, einem Podium für Luke Wiedmann und einem Top Ten-Resultat für Mathias Flückiger von hier ab. Wir dürfen nicht vergessen: Unsere Fahrer sind keine Maschinen und an der Weltspitze sind es Kleinigkeiten, die über Sieg und «Niederlage» entscheiden. Heute haben andere gewonnen, aber Thömus maxon ist ein starkes Kollektiv und wir werden bald wieder an unser gewohntes Leistungsniveau anknüpfen können.», gibt sich Ralph Näf kämpferisch.

Das Rennen der Frauen wurde von Mona Mitterwallner (AUT), vor Pieterse (NED) und Ferrand Prevot (FR) gewonnen. Alessandra Keller kommt auf Platz 13 ins Ziel. Auf den ersten drei Plätzen der Herren stehen Koretzky (FRA), Schurter (CH) und Dascalu (ROM). Flückiger wird Neunter, Albin 13. und Forster 40. Die finalen Rennen der Weltcup-Saison gehen Ende September, respektive Anfang Oktober in Snowshoe (USA) und Mont-Sainte-Ann (CAN) über die Bühne.

Resultate XCO Les Gets

Podestplatz im XCC-Rennen von Les Gets für Alessandra Keller

Das Team von Thömus maxon ist mit einem Podestplatz von Alessandra Keller und zwei Top Ten Resultate bei den Herren ins drittletzte Welt Cup-Wochenende gestartet. Die langen Geraden und der trockene Untergrund haben für spannende und knappe Rennen gesorgt.

Weltcup Leaderin Alessandra Keller gehörte im freitäglichen XCC-Rennen bis zur zweitletzten Runde die grosse Animatorin des Rennens über 20 Minuten. Sie war immer in den vordersten Positionen anzutreffen und hat sich auch vor Führungsarbeit nicht gescheut. Lange konnte sie um den Sieg mitfahren. Bis sie in der zweitletzten Runde auf dem staubtrockenen Boden einen Rutscher am Hinterrad produzierte und in der Folge eine Loch zur späteren Siegerin, Puck Pieterse (NED) wieder zufahren musste. Dieser Effort kostete sie wohl die entscheidenden Körner um auf der Zielgeraden um den Sieg mitsprinten zu können. Mit dem dritten Platz zeigt sich Keller aber zufrieden. «Ich hatte nicht die besten Beine heute, aber ich konnte weitere wichtige Punkte für die Gesamtwertung sammeln», resümiert die Nidwaldnerin im Ziel.

Keller trotz Rückstand in der Gesamtwertung nach wie vor in Schlagdistanz

Gewonnen wurde das Rennen der Frauen von Pieterse, vor Richards (GB) und Alessandra Keller. In der Weltcup Zwischenwertung musste sie das Leadertrikot an die junge Niederländerin abtreten. Mit dem kleinen Rückstand von 30 Punkten auf die heutige Siegerin ist Keller aber zwei Rennen vor Saisonende nach wie vor in Schlagdistanz.

Kein Exploit bei den Herren

Das Rennen der Herren verlief für einmal ohne Exploit. Flückiger, Forster und Albin fuhren nicht um den Sieg mit. Mathias Flückiger «versteckte sich» über weite Strecken klug im Feld, um maximal vom Windschatten der anderen Fahrer zu profitieren. Er riskierte auch mehr als einmal einen beherzten Antritt um die Spitzengruppe zu sprengen, wurde aber schlussendlich nicht für seine Fahrweise belohnt. Schlussendlich resultierte ein solides Teamresultat mit Lars Forster als Neunten, Vital Albin als Zehnten und Flückiger auf dem zwölften Platz. Somit starten am Sonntag beim XCO Rennen aus der zweiten Startreihe. Das Siegerpodest lautet: Koretzky (FR), vor Sarrou (FR) und Disziplinenleader Schwarzbauer (DE).

Luke Wiedmann startet bereits am Donnerstag in der U23-Kategorie. Er fuhr als bester Schweizer auf Rang vier.

Resultate XCC Les Gets

Thömus maxon dominiert die Weltrangliste

Das gab es noch nie! Das Schweizer MTB-Team Thömus maxon stellt sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern die aktuelle Nummer 1 in der Weltrangliste. Seit Dienstag, 5. September, stehen Alessandra Keller und Lars Forster zuoberst im Ranking des internationalen Mountainbikesports.

Bei den Männern, gibt’s mit Mathias Flückiger als Zweitplatzierten, gar eine Doppelführung für die Schweizer Equipe. In der Teamwertung klettert Thömus maxon auch weiter nach vorne – auf den 2. Platz.

Alessandra Keller ist seit letzter Woche wieder zurück auf der Spitzenposition in der Weltrangliste. Diese Führung hatte die 27-Jährige vor rund einem Jahr, am 6. September 2022, übernommen. Vor rund einem Monat, anfangs August, setzte dich die Französin Pauline Ferrand-Prévot vorübergehend auf Position 1. Doch diese Führung holte sich Keller letzte Woche, nach nur einem Monat, wieder zurück.

Alessandra Keller:

«Für mich ist dies eine mega grosse eine Belohnung. Es ist die höchste Auszeichnung, die man erreichen kann. Denn es bedeutet eine Bestätigung der Leistung und der Konstanz über ein ganzes Jahr. Nach der super Saison 2022, dies auch in diesem Jahr wiederholen zu können, macht mich stolz. Die Weltnummer 1 zu werden, ist das eine. Diese Leistung zu bestätigen, das andere.»

Während Alessandra Keller bald schon ihre fünfzigste Woche als Weltnummer 1 antritt, erreicht Lars Forster, der Neuzugang beim Thömus maxon in dieser Saison, diese Position in dieser Woche zum ersten Mal in seiner Karriere. Direkt dahinter hat sich Mathias Flückiger mit grossen Schritten wieder der Spitzen genähert und belegt aktuell Platz 2.   

Lars Forster:

«Ich freue mich extrem. Es gibt mir eine grosse Wertschätzung und eine Zufriedenheit, dass ich seit langer Zeit Resultate liefern und meine Höchstleistung abrufen kann. In diesem Jahr gab es grosse Veränderungen mit dem neuen Team. Aktuell passen die vielen Puzzleteile perfekt zusammen. Ich verspüre deswegen nun nicht mehr Druck, sondern geniesse es einfach, mindestens bis zum nächsten Dienstag, wenn das neue Ranking veröffentlich wird.»

Mit den ausgezeichneten Leistungen von Alessandra Keller, Lars Forster, Mathias Flückiger und Vital Albin kletterte Thömus maxon auch im Teamranking weit nach oben. Das Schweizer Team, geleitet vom ehemaligen Welt- und Europameister Ralph Näf, setzt gegen die grossen international aufgestellten Teams neue Massstäbe. In der Teamwertung belegt Thömus maxon nun erstmals den 2. Platz.

Ralph Näf, Teamchef:

«Für uns ist es ein sehr spezieller Moment, beide Klassemente anzuführen – gar mit einer Doppelführung bei den Männern. Wir sind ein Schweizer Team, mit Schweizer Staff und Schweizer Sponsoren. Es steckt langjährige Aufbauarbeit dahinter, denn wir kaufen jeweils nicht einfach die besten Fahrer und Fahrerinnen auf dem Markt. Für mich ist es aber auch eine Bestätigung unserer Saisonplanung. Für Alessandra und Lars bedeutet es grosses Prestige, die Weltnummer 1 zu sein. Wer dort steht, muss immer gute und konstante Resultate abliefern. Das zeichnet unsere Fahrer aus. Wir sind stolz, aktuell gleich drei davon zu haben.»  

Heimsieg für Flückiger – Keller sorgt für Doppelschlag

Mathias Flückiger hat eine Woche nach seinem Weltcupsieg in Andorra nachgedoppelt und sein Heimrennen in Huttwil gewonnen. Gleichzeitig gewann auch Alessandra Keller des Finalrennen der ÖKK Bike Revolution.

Nach einem eher verhaltenen Start konnte sich Mathias Flückiger vom 7. Platz stetig weiter nach vorne arbeiten. In der dritten Runde übernahm der Schweizer Meister die Spitzen und gewann letztendlich mit zwanzig Sekunden Vorsprung souverän vor Joel Roth (Sui) und dem Letten Martins Blums.

«Der Sieg bei meinem Heimrennen bedeutet mir extrem viel. Zu Hause vor einem fantastischen Publikum zu gewinnen, ist etwas ganz besonderes», zeigte sich Flückiger im Ziel äusserst glücklich.

Keller mit elftem Saisonsieg und Gesamtsieg
Bei den Frauen gewann Alessandra Keller bereits zum elften Mal in dieser Saison. Noch vor Rennhälfte setzte sich die Nidwaldnerin von Kate Courtney, ihrer letzten Begleiterin, ab und gewann überlegen. Damit holte sich Keller auch den Sieg in der Gesamtwertung der ÖKK Bike Revolution.

Forster vor Albin und Flückiger
Bei den Männern gab es in der Gesamtwertung der ÖKK Bike Revolution gleich einen dreifachen Sieg für Thömus maxon. Lars Forster gewann die Gesamtwertung vor Vital Albin und Mathias Flückiger.

Resultate ÖKK Bike Revolution Huttwil

Flückiger steht wieder ganz oben – Keller grossartige Zweite

Nach mehr als einem Jahr steht Mathias Flückiger wieder zuoberst auf dem Weltcuppodest! Beim fünften Weltcuplauf der Saison in Andorra holt sich der Schweizer Meister seinen insgesamt zehnten Weltcupsieg. Alessandra Keller steigt auf den zweiten Podestplatz und sorgt mit ihrer beeindruckenden Leistung für das zweitbeste Karriereresultat an einem XCO-Weltcup. Mit Lars Forster (6.), Luke Wiedmann (8.) und Vital Albin (10.) gelingt ein fantastisches Teamresultat für Thömus maxon.

Von Anfang an war es offensichtlich, dass Mathias Flückiger äusserst motiviert und selbstbewusst ins Rennen ging. Bereits in der zweiten Runde übernahm er die Spitze und baute Runde für Runde seinen Vorsprung aus. Bis zwei Runden vor Schluss der Franzose Thomas Griot immer mehr Boden gut machen konnte und eine Runde vor Schluss bis auf zehn Sekunden an Flückiger rankam.

«Wieder zu gewinnen, fühlt sich grossartig an»

Flückiger musst sich den Sieg hart erkämpfen: «Mein Ziel war heute, so fest ans Limit zu gehen, wie nur möglich. Ich glaube, das ist mir gelungen. Ich bin froh, dass ich gut damit umgehen konnte, als Griot sehr viel Druck auf mich ausübte. Ich habe mich einfach auf mich konzentriert», analysierte Flückiger im Ziel total erschöpft und fügte an: «Vor etwas mehr als einem Jahr gewann ich mein letztes Weltcuprennen hier in Andorra, im Short Track. Danach bekam ich Covid und was anschliessend passierte, wissen ja alle. Es fühlt sich einfach gut an zurück zu sein, einfach Rennen fahren zu können. Ein Weltcup zu gewinnen, ist einfach grossartig», liess Flückiger seinen Emotionen freie Lauf.

Zweitbestes XCO-Weltcupresultat für Keller

Bei den Frauen startete Alessandra Keller gut und konnte sich noch vor Rennhälfte von der Führenden Pauline Ferrand-Prévot absetzen. Doch dann kam von hinten Mona Mitterwallner, welche im zweitletzten Umgang zu Alessandra Keller aufschloss und der Nidwaldnerin im Kampf um den Sieg letztendlich keine Chancen liess. Obwohl es nicht zum zweiten Sieg innerhalb 48 Stunden reichte, zeigte sich Alessandra Keller im Ziel zufrieden: «Ich bin sehr stolz hier in Andorra Erste und Zweite zu werden. Heute war ich nahe am Sieg, doch am Ende hatte ich extrem kalt und Mona war in den letzten beiden Runden ein bisschen stärker als ich.» Der zweite Platz war das zweitbeste Karriereresultat in einem XCO-Weltcup von Alessandra Keller.

Alle Fahrer in den Top 10

Herausragend waren nicht nur die Leistungen von Mathias Flückiger und Alessandra Keller, sondern die Performance des ganzen Team Thömus maxon. Lars Forster arbeitet sich von einem Platz ausserhalb der besten 15 Position um Position nach vorne und verpasste am Ende als Sechster das Podest nur um sechs Sekunden. Vital Albin zeigte sich lange in der Verfolgergruppe hinter Flückiger äusserst aktiv und präsent. Albin gelang es, sein Tempo über alle sieben Runden durchzuziehen und sich als starker Zehnter zu platzieren. Bereits am Vormittag bestritt U23-Fahrer Luke Wiedmann sein Rennen und fuhr als Achter ebenfalls in die Top 10.

Teamchef Ralph Näf zeigte sich überwältigt: «Das ist wohl das beste Weltcupweekend der Teamgeschichte. Alle fünf Fahrerinnen und Fahrer in den Top 10 – Wahnsinn!»

Resultate XCO Andorra

Keller startet mit Sieg ins Weltcup Wochenende

Nach einem animierten Frauenrennen fand ein nicht minder spannendes Herrenrennen statt. Während Alessandra Keller einen Sieg einfahren konnte, war für Mathias Flückiger das Rennen eine halbe Runde zu lang, um es aufs Podest zu schaffen.

Alessandra Keller fuhr in der Höhenlage von Andorra von Anfang an an der Spitze des Feldes und kontrollierte die Geschehnisse. Sie entledigte sich auf der Zielgeraden der zweitletzten Runde vom Grossteil ihrer Gegnerinnen. Nur die Britin Evie Richards konnte dem trockenen Antritt der Nidwaldnerin folgen und wurde hinter der brillianten Thömus maxon Fahrerin Zweite. Die junge Niederländerin, Puck Pieterse sicherte sich den dritten Rang. Im Ziel gab Keller zu Protokoll, dass heute alle Puzzleteile gepasst hätten. «An jedem Wochenende hast du zwei Chancen und wenn du bereits am Freitag gewinnen kannst, dann ist eigentlich schon alles perfekt.» Mit diesem Sieg übernahm sie die Führung in der XCC-Gesamtwertung.

Flückigers Anstrengungen nicht vollumfänglich belohnt

Bei den Herren standen gleich zwei Fahrer von Thömus maxon in der ersten Startreihe. Während Lars Forster nicht bis zum Schluss um die Spitzenplatzierungen mitfahren konnte, war Mathias Flückiger einer der Animatoren des XCC-Rennens in Andorra. Mehrfach versuchte er die Konkurrenz mit kurzen Antritten zu distanzieren. Schlussendlich musste er seinem Effort Tribut zollen und seine Mitstreiter in der zweiten Hälfte der letzten Runde ziehen lassen. Dennoch konnte er sich den guten fünften Rang sichern. Gewonnen wurde das Rennen von Schwarzbauer (DE), vor Schurter und Sarrou (FR). Die weiteren Fahrer von Thömus maxon platzierten sich auf dem elften Rang (Forster) und auf Platz 23 (Albin).

Wiedmann bereits am Donnerstag im Einsatz

Wie immer fanden die Shorttrack-Rennen der U23-Kategorien bereits am Donnerstag statt. Luke Wiedmann konnte sich auf dem soliden vierten Rang platzieren.

Resultate XCC Andorra

Neunter Saisonsieg von Alessandra Keller in Basel

Schweizer Meisterin Alessandra Keller hat sich kurzfristig zu einem Start beim sechsten Lauf des CIC ON Swiss Bike Cup am Bikefestival Basel entschieden. Ganz nach dem Motto «Sie kam, sah und siegte» holte sich die 27-Jährige beim HC-Rennen einen souveränen Sieg – den neunten in dieser Saison.

Das Rennen auf dem Muttenzer Schänzli entwickelte sich bei den Frauen zu einem Ausscheidungsrennen. Die Spitzengruppe verkleinerte sich stetig. Bei Rennhälfte verschärfte Alessandra Keller das Tempo am Anstieg und nur noch Olympiasiegerin Jolanda Neff konnte folgen. Fortan bestritt das Duo dieses Rennen gemeinsam an der Spitze.

In der zweitletzten Runde verschärfte die WM-Fünfte das Tempo am einzigen Anstieg und konnte Neff leicht distanzieren. Doch es kam nochmals zum Zusammenschluss, ehe Keller in der Schlussrunde noch vehementer angriff und sich deutlich von ihrer letzten Konkurrentin absetzen konnte. Mit 16 Sekunden Vorsprung liess sich Alessandra Keller vom Publikum als Siegerin feiern. Jolanda Neff wurde Zweite, Linda Indergand Dritte.

Sieg stimmt positiv für die anstehenden Weltcups

«Ich wollte mir schnelle Beine holen und mich auf dem sehr taktischen Kurs in Muttenz persönlich weiterentwickeln. Dass ich dabei auch das Rennen gewinnen konnte, freut mich sehr. Es stimmt mich auch zuversichtlich für den zweiten Teil des Weltcups», fasste Keller nach dem Rennen zusammen. Für Alessandra Keller war es der neunte Saisonsieg – fürs Team Thömus maxon bereits der 18. Erfolg im Jahr 2023.

Kein Rennglück für Wiedmann

Weniger Glück hatte U23-Fahrer Luke Wiedmann, der sich in der Startrunde direkt hinter einem heftigen Massensturz befand und so wertvolle Zeit und Positionen in der Startphase verlor. Dieses Handicap konnte Wiedmann nicht mehr wettmachen. Am Ende führ der junge Solothurner auf Platz 27.

Resultate CIC ON Swiss Bike Cup Basel

In Andorra steht am kommenden Weekend der fünfte Weltcup der Saison auf dem Programm.

Do, 25.8.2023: Short Track U23 mit Luke Wiedmann

Fr, 26.8.2023: Short Track Elite mit Alessandra Keller, Lars Forster, Mathias Flückiger, Vital Albin

Sonntag, 28.8.2023: Cross Country Elite & U23 mit Alessandra Keller, Lars Forster, Mathias Flückiger, Vital Albin und Luke Wiedmann

Trail Talk #4 mit Math Flückiger

«Ich bin für ein Miteinander»

In meiner Fit-for-Life-Kolumne spreche ich über die Entwicklung des Mountainbike-Sports. Viel Spass beim Lesen!

Mein erstes Weltcuprennen bei der Elite bin ich – damals noch als U-23-Sportler – 2007 in Houffalize gefahren, also vor mittlerweile 16 Jahren. Seither hat sich einiges getan in unserem Sport.

Know-how der Trailbauer
Ein wichtiger Unterschied sind die Strecken. In meinen Anfängen kannte man noch keine «Rockgarden & Co.». Die Strecken wurden damals zwar bereits präpariert, aber nicht speziell gebaut. So hatte jede Destination ihre eigene Charakteristik. Das habe ich sehr geschätzt. Heute sind die Strecken weniger individuell, sondern haben sich durch die vielen ähnlich konstruierten Passagen angeglichen.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen gebaute Strecken, doch nicht immer ist der Sinn einzelner Abschnitte ersichtlich. Wenn ein Rockgarden nur gerade fünf Meter lang fürs Fernsehen gebaut wird, bringt er nichts. Technische Passagen selektionieren erst dann – und das ist ja eigentlich der Sinn der Sache – wenn sie lange genug sind. Und flowige Passagen sollten auch wirklich flowig sein, was mit den passenden Kurvenradien gar nicht so einfach zu bewerkstelligen ist. Gute Trailbauer müssen viel Know-how vom Bikesport haben.

Ich finde, dass Mountainbikerennen technisch schwierig und konditionell hart sein müssen, damit am Schluss auch wirklich der gesamthaft stärkste Fahrer gewinnt. Als 2020 beim Weltcuprennen in Nove Mesto die Strecke auf rund eine Stunde Fahrzeit verkürzt wurde und kaum mehr selektive Passagen vorhanden waren, lagen in der letzten Runde noch 20 Fahrer dicht beieinander. Da fragte ich mich schon, ob das nun die neue Stossrichtung moderner Strecken sein sollte, zumal wir ja seit 2018 mit den Short-Track-Rennen genau diese Charakteristik abdecken. Doch zum Glück war das damals nur in Nove Mesto so. Die aktuelle Dauer eines Cross-Country-Rennens von rund 75-90 Minuten ist gut. Und sie sollte beibehalten werden, kürzer wäre schade.

Entwicklung des Materials
Ein zweiter wesentlicher Unterschied zu früher betrifft das Material. Am meisten getan hat sich bei der Federung und bei den Reifen. Bei meinem Weltcupeinstieg war ich noch mit einem Hardtail unterwegs und kleinen 26-Zoll-Rädern. Damals galt die Devise, mit einem möglichst leichten Bike gut bergauf fahren zu können. Heute ist Fullsuspension Standard und auch bei den Reifen hat sich enorm viel getan. Sie haben mit 29-Zoll-Rädern viel mehr Durchmesser als früher und werden zudem wesentlich breiter und mit weniger Luftdruck gefahren.  Der Grund: Man hat gemerkt, dass ein gutes Rollverhalten entscheidend ist und weniger das Gewicht. Mein WM-Bike 2007 war mit 7,8 Kilo rund drei Kilo leichter als mein jetziges Bike. Trotz Mehrgewicht klettern heutige Bikes ebenso gut, sind bergab aber deutlich schneller und komfortabler. Ich würde schätzen, dass ich mit meinem Bike von 2007 heute nicht mehr in die Top 50 fahren könnte, so stark hat sich das Material entwickelt.

Und die Entwicklung wird weitergehen. Potenzial sehe ich bei Details wie beispielsweise bei der Ergonomie des Handlings. Beim Weltcup in Lenzerheide gab es Situationen, wo man innerhalb von fünf Sekunden dreimal die Dämpfungseigenschaften verändern und gleichzeitig noch die Sattelhöhe verstellen musste. Da kann die leichte Ansteuerung der einzelnen Elemente entscheidend sein. Ich bin sicher, dass die Elektronik diesbezüglich noch weit mehr Einzug halten wird und noch lange nicht ausgereizt ist.

Gerade wegen solcher Details ist es mir wichtig, dass ich Input geben kann. Das ist ein entscheidender Grund, weshalb ich seit Jahren mit den gleichen Firmen wie Thömus, DT Swiss, Selle Italia oder Schwalbe zusammenarbeite. Bald kommt ein neuer Reifen von Schwalbe auf den Markt, bei dem ich stark mitgewirkt habe.

Begeisterung für den Mountainbikesport
Was sich im Vergleich zu meinen Anfangszeiten ebenfalls verändert hat, ist die Bedeutung, die der Mountainbikesport heute geniesst. Unsere Sportart ist gewachsen, die Aussenwahrnehmung und auch die Publikumsresonanz sind viel grösser als früher. Gleichzeitig ist auch der Hobbysport in allen Bereichen gewachsen. Auch da waren vor 15 Jahren gebaute Trails kaum ein Thema. Heute sind Biker für zahlreiche Tourismusregionen wichtige Kunden.

Dass meine Sportart wächst und die Menschen begeistert, freut mich. Denn grundsätzlich kann man sicher sagen: Je mehr Velos unterwegs sind, umso besser für eine Gesellschaft und den Fussabdruck derselben. Velofahren kann man in der Schweiz überall von zuhause aus und es braucht keine neue und aufwändige Infrastruktur. Die meisten Trails könnte man gut mit dem natürlichen Material bauen, welches dort vorhanden ist. Da muss man sicher aufpassen, dass nicht übertrieben wird.

Toleranz von allen Seiten
Gerade wegen des Booms und vor allem auch mit dem grossen Aufschwung der E-Bikes befindet sich der Mountainbikesport aktuell in einer heiklen Phase. Denn wo ein Boom ist, kommt es kurzfristig zu einem Dichtestress. Und das wiederum führt zu Konflikten. Interessanterweise aktuell nicht nur zu Konflikten zwischen Wanderern und Bikern, sondern auch zwischen Bikern und E-Bikern.

Ich finde E-Bikes grundsätzlich eine gute Sache. Sie haben den Bike-Kuchen nicht neu aufgeteilt, sondern deutlich erweitert, was für die Branche ein Segen ist. Dadurch sind viele Menschen neu zum Velofahren gekommen, die bislang nichts damit am Hut hatten.

Auch ich nutze gelegentlich mit meinem Thömus Ligthrider E Ultimate ein E-Bike, beispielsweise wenn ich nach einem harten Intervalltraining auf der Strasse am Nachmittag noch ein lockeres Training auf einen Berg machen möchte. Mit dem E-Bike kann ich die Natur geniessen und gleichzeitig Pulsfrequenz sowie Wattleistung gezielt dosieren, man fährt zudem nicht ständig in zu grossen Gängen wie auf dem «Bio-Bike».

Dass viele neue E-Biker noch nicht so gut velofahren können und oft auch das Tempo und die Wucht ihres E-Bikes unterschätzen, ist nachvollziehbar. Aber ich bin überzeugt, dass sich das in den nächsten Jahren anpasst und Mountainbiking für die Tourismusregionen noch wichtiger werden wird. Viele Destinationen setzten lange nur auf den Winter. Doch diese werden immer kürzer und die Sommer länger, der Bikesport als Freizeitbeschäftigung wird daher sicher noch einmal zulegen.

Wenn der gleiche Raum von mehr Leuten beansprucht wird, muss man etwas Raum abgeben und es hilft schlussendlich nur eins: Toleranz! Und zwar Toleranz von allen Seiten, also sowohl von Bikern wie Wanderern. Aktuell muss der Biker oft vorschnell als Sündenbock herhalten.

Ich bin nicht dafür, dass man rigoros alles entflechtet und trennt. Gewiss, an manchen Orten ist das unumgänglich und sinnvoll, aber ich bin für ein Miteinander. Wenn alle rücksichtsvoll sind, haben auch alle Platz.

Der nächste Trail Talk erscheint am 21. September im Fit for Life!

Ausgezeichneter fünfter WM-Rang für Alessandra Keller

Nur wenig fehlte und Alessandra Keller hätte an den Elite-Weltmeisterschaften im Cross Country eine Medaillen gewonnen. Nach einem fantastischen Kampf um Bronze musste sich die Nidwaldnerin jedoch mit dem fünften Platz zufriedengeben. Bei den Männern holte sich Lars Forster als bester des Thömus-maxon-Trios einen starken 8. Rang – trotz einem Defekt.

Für Alessandra Keller lief es vom Start weg nach Plan. Die Schweizer Meisterin zeigte sich sofort an der Spitze des Rennens. Schon bald war klar, dass die beiden Französinnen Ferand-Prévot und Lecomte eine Klasse für sich sind und den Titel unter sich ausmachen werden. Dahinter entwickelte sich jedoch ein spannender Kampf um Bronze – mit dabei Alessandra Keller.

Zusammen mit Puck Pieterse (Ned) und Evie Richards (Gbr) duellierte sich die 27-Jährige um den Bronzeplatz. Nach Rennhälfte setzte sich Keller gar kurz von den beiden ab, doch Pieterse kam zurück, später auch noch die Österreicherin Mitterwallner. In den letzten beiden Runden kämpfte Keller grossartig gegen die beiden «Leichtgewichte», musste sich jedoch im Kampf um Bronze geschlagen geben.

«Alles abgerufen, was heute möglich war»

Als WM-Fünfte im Ziel zog Keller dennoch ein positives Fazit: «Das Rennen war von Anfang an extrem schnell und umkämpft. Das Niveau ist aktuell sehr hoch. Ich habe alles abgerufen, was heute möglich war. Deshalb bin mit meiner persönlichen Leistung zufrieden.»

Beim Rennen der Herren erwischten Lars Forster und Vital Albin einen guten Start während Mathias Flückiger auf den ersten Metern zurückfiel. Anschliessend blieb der Schweizer Meister im grossen Startgerangel hängen und fiel weit zurück. Forster reihte sich sogleich um die zehnte Position ein, nur wenig dahinter Albin. Flückiger kam gerade mal auf dem 53. Rang von der Startschlaufe zurück – ein (zu) grosses Handicap.

Während Flückiger Runde für Runde Positionen gutmachte und dabei in der dritten und vierten Runde auch die schnellste Rundenzeit fuhr, erlitt Forster kurz vor Rennhälfte einen Defekt. Von Position 8 fiel der zweifache Europameister auf Rang 22 zurück. Doch Forster liess sich nicht entmutigen und kämpfte genauso wie Albin und Flückiger bis zur letzten Runde.

«Vielleicht wäre ich im Kampf um die Medaillen dabei gewesen»

Der 30-jährige Forster schaffte es dank seiner ausgezeichneten Form und Moral die Ziellinie als Achter zu überqueren. Nur wenig dahinter folgten Flückiger und Albin, welcher ein äusserst konstantes Rennen fuhr, auf den Plätzen 12 und 14. «Mit meiner Leistung bin ich happy. Es war ein super Tag; ich hatte super Beine. Es ist aber sehr schade, dass ich durch den Defekt zurückgeworfen wurde, denn sonst wäre ich vielleicht im Kampf um die Medaillen dabei gewesen,» analysierte Forster kurz nach der Zieleinfahrt. Die Goldmedaille gewannen Pauline Ferand-Prévot (Fra) und Tom Pidcock (Gbr).

U23-Silber für Ginia Caluori

Am Freitag sorgte Ginia Caluori vom Thömus akros Youngstars Team für ein glänzendes Resultat. Die Bündnerin gewann im U23-Rennen eine grossartige Silbermedaille. Luke Wiedmann fuhr ebenfalls stark und beendete das U23-Rennen als Zwölfter.

Für den ganz grossen Coup und ein Medaillengewinn reichte des den Fahrerinnen und Fahrern des Teams Thömus maxon an den Weltmeisterschaften in Glasgow nicht. Trotzdem überzeugte die gesamte Equipe mit einer Geschlossenheit und zeigte, dass alle perfekt vorbereitet zum Saisonhöhepunkt angetreten sind. Bereits in zwei Wochen bietet sich beim Weltcup in Andorra die Chance für die WM-Revanche.

Resultate Frauen XCO WM Glasgow

Resultate Männer XCO WM Glasgow

Alessandra Keller wird WM-Sechste

An den Weltmeisterschaften in Glasgow belegte Alessandra im Short Track den sechsten Platz. Vital Albin fährt beim Kampf ums Regenbogentrikot auf Rang 20.

Der Start ins Rennen missglückte Alessandra Keller. Aus der ersten Reihe startend rutschte die letztjährige WM-Silbermedaillengewinnerin im Short Track vom Pedal und fiel sogleich weit im Feld zurück. Keller liess sich davon nicht entmutigen und machte schnell Position um Position gut. In der vierten Runde, noch vor Rennhälfte, reihte sich die 27-Jährige in der Spitzengruppe ein.

Das Tempo war stetig hoch und Keller erhielt von der Konkurrenz keine Möglichkeit, sich einen Moment von ihrer Aufholjagd zur erholen. Doch Keller war dabei im Kampf um die Medaillen. Drei Runden vor Schluss waren es nur noch sechs Fahrerinnen, die um die Medaillen kämpften.

«Es war das Maximum»

Doch als die Schlussphase lanciert wurde, neigten sich Kellers Kräfte dem Ende zu. «Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon sehr viele Körner gebraucht. Dadurch konnte ich das Rennen nicht so bestimmen, wie ich das gerne getan hätte. Ich war ständig am Limit. Der sechste Platz war nach dem schlechten Start das Maximum, was ich rausholen konnte», blickte Alessandra Keller nach dem Rennen zurück.

Albin mit solider Vorstellung

Vital Albin zeigte im Rennen der Männer eine äusserst gute Startphase und hielt sich lange in den besten zehn Positionen auf. In den finalen Runden konnte der Bündner jedoch das Tempo der Spitzenfahrer nicht mehr mitgehen und beendete das Rennen auf dem 20. Rang. Mit dem Resultat zeigte er sich nicht zufrieden: «Klar hatte ich resultatmässig mehr erwartet als dieser 20. Rang. Dennoch nehme ich Positives aus dem Rennen mit, denn ich hatten eine sehr gute Startphase und fühlte mich in den Anstiegen stark.»

Kathrin Stirnemann Vierte auf dem E-Bike

Am Donnerstag bestritt Kathrin Stirnemann als erste Fahrerin von Thömus maxon ihr WM-Rennen. Mit ihrem Thömus-E-Bike kämpfte sich lange um die Bronzemedaille. Am Ende musste sie sich aber mit dem vierten Platz begnügen.

Resultate Frauen XCC WM Glasgow

Resultate Männer XCC WM Glasgow

Flückigers fulminante Aufholjagd endet verdient auf Podest

Im italienischen Val di Sole fanden am Sonntag die Mountainbike-Rennen über die olympische Distanz statt. Der unter staubigen Bedingungen stattfindende Weltcup endete mit dem hervorragenden zweiten Rang von Mathias Flückiger und soliden Resultaten von Keller, Forster und Wiedmann.

Mathias Flückiger setzt den Steigerungslauf innerhalb seiner Saison fort und landete am vierten Weltcuplauf auf dem zweiten Rang. Trotz seiner guten Startposition in der ersten Reihe konnte er sich am Anfang des Rennens nicht an der Spitze festsetzen und musste sich in der Folge durch einen grossen Teil des Feldes «pflügen». «Ich bin am Start nicht gut weggekommen. Danach habe ich aber die Nerven im Zaum gehalten und mich nur auf das nächste Überholmanöver konzentriert», erzählte er im Zielinterview. Er werde die kommende Rennpause jetzt nutzen, um zu analysieren und sich auf die kommenden Weltmeisterschaften vorzubereiten, gibt er weiter zu Protokoll. Gewonnen wurde das Rennen von Nino Schurter und als Dritter stellte sich Europameister Dascalu (RO) auf das Treppchen. Lars Forster klassierte sich als Neunter ebenfalls in den Top 10.

Keller zu Beginn dabei

Im Frauenrennen legte Alessandra Keller gewohnt furios los und fuhr in den vordersten Positionen mit. Die Kraft reichte nach der Erkältung aber noch nicht um das gesamte Rennen mit den weltbesten Mountainbikerinnen mitzuhalten. Die technisch anspruchsvolle Strecke forderte schlussendlich ihren Tribut. Somit kann der elfte Schlussrang als positives Resultat gewertet werden. «Sicherlich bin ich mit dem Resultat nicht ganz zufrieden, aber ich habe alles gegeben und war lange vorne mit von der Partie.», sagt Keller nach dem Rennen. Auf dem Podest standen Pieterse (NL), Berta (IT) und Henderson (AUS).

Teamchef ist zufrieden

Für Teamchef Ralph Näf war es ein erfolgreiches Wochenende. «Mathias Flückiger hat wieder einen Schritt nach vorne gemacht und Lars Forster ist zum Schluss seines intensiven Rennblockes nochmals in die Top 10 gefahren. Vital Albin ist von einer leichten Erkältung zurück und hat zu Beginn gut mitgehalten. Seine offensive Fahrweise wurde leider nicht belohnt, aber er hat alles gegeben.» Alessandra Keller sei die Woche komplett im Bett gewesen und die Performance am Freitag und heute würden ein extra Lob verdienen, fährt er fort. «Auch Luke Wiedmann ist nach einem Sturz im Rennen stark zurückgekommen und platziert sich in den ersten zehn. Wir freuen uns auf die kommende Rennpause, schauen aber schon ganz gespannt auf die zweite Saisonhälfte!»

Foto: Maxime Schmid

Resultate XCO Val di Sole

Alessandra Keller erst im Schlussspurt vom Podest verdrängt

Der Freitag steht an einem Weltcup-Wochenende traditionsgemäss im Zeichen der Shorttrack-Rennen. Und während die Damen noch im trockenen fahren konnten, duellierten sich die Herren unter regnerischen Bedingungen. Nachdem die Athleten von Thömus maxon das letzte Wochenende an unterschiedlichen Schauplätzen bestritten, trat das Team in Val di Sole wieder in Vollbesetzung an.

Alessandra Keller fuhr nach überstandener Erkältung bereits wieder an vorderster Front mit. Trotz eines Remplers in der ersten Runde führte sie in der Folge das zwischenzeitlich sogar an. In einem Rennen, welches von unzähligen Führungswechseln geprägt war, hielt sie sich taktisch klug stets in den vorderen Positionen auf und bog als Dritte auf die lange Zielgerade ein. Dort musste sie sich im Schlussspurt aber von Weltmeisterin Ferrand-Prevot überholen lassen.

«Ich bin mit der ersten Startreihe zufrieden», sagt Keller im Ziel

«Ich hatte nicht den besten Start, konnte mich danach aber nach vorne arbeiten. Klar wäre ich gerne auf dem Podest gestanden, aber ich habe alles gegeben und starte am Sonntag aus der ersten Reihe.», gibt Alessandra Keller nach dem Rennen zu Protokoll. Auf dem Podest standen somit Stigger (AUT), Pieterse (NL) und Ferrand Prevot (FR).

Kein Podestplatz aber solide Teamleistung

Auch das Rennen der Herren stand in Zeichen von steten Positionskämpfen. Während die Strecke bereits kurz nach dem Start immer schmaler wurde, entpuppte sich der darauffolgende «Rockgarden» als Nadelöhr. Hier konnten in jedem Umgang etliche Ränge gewonnen oder eben auch verloren werden. Auf der von Runde zu Runde tiefer werdenden Wiesenpassage vor Start und Ziel bot sich dann aber dafür jedes Mal die Möglichkeit allfällige Lücken wieder zu schliessen. So kam es, dass eine 15-köpfige Spitzengruppe die letzte Runde gemeinsam in Angriff nahm. In dieser Gruppe auch die drei Fahrer von Thömus maxon. Ganz vorne entschied schlussendlich der deutsche Shorttrack-Spezialist Schwarzbauer das Rennen für sich, vor Hatherly (RSA) und Dubau (FR). Mathias Flückiger erreichte den soliden achten Rang, Albin wurde 13. und Forster 14.

Luke Wiedmann fuhr sein Rennen bereits am Donnerstag. Er erreichte in der U23 Kategorie den siebten Rang.

Resultate XCC Val di Sole

Trail Talk #3 mit Math Flückiger

«Bald steht eine Pause an»«

In seiner Fit-for-Life-Kolumne spricht Mathias Flückiger über die Vorbereitung auf die WM im August. Viel Spass beim Lesen!

«Jetzt fahre ich noch den Weltcup in Val di Sole, danach ist anfangs Juli eine Pause geplant. Die Ruhetage nutze ich, um das gerissene Band im Daumen zu operieren. Danach bleiben noch knapp sechs Wochen bis zum grossen Saisonziel, der WM in Glasgow.

Die Trainingsgestaltung während der Saison ist im Mountainbikesport ein ständiges Abwägen. Nach vielen Renneinsätzen spüre ich die Erschöpfung meist nicht nur physisch, sondern auch mental. Irgendwann bin ich dann nicht mehr in der Lage, das Letzte aus mir herauszukitzeln.

Kurz runterfahren und Batterien aufladen
Wenn wie im Weltcup mit Short-Track- und Cross-Country-Rennen an den Weekends gleich zwei Wettkämpfe mit maximalem Einsatz stattfinden, bleibt während der Woche nicht mehr viel Zeit für weitere intensive Einheiten. Am Montag und Dienstag stehen meist eher längere und ruhigere Trainings an, am Mittwoch ein intensives, und am Donnerstag geht’s schon wieder an die Vorbereitung fürs Rennen am Freitag. Der gesamte Trainingsumfang ist in solchen Phasen mit wöchentlich rund 15 Stunden nicht sehr hoch. Damit kann ich die Form ein paar Wochen halten, aber durch die geringe Gesamttrainings-Load nicht weiter steigern – und irgendwann bricht die Form zusammen. Daher lautet das Motto aktuell: Kurz runterfahren und Batterien aufladen, und dann vor allem wieder den Umfang steigern.

Zum Glück sind die Fähigkeiten, die bei einem Short-Track- und einem Cross-Country-Rennen gefragt sind, nicht unterschiedlich. Auch ein Short-Track-Rennen dauert 20 Minuten, ist also kein Sprint und es werden die gleichen Systeme belastet wie bei einem Cross-Country-Rennen. Deshalb muss ich das Training nicht unterscheiden. Bezüglich Stellenwert ist für mich aber ganz klar Cross-Country wichtiger. Beim Short-Track will ich vor allem eine gute Startposition ergattern.

Häufig fragen mich die Leute, wie hart ich trainiere und wann am härtesten? Dann muss ich zurückfragen: was ist schon hart, und was noch härter? Sind kurze Intervalle in drei Serien mit 30 Sekunden Belastung und 15 Sekunden Pausen à 15 Wiederholungen härter oder angenehmer als drei 20-Minuten-Intervalle, die dann dafür nicht maximal, sondern eher im Schwellenbereich gefahren werden? Gezielte Intervalle fahre ich praktisch immer auf der Strasse.

Spitzensport ist Gefühlssache
Im Leistungssport ist vieles extrem individuell. Daten sind mir wichtig, aber man kann sich auch darin «verbeissen». Spitzensport ist und bleibt eine Gefühlssache. Daten können einen darin unterstützen, das Training zu steuern, aber sie können auch dazu führen, dass man vergisst, auf sein Gefühl zu hören. Der Mensch ist zum Glück keine Maschine.

Ein gutes Beispiel dafür ist Tadej Pogačar. 2020 gewann er bei der Tour de France das Bergzeitfahren nach La Planche des Belles Filles und entschied damit die Tour zu seinen Gunsten. Pogačar ist beim Zeitfahren weder mit einem Computer gefahren noch mit einem Leistungsmesssystem, sondern einfach nach Gefühl.

Ich zeichne zwar alle meine Trainings und die meisten Wettkämpfe auf, aber nutze die Daten in erster Linie dafür, mich ab und an zu orientieren oder mein Gefühl zu «kalibrieren». Ich würde mal behaupten, ich könnte ohne Leistungsmesssystem intuitiv in einem gewünschten Leistungsbereich von plus/minus fünf Watt fahren. Das gleiche gilt für die Kadenz. Hätte ich aber die Technik nicht zur Kontrolle, würde ich mit dem Gefühl alleine wohl irgendwann abdriften.

Da wir schon beim Thema Leistungsmessung sind: Ich wurde von der Technik schon oft getäuscht. Kein Wattmesssystem ist hundert Prozent genau, Abweichungen von 2-3 Prozent sind normal. Persönliche Leistungsunterschiede in diesem Bereich sind aber bereits erheblich.

An meinem Wettkampfbike ist ein Wattmessgerät fix installiert, ich schaue aber nur wenig darauf. Am ehesten noch in der Startphase, denn die kann unter Adrenalineinfluss trügerisch sein. Wenn du nach anderthalb Minuten merkst, dass du noch mit beinahe 600 Watt unterwegs bist, musst du zurückschrauben, sonst rächt sich das enorm. Es gibt Strecken, die sind mit langen Startaufstiegen prädestiniert dafür, dass man zu früh in die Erschöpfung gerät, das musste ich schon mehrfach brutal erleben.

Was ich damit sagen will: Es braucht eine gute Balance zwischen Daten und Gefühl. Und ich denke, das Letztere kommt heute oft zu kurz. Mit der Erfahrung spüre ich immer intuitiver, was es in einzelnen Situationen erträgt und was nicht. Es ist zudem nicht überall gleich entscheidend, von Beginn weg ganz vorne zu sein. Bei verblockten Startphasen zieht sich das Feld extrem schnell auseinander und man verliert hinten sofort viel Zeit, bei anderen Rennen ist es okay, wenn man erst als Zehnter aus der Startphase kommt. Grundsätzlich liegt mir die Starthektik, in Lücken zu preschen und eine gute Position zu finden.

Verschiedene Erfolgsfaktoren 
Ich bin zuversichtlich, im August in Höchstform zu sein. Die Form im Juni stimmte, aber mit dem Bänderriss am Daumen kam mir eine Verletzung in die Quere. Die Zuspitzung der Form auf ein Ziel hin ist eine stete Gratwanderung zwischen zu wenig und zu viel. Die Intensität im Training werde ich intuitiv variieren. Dabei ist auch die mentale Erholung entscheidend, die kann ohnehin kein Computer voraussagen. Daher weiss ich heute noch nicht, was genau ich in zwei Wochen trainiere, meine Wochenprogramme sind nur grob vordefiniert. Die letzte Woche vor dem WM-Startschuss ist aber definitiv eine ruhige Woche.

Die taktische Ausrichtung erfolgt erst rund zwei bis drei Tage vor dem Wettkampf. Ich bin dabei auf mich fokussiert und achte nicht auf die Konkurrenz. Ein entscheidender Punkt an der WM wird die Materialabstimmung sein. Ist es trocken? Und wenn es regnet, wie stark ist der Boden aufgeweicht? Am schlimmsten ist es, wenn das Wetter erst beim Einfahren wechselt und man nicht recht weiss, in welche Richtung. Dann ist die Reifenwahl wie bei der Formel 1 ein Pokerspiel und man kann entweder Glück oder Pech haben. Mehr Profil hat mehr Grip, rollt aber schlechter. Die optimale Materialabstimmung ist entscheidend und ich spreche mich immer mit meinem Mechaniker Gavin Black und mit Teammanager Ralph Näf ab.

Die Linienwahl ist ebenfalls eine taktische Geschichte, und auch da hilft mir mein Team beim Definieren der optimalen Route. Manchmal muss man auch mehrere Szenarien durchdenken und je nach Stand im Rennen vom einen zum anderen switchen.

Definitiv einen zusätzlichen Motivationsschub gibt mir diese Saison die Anwesenheit meiner Partnerin Lisa. Sie beginnt erst im Herbst wieder mit einer Stelle als Lehrerin und wollte für einmal den Mountainbike-Rennzirkus live miterleben. Sie ist noch bis Oktober immer dabei. Das geniesse ich und es hilft mir sehr.

Wir hoffen nun beide, dass die Ärzte meinen Daumen wieder hinkriegen und freuen uns auf die Zeit in Glasgow. Mehr über die WM erfahren Sie schon im nächsten Trail Talk, welcher am 17. August im Fit for Life erscheint!

EM-Silber für Forster, C2-Sieg für Albin

Erfolgreicher Sonntag für das Team Thömus maxon! Lars Forster gewann an der EM im polnischen Krakau die Silbermedaille. Vital Albin, welcher wegen Semesterprüfungen nicht an der EM starten konnte, siegte währenddessen beim C2-Rennen des CIC ON Swiss Bike Cup in Savognin.

Lars Forster konnte an den Europameisterschaften erneut seine ganze Klasse unter Beweis stellen. In einem äusserst spannenden Rennen, bei dem zehn Fahrer zwei Runden vor Schluss noch beisammen waren, verhielt sich Forster taktisch perfekt. Er war stets in den vordersten Positionen präsent und hatte im Finale des Rennens noch genügend Kräfte, sich 14 Sekunden hinter dem rumänischen Sieger Vlad Dascalu Silber zu sichern.

„Froh über Silber“

„Ich habe heute Silber gewonnen. Ich war jederzeit bereit, um agieren oder reagieren zu können. In der zweitletzten Runde versuchte ich mich mit dem Italiener Luca Braidot abzusetzen. Doch leider konnten wir dies nicht durchziehen. Vlad war in der letzten Runden der Stärkste und somit verdienter Europameister. Ich war ziemlich am Limit und sehr froh, dass ich die Silbermedaille gewinnen konnte“, fasste ein zufriedener Lars Forster kurz nach der Siegerehrung zusammen.

Vital Albin musste in diesem Jahr auf die EM verzichten, weil er in der gleichen Woche Semesterprüfungen im Rahmen seines Jus-Studium absolvieren musste. Trotzdem stieg Albin in den Rennsattel. Spontan entschied er sich am C2-Rennen des Swiss Bike Cups in Savognin, nahe seines Wohnortes Chur, anzutreten.

Zweiter Sieg in Folge für Albin in Savognin

Diese Entscheidung hat sich gelohnt, denn Albin wiederholte seinen Sieg in Savognin aus dem Vorjahr und baute damit auch seine Führung im Gesamtklassement aus. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich heute gewinnen konnte. Die Konkurrenz hat es mir nicht einfach gemacht. Erst mit meinen Angriffen in den letzten beiden Runden konnte ich mich absetzen und den Sieg holen. Siegen ist immer schön und motiviert mich im Hinblick auf den Weltcup in Val die Sole nächstes Wochenende“, zeigte sich Vital Albin zufrieden nach dem Rennen.

Keller krank, Flückiger auf der Strasse

Während Alessandra Keller aufgrund einer Erkältung ihren Start an der EM frühzeitig absagen musste, bestritt Mathias Flückiger die Strassen-SM in Wetzikon als Vorbereitung auf den Weltcup in Val di Sole. Flückiger belegte im von Marc Hirschi gewonnenen Rennen den 20. Rang.

Resultate EM Krakau

Resultate CIC ON Swiss Bike Cup Savognin

Resultate SM Strasse Wetzikon

Lars Forster fährt zu seinem zweiten Weltcupsieg

Am sonntäglichen Cross Country-Rennen brillieren die Fahrer von Thömus maxon mit drei Podiumsplätzen. Forster siegt zum ersten Mal in den neuen Teamfarben, Flückiger wird Fünfter und Wiedmann fährt in der U23-Kategorie erneut auf den dritten Rang.

Während, der aus der zweiten Reihe losfahrende, Forster einen guten Start erwischte, war, der nach wie vor am Daumen verletzte, Schweizermeister Flückiger zuerst tief im Feld eingekesselt. Er schaffte zu Beginn der dritten Runde den Anschluss an die Spitzengruppe, in welcher sich bereits Lars Forster befand. Forster fiel bis zu diesem Zeitpunkt durch eine gewiefte Rennstrategie auf. So versteckte er sich immer im hinteren Teil der Gruppe und liess die anderen Fahrer die Führungsarbeit verrichten.

Knackiger Antritt von Forster in der Schlussrunde

In der vierten Runde legte Mathias Flückiger die Karten auf den Tisch und übernahm die Spitze. Leider wurde sein Effort nicht belohnt, denn ein platter Hinterreifen warf ihn zwischenzeitlich auf den zehnten Rang zurück. Just in dem Moment zündete Forster den Nachbrenner und setze an, um sich den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere zu sichern. «Ich habe einen guten Start erwischt und mich von Beginn an gut gefühlt. Trotzdem musste ich mir immer wieder sagen, dass es heiss ist heute und ich Geduldig sein muss. So konnte ich mit Fortlauf des Rennens einen um den anderen ein- und überholen.», sagt der strahlende Gewinner im Zielinterview. Er habe gefühlt, dass er am Berg der Stärkste der Gruppe sei und habe diese Überlegenheit in der Schlussrunde voll ausgespielt. Er sei überglücklich über diesen Erfolg, ergänzt er weiter.

Für Flückiger resultierte am Schluss ein ausgezeichneter fünfter Schlussrang. Wenn man den platten Reifen und seinen verletzten Daumen in Betracht zieht, kann dieses Resultat nicht hoch genug eingestuft werden.

Keller legt den Fokus voll auf die Europameisterschaften

Alessandra Kellers Plan war ursprünglich, das Rennen in Leogang auszulassen, um sich voll auf die anstehenden Europameisterschaften zu konzentrieren. Mit diesem Trainingsfokus im Hinterkopf konnte sie in der Startrunde noch mit den besten Fahrerinnen mithalten und kurzzeitig sogar die Führung übernehmen. Im Schlussklassement reichte es dann für den 18. Rang. Gewonnen wurde das Rennen von Puck Pieterse vor den beiden Österreicherinnen Mitterwallner und Stieger.

Luke Wiedmann zeigte wiederum ein solides Rennen und klassierte sich in der U23 Kategorie bereits zum zweiten Mal an diesem Wochenende auf dem dritten Rang.

Weiter geht es für die Athleten von Thömus maxon am kommenden Wochenende mit den Europameisterschaften im polnischen Krackau.

Resultate XCO Leogang

Grossartiger Podestplatz für Alessandra Keller in Lenzerheide

Alessandra Keller hat mit ihrem hart erkämpften dritten Rang am Heimweltcup in Lenzerheide für das grosse Highlight des Teams Thömus maxon gesorgt. Auch wenn die Männer das Podest verpassten, war es ein äusserst gelungenes Weekend für die ganze Equipe.

Spannung pur bei den Frauen bis zum letzten Meter. Fünf Fahrerinnen duellierten sich vor einer riesigen Zuschauerkulisse bis zum letzten Meter. Während die Europameisterin Loana Lecomte (Fra) sich zum zweiten Mal in Serie den Sieg in Lenzerheide holte, erreichte Alessandra Keller den starken dritten Rang. Erst auf der gebogenen Zielgerade konnte Keller die Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot ein- und überholen.  

Alte Weisheit bewährt sich

«Das Rennen ist erst zu Ende auf dem Zielstrich. Ich habe wie immer um jede Sekunde, um jeden Meter gekämpft und immer das Beste gegeben. Ich bin überglücklich mit diesem dritten Podestplatz,» zog Alessandra Keller im Ziel Bilanz. Angesprochen auf die fantastische Atmosphäre ergänzte Keller: «Ich habe versucht mit offenem Blick das Rennen zu bestreiten und auch die unglaubliche Stimmung aufzusagen und in positive Energie umzuwandeln. Das ist mir gelungen und ich habe es trotz der extremen Anstrengung geniessen können.»

Bei den Männern startete das Trio Albin, Flückiger und Forster furios. In den ersten beiden Runden zeigten sich alle in den Top 10 präsent. Vital Albin führte zwischenzeitlich gar das Rennen an, ehe er seinem Tempo ein wenig Tribut zollen musste: «Ich wollte es heute einfach einmal probieren und schauen, wie weit ich kommen kann. Auch wenn ich am Ende «nur» Platz 15 erreicht habe, bereue ich meine Fahrweise nicht. Es war eine super Erfahrung und wird mich in Zukunft weiterbringen.»

Sieg in der Teamwertung und starker Luke Wiedmann

Nicht zufrieden mit seinem Resultat war Mathias Flückiger, der am Ende auf dem 11. Rang ins Ziel kam: «Klar habe ich mir mehr erhofft. Deshalb bin ich enttäuscht. Aber heute, auch angesichts der Vorgeschichte und meiner Verletzung, ging einfach nicht mehr», so der Schweizer Meister. Dank dem 13. Rang von Lars Forster, gewann Thömus maxon jedoch zum zweiten Mal in Folge die Auszeichnung des besten Teams bei den Männern.

Am Morgen überzeugte zudem auch Luke Wiedmann im Rennen der U23-Kategorie. Wiedmann hatte zwar keinen optimalen Start und bereits nach der ersten Runde einen Rückstand auf die sechs Spitzenfahrer. Doch der junge Solothurner fuhr konstant seine Runden, praktisch immer alleine und verlor bis ins Finale kaum Zeit. Mit dieser sehr konstanten Leistung holte sich Wiedmann den starken siebten Rang.

Bereits nächste Woche steht in Leogang (Ö) der dritte Weltcup der Saison auf dem Programm.

Resultate XCO Weltcup Lenzerheide

Podest und Gesamtführung für Alessandra Keller

Der Auftakt zum Heimweltcup in Lenzerheide ist dem Team Thömus maxon vollauf geglückt. Alessandra Keller erreichte einen starken zweiten Platz im Short Track am Freitagabend und übernahm damit die XCC-Disziplinenführung. Die Männer überzeugten durch eine äusserst kompakte Teamleistung und starten am Sonntag aus aussichtsreicher Position zum XCO-Rennen.

Wenig fehlte und Alessandra Keller hätte ihren ersten Weltcupsieg in dieser Saison auf heimischem Boden feiern können. In der zweitletzten Runde konnte sich die Schwedin Jenny Rissveds jedoch leicht absetzen und diesen Vorsprung ins Ziel bringen. Dahinter spurtete Keller auf einen ausgezeichneten zweiten Platz – zum zweiten Mal in Folge am Weltcup. Damit übernahm die Nidwaldnerin die Spitze im Zwischenklassement des Gesamtklassements im Short Track.

«Die Bestätigung meiner Leistungen vom letzten Jahr»

Alessandra Keller zeigte sich mit dem Ausgang des Rennen sehr zufrieden. «Es lief optimal. Ich hatte die gleiche Taktik wie Jenny Rissveds. Leider konnte ich am Ende die Lücke nicht mehr ganz schliessen. Es ist genial vor dem Heimpublikum auf dem Podest zu stehen. Dass ich das Leadertrikot übernehmen kann, kommt überraschend. Es ist für mich die Bestätigung meiner Leistungen der letzten Saison. Nun freue ich mich sehr auf den Sonntag.»

Ebenfalls viel Spannung bot das Rennen bei den Männern. Mit dabei Mathias Flückiger, Lars Forster und Vital Albin. Alle drei zeigten eine ausgezeichnete Leistung in einem sehr hektischen Short Track, welches von Luca Schwarzbauer (De) gewonnen wurde. In der eingangs genannten Reihenfolge holte sich das Thömus-maxon-Trio die Plätze 6, 7 und 9 belohnt. Mit dem 5. Rang von Luke Wiedmann am Donnerstag resultierte eine perfekte Teamleistung; viermal erste und einmal zweite Startreihe für den Sonntag.

Handicapiert aber zufrieden

Mathias Flückiger, welcher handicapiert ins Rennen ging, zog im Ziel ein positives Fazit: «Ich habe während dem Rennen meinen Daumen nicht gespürt. Es hat im Vorfeld sicher Energie gebraucht. Deshalb fehlte mir wohl ein wenig die Spritzigkeit. Ich bin zufrieden, denn vor zwei Tagen habe ich nicht daran geglaubt, überhaupt heute am Start zu stehen.»

Resultate XCC-Weltcup Lenzerheide

Gold für Keller und Flückiger – totaler Triumph für Thömus maxon

Die Schweizer Meisterschaften im Cross Country in Crans Montana (VS) wurden zu den grossen Festspielen für Thömus maxon. Gold für Alessandra Keller und Mathias Flückiger, welche erfolgreich ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigten. Mit Silber für Lars Forster und Bronze für Vital Albin, gingen gleich alle drei Medaillen bei den Elite Herren an Thömus maxon. Da U23-Fahrer Luke Wiedmann als Dritter auch aufs Podest fuhr, resultierte das Maximum von fünf Medaillen.

Beim Rennen der Frauen liess Alessandra Keller zu keiner Phase des Rennens Zweifel aufkommen, wer für die nächsten 365 Tage das rote Trikot mit weissem Kreuz tragen wird. Die Nidwaldnerin setzte sich bereits in der ersten Runde ab und verteidigte ihren Titel aus dem Vorjahr überlegen. Nach Gold im Short Track am Freitag ist Keller nun doppelte Schweizer Meisterin.

Keller überlegen und kontrolliert

«Mir bedeutet dieser Titel heute extrem viel. Wir sind ein Schweizer Team, haben die absolute Swissnesss und nun kann ich in der ganzen Welt mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust starten. Es war für mich ein perfekter Tag, denn dank meinem grossen Vorsprung konnte ich das Rennen gut kontrollieren, das Risiko dosieren und in den letzten zwei Runden gar noch Kräfte sparen im Hinblick auf die kommenden Wettkämpfe mit dem Heimweltcup in Lenzerheide», zeigte sich die Schweizer Meisterin überglücklich.

Auch Mathias Flückiger wurden seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Bereits nach der Startrunde hatte er 15 Sekunden Vorsprung und baute diesen fortlaufend aus. Dahinter zeigten auch Lars Forster und Vital Albin, dass sie in ausgezeichneter Verfassung sind. Während Flückiger mit rund zweieinhalb Minuten Vorsprung gewann, sicherten sich Forster und Albin die silberne und bronzene Medaille.

«Dieses Trikot gehört einfach zu mir»

Für Flückiger war es der dritte Titel in Serie, der vierte total. Ein sehr wichtiger Sieg, wie er im Ziel sagte: «Es bedeutet mir extrem viel, dass ich heute diesen Titel verteidigen konnte. Ich liebe dieses Trikot und gehört es einfach zu mir. Obwohl mein Gefühl gleich zu Beginn des Rennens nicht wirklich gut war, konnte ich danach ein super Rennen abliefern und meinen Rhythmus durchziehen. Ich hatte heute grosse Freude auf der neuen Strecke in Crans Montana und freue mich, hier 2024 einen Weltcup und 2025 die WM zu bestreiten.»

Medaillen auch für Forster, Albin und Wiedmann

Dank den äusserste starken Leistungen von Lars Forster und Vital Albin kam es im Rennen der Elite Herren gar zu einem Dreifachsieg für Thömus maxon! Zudem erkämpfte sich Luke Wiedmann in einem engen U23-Rennen den Bronzeplatz.

Teamchef Ralph Näf zeigte sich überglücklich: «Als Favoriten ins Rennen zu gehen und auf so überlegen Art zu gewinnen, ist nie einfach. Dass das ganze Team eine so eindrückliche Leistung abgeliefert hat, macht mich stolz. Wir sind bereit und freuen uns auf den Weltcup in Lenzerheide nächstes Weekend.»

Resultate SM XCO Crans Montana

Alessandra Keller holt Gold im Short Track, Silber für Forster

An den Schweizer Meisterschaften im Short Track in Crans Montana (VS) gewann Alessandra Keller in einem taktischen Rennen der Frauen Gold. Lars Forster verpasste den Titelgewinn nur knapp und holte Silber.

Bei den ersten zum zweiten Mal ausgetragenen Schweizer Meisterschaften im Short Track kam es erwartungsgemäss zu taktischen Rennen, da die Strecke kaum technische Schwierigkeiten bot und pro Runde nur zwölf Höhenmeter absolviert werden mussten. Alessandra Keller verhielt sich taktisch sehr clever und setzte erst eine halbe Runde vor Schluss zum Angriff an. Die aktuelle Weltnummer 1 konnte sich letztendlich mit vier Sekunden Vorsprung über Gold freuen.

«Der Plan ging auf»

«Ich hatte nur eine Taktik und alles auf eine Karte gesetzt. Es freut mich sehr, dass dieser Plan aufging und ich nun auch am Weltcup mit dem Trikot der Schweizer Meisterin starten kann. Das heutige Rennen gibt mir Zuversicht und Motivation für den Sonntag», resümierte eine sichtlich zufriedene Alessandra Keller im Ziel.

Auch bei den Männern fiel die Entscheidung erst in der letzten Runde. Lars Forster konnte in der Schlussrunde die Führung übernehmen, doch eine Unachtsamkeit kostete ihn den Titel. Thomas Litscher konnte davon profitieren und holte Gold. Lars Forster sicherte sich knapp dahinter die Silbermedaille, während Vital Albin undankbarer Vierter wurde.

Fehler im Finale kostet den Titel

Forster bilanzierte im Ziel: «Es war ein gutes Rennen, doch leider machte ich in einer der letzten Kurven einen Fehler. Weil ich ausholte, konnte Thomas Litscher innen reinziehen und mich überholen. Dennoch bin ich zufrieden mit Silber und freue mich auf die SM im XCO am Sonntag.»

Am Sonntag stehen in Crans Montana die Schweizer Meisterschaften im XCO auf dem Programm:

U23 Männer: Luke Wiedmann, Start 10:15 Uhr

Elite Frauen: Alessandra Keller, Start 12:00 Uhr

Elite Männer: Mathias Flückiger, Vital Albin & Lars Forster, Start 14:15 Uhr

Die Rennen der Elite-Kategorien werden live übertragen auf www.swiss-sport.tv!

Alessandra Keller realisiert Podestplatz beim Heimrennen

Thömus maxon erreicht in Engelberg ein hervorragendes Teamresultat beim dritten Lauf zur ÖKK Bike Revolution. Für Keller ist der zweite Rang bereits ihr zwölfter Podiumsplatz der laufenden Saison. Für Lars Forster und Vital Albin resultieren in einem spannenden Rennen die Plätze zwei und drei.

Die Nidwaldnerin Alessandra Keller erreicht nach einem zeitweise einsamen Rennen das Ziel als Zweite. Dennoch zeigt sich die Weltnummer eins zufrieden mit dem Resultat. „Ich habe sehr intensiv trainiert und war heute nicht ganz frisch. Die zahlreichen Zuschauer hier bei meinem Heimrennen haben mich aber zusätzlich motiviert, sodass ich das Beste aus mir herausquetschen konnte.“ Sina Frei sei heute einfach stärker gewesen, ergänzt sie nach der Zieldurchfahrt anerkennend.

Tolle Teambilanz mit drei Podestplätzen

Bei den Herren setzt sich bereits kurz nach dem Start ein Trio ab. Vital Albin und Lars Forster fordern dem späteren Sieger, Nino Schurter zunächst alles ab. Aber auch die beiden Thömus maxon Fahrer kommen aus einem harten Trainingsblock und zollen dem hohen Anfangstempo im Laufe des Rennens Tribut. Dennoch gelingt es Forster, Schurter in den letzten zwei Runden Zeit abzunehmen. „Vital und ich haben Anfangs versucht Nino in Bedrängnis zu bringen. Ich musste dann aber etwas zurückstecken und konnte dafür zum Schluss nochmals richtig aufdrehen.“, sagt Lars Forster nach der Zieldurchfahrt. Solche Resultate seien für ihn sehr wichtig und er freue sich, dass er wieder „Zug auf der Kette“ habe.

Nach dem gelungenen Formtest können die Fahrer*innen des Thömus maxon Teams mit guter Gewissheit in die kommende, intensive Rennphase starten.

Fokus auf die Schweizer Meisterschaften

Am kommenden Wochenende, 2. bis 4. Juni, stehen bereits die Schweizer Meisterschaften im Short Track und Cross Country auf dem Programm. In Crans Montana (VS) werden am Freitagnachmittag die Medaillen und das Meistertrikot im Short Track vergeben. Am Sonntag, 4. Juni, werden die neuen Schweizer Meister*innen im Cross Country gesucht. Das ganze Team tritt in beiden Wettkämpfen komplett an. Alessandra Keller und Mathias Flückiger sind im XCO-Wettbewerb die Titelverteidiger.

Das XCO-Rennen findet auf einer neuen Strecke statt, auf der 2025 die Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

Startlisten SM XCC:

https://www.mso.swiss/events/1841-cic-on-swiss-bike-cup-crans-montana-xcc/engaged

Startlisten SM XCO:

https://www.mso.swiss/events/1842-cic-on-swiss-bike-cup-crans-montana-xco/engaged

Informationen zu den Schweizer Meisterschaften in Crans Montana:

https://www.swissbikecup.ch/etappe/crans-montana

Resultate ÖKK Bikerevolution Engelberg

Vital Albin holt seinen ersten Saisonsieg

Beim dritten Rennen des CIC ON Swiss Bike Cup in Lugano hat sich Vital Albin seinen ersten Saisonsieg gesichert. Albin gewann das C1-Rennen im Alleingang, nach dem er sich mit Dario Lillo ein packendes Duell geliefert hatte.

«Ich freue mich sehr über den heutigen Sieg. Es war ein hartes Rennen. Dario machte es mir nicht einfach, weil er von Beginn an Vollgas gefahren ist. Eine Rennpause nach dem Weltcup war für mich kein Theme. Denn ich liebe die Wettkämpfe und statt zu Hause Intervalle zu fahren, bin ich lieber nach Lugano gereist. Es hat sich gelohnt und ich konnte gute und wertvolle Weltranglistenpunkte gewinnen.»

Resultate CIC ON Swiss Bike Cup Lugano

Starke Alessandra Keller wird Fünfte – Sieg in der Teamwertung

Die Nidwaldnerin Alessandra Keller erreichte beim ersten Cross Country Weltcup der Saison als Fünfte einen Podestplatz. Mit Mathias Flückiger (7.), Lars Forster (8.) und Vital Albin (11.) überzeugten die Männer und gewannen die Teamwertung – ein Novum in der Teamgeschichte!

In Nove Mesto (Cze) fuhr Alessandra Keller in einem an Spannung kaum zu überbietenden Rennen der Frauen ein äusserst überlegtes und konstantes Rennen. Nachdem sich die 27-Jährige im Startgetümmel nicht optimal positionieren konnte, blieb sie cool und kämpfte sich Runde für Runde weiter nach vorne. Mit einem beherzten Schlussspurt holte sich die Weltnummer 1 den fünften Podestplatz. Das Rennen gewann die junge Niederländerin Puck Pieterse.

Keller zeigte sich mit ihrem Weltcupstart zufrieden: «Die Startphase ist mir wirklich nicht geglückt. Doch ich blieb ruhig, suchte und fand meinen Rhythmus und konnte in diesem äusserst schnellen Rennen Position um Position gutmachen. Es stimmt mich positiv, dass ich mit einem Podestplatz in die Weltcupsaison starten konnte.»

Grossartige Teamleistung

Bei den Elite Herren fehlte zwar die absolute Krönung mit einem Podestplatz, doch das Team lieferte einen genialen Saisonstart ab. Mathias Flückiger war von Beginn an präsent an der Spitze, musste allerdings den Kampf um die Podestplätze anderen überlassen. Der Olympiazweite von Tokio beendete das Rennen, welches vom Briten Tom Pidcock gewonnen wurde, auf dem guten 7. Rang. Gleich hinter Flückiger zeigte Lars Forster bei nassen, kalten und schwierigen Bedingungen seine ganze Klasse und wurde Achter. Auch Vital Albin überzeugte und fuhr als Elfter mitten in der Weltspitze ins Ziel.

Damit schrieb Thömus maxon Teamgeschichte. Erstmals konnte die Teamwertung bei den Männern gewonnen werden. Eines der Saisonziele von Teamchef Ralph Näf. Dieser zog ein überaus positives Fazit des gesamten Weltcupauftakts zog: «Wir waren in keinem Rennen schlechter als Platz 14, holten drei Podestplätze und wurden erstmals als bestes Team ausgezeichnet. Die ganze Crew hat perfekt zusammengearbeitet. Heute hatten wir die perfekte Pneuwahl. Es ist ein wahnsinniger Start in die Weltcupsaison.»

Wiedmann in den Top 10

Bereits am Samstag bestritt Luke Wiedmann den U23-Weltcup und erreichte mit dem 9. Platz ebenfalls ein Topresultat.

Resultate Cross Country Weltcup Nove Mesto

Keller mit Weltcupodest – ganzes Team überzeugt

Der Auftakt zur neuen Weltcupsaison ist dem gesamten Team Thömus maxon vollumfänglich geglückt. Beim Short Track im tschechischen Nove Mesto sprintete Alessandra Keller nach einem äusserst überzeugenden Auftritt auf den zweiten Platz. Mathias Flückiger verpasste als Vierter das Podest nur knapp. Für die Cross-Country-Rennen stehen alle fünf Fahrer/innen in den ersten zwei Startreihen.

In Nove Mesto fiel endlich der Startschuss zur Weltcupsaison 2023. Bei den Frauen zeigte sich Alessandra Keller vom Start weg vorne präsent und fuhr ein aktives Rennen: «Es war sehr hektisch und ich versuchte mich immer vorne aufzuhalten, um in der letzten Runde alles rauszuhauen zu können.» Diesen Plan konnte die aktuelle Weltnummer 1 perfekt umsetzen.

Nachdem Keller einen Angriff von Laura Stigger (Ö) in der letzten Runde neutralisieren konnte, bog die Nidwaldnerin als Erste auf die Zielgerade ein. Im Sprint einer grösseren Spitzengruppe erwies sich nur Stigger als endschneller: «Das heutige Rennen war sehr gut. Ich habe das Beste herausgeholt: ein zweiter Platz und damit eine perfekte Ausgangslage für den Sonntag.»

Flückiger in ausgezeichneter Form
Auch bei den Männern bestätigte sich, dass die Short-Track-Strecke in Nove Mesto noch schneller und somit noch taktischer als in den Jahren zuvor wurde. Das rote Thömus-maxon-Trio Flückiger, Albin und Forster präsentierte sich perfekt vorbereitet und taktisch perfekt eingestellt. Stets im vordersten Teil des Feldes platziert, konnten sie oft selber agieren und mussten nicht ständig reagieren. Als es in die entscheidende Schlussrunde ging platzierte sich Mathias Flückiger am besten und demonstrierte eindrücklich, dass seine Form ausgezeichnet ist. Im Schlussspurt waren nur Tom Pidcock (Gbr) und die beiden Short-Track-Spezialisten Sam Gaze (Nzl) und Luca Schwarzbauer (De) noch schneller; Flückiger wurde starker Vierter.

«Es war sehr intensiv. Ich bin extrem zufrieden mit meiner Leistung. Nove Mesto ist die Short-Track-Strecke im Weltcup, welche mir am wenigsten liegt. Noch nie war ich hier so gut platziert. Ich habe schon letzte Woche gemerkt, dass ich den Punch habe. Heute konnte ich dies bestätigen und dies gibt mir Zuversicht für den Sonntag», resümierte ein sichtlich glücklicher Mathias Flückiger im Ziel.

Zweite Startreihe für Forster, Albin und Wiedmann
Neben den beiden Teamleadern Keller und Flückiger überzeugten auch Lars Forster und Vital Albin. Forster holte sich den starken zehnten Rang. Albin, welcher ebenfalls stetig vorne präsent war, überquerte die Ziellinie auf Platz 14. Damit starten Keller und Flückiger am Sonntag aus der ersten Startreihe – Forster und Albin aus der zweiten.

Auch Luke Wiedmann wird aus der zweiten Startreihe ins U23-Rennen gehen. Bereits am Donnerstag erreichte der Solothurner im erstmals in der U23-Kategorie ausgetragenen Short Track den 14. Platz. Wiedmann bestreitet heute Samstag um 15 Uhr bereits seinen Einsatz im Cross Country.

Resultate Short Track Weltcup Nove Mesto

Programm XCO-Weltcup Nove Mesto:
Samstag, 13. Mai:
15:00, U23 Männer mit Luke Wiedmann

Sonntag, 14. Mai:
11:30, Elite Frauen mit Alessandra Keller
15:00, Elite Männer mit Mathias Flückiger, Lars Forster, Vital Albin

Keller und Flückiger gewinnen erneut

Am CIC ON Swiss Bike Cup in Schaan (LIE) holen Alessandra Keller und Mathias Flückiger zwei Siege für das Team Thömus maxon. Lars Foster als Zweiter sorgt bei den Herren gleich für einen Doppelsieg. Mit dem vierten Platz von Vital Albin, dem zweiten Rang in der U23-Wertung von Luke Wiedmann holen alle Fahrer einen Podestplatz.

Es war eine echte Schlammschlacht in Schaan. Durch die anhaltenden Regenfälle und die tiefen Temperaturen wurden den Athletinnen und Athleten alles abverlangt. Alessandra Keller und Mathias Flückiger, die beiden Schweizer Meister, dominieren in der Elite-Klassen von der ersten Runde an und sorgen für klassische Start-Ziel-Siege. Damit führen Keller und Flückiger auch die Gesamtwertung des Swiss Bike Cup an. Dank der äusserstes starken Leistungen des ganzen Team gewann Thömus maxon auch noch die Teamwertung!

Alessandra Keller:

«Mit meiner heutigen Leistung bin ich sehr zufrieden. Ich konnte mein eigenes Rennen an der Spitze fahren und mein Tempo kontrolliert durchziehen. Dabei habe ich technisch keine Fehler gemacht und kam so mit dosiertem Risiko zu einem schönen Sieg. Mein Fahrplan in Richtung Weltcupstart stimmt.»

Mathias Flückiger:

«Es war ein hartes und sehr kräftezehrendes Rennen. Ich habe bewusst von der ersten Runde an alles auf eine Karte gesetzt und habe ein sehr hohes Tempo angeschlagen. Normalerweise gehören die heutigen tiefen Bedingungen nicht zu meinen Stärken. Umso mehr stimmt mich meine heutige Leistung extrem positiv. Ich weiss, dass ich gut drauf bin und meine Formkurve von Rennen zu Rennen noch weiter nach oben zeigt.»

Resultate CIC ON Swiss Bike Cup Schaan

Trail Talk #1 mit Math Flückiger

«Die Freude am Sport ist wieder da»

Nach einem langen Unterbruch meldet sich Mathias Flückiger mit seiner Fit-for-Life-Kolumne zurück. Erstmals geht es natürlich darum: Was ist in den letzten Monaten passiert? Wie hat Math die schwierigste Zeit seines Lebens gemeistert? Und wo steht er heute!

«Ich kann wieder mit Freude trainieren. Und ich kann wieder Rennen fahren. Das ist eine Entwicklung, die für mich noch vor wenigen Monaten undenkbar weit weg schien. Umso schöner, ist dies nach einer brutal schwierigen Zeit nun wieder möglich. Dennoch nehme ich die Tage einen nach dem anderen, denn gross in die Zukunft blicken kann ich noch nicht, zu ungewiss ist die aktuelle Situation.

Mitteilung riss mir den Boden unter den Füssen weg

Der 18. August 2022 ist unwiderruflich in meinem Gedächtnis eingebrannt. Den Moment, als plötzlich mehrere Personen in den Mannschaftsbus von Swiss Cycling stiegen und die Türe hinter sich verschlossen, werde ich nie vergessen. Mir wurde eröffnet, dass ich aufgrund einer positiven Probe ab sofort gesperrt sei. Die Mitteilung riss mir den Boden unter den Füssen weg. Ich war nicht mehr funktionsfähig, konnte kaum mehr atmen und wusste nicht wie reagieren.

Auch in den ersten Tagen danach wäre es mir unmöglich gewesen, öffentlich etwas auf die Anschuldigung zu entgegnen, ich wusste ja gar nicht, was ich falsch gemacht haben sollte. Aber ich wusste – oder zumindest dachte ich so – dass mich gefühlt die ganze Schweiz verurteilen und als Dopingsünder betrachten würde. Mit der Sperre lösten sich alle meine persönlichen Werte schlagartig in Luft auf und ich verlor alles, was ich mir in 15 Jahren Rennsport aufgebaut hatte.

Allein hätte ich die erste Zeit wohl nicht überstehen können. Meine Partnerin Lisa hat spontan ihre Stelle als Primarlehrerein gekündigt, um mir beizustehen, und mein Bruder Lukas hat mich abgeschirmt, die Fäden und Kommunikation mit den Teamverantwortlichen in der Hand gehalten, Experten angefragt und Fakten zusammengetragen, um etwas Klarheit in diesem so unklaren Fall zu schaffen. Für ihre Unterstützung werde ich den beiden ewig dankbar sein wie auch allen anderen, die mir geholfen haben.

Getraute mich nicht nach draussen

Die ersten Wochen getraute ich mich nicht in die Öffentlichkeit. Ich fürchtete die Reaktionen der Leute. Als ich das erste Mal mit Lisa in den Wald fuhr, um etwas draussen zu sein, mussten wir noch tanken und Lisa ging an die Kasse. Plötzlich überkam mich die Angst, erkannt zu werden. Ich habe den Beifahrersitz runter­gelassen und mir die Kapuze über den Kopf gezogen. Wenn ich daran zurückdenke, war das krass, zum Glück befinde ich mich heute moralisch wieder an einem anderen Ort.

Dafür verantwortlich waren drei Meilensteine: Die Aufhebung der Sperre durch die Disziplinarkammer am 17. Dezember war der erste. Als mich Lukas anrief, fiel mir ein zentnergrosser Stein vom Herzen. Mein Rennstart in Spanien Ende Februar war der zweite wichtige Schritt. Die herzlichen und sehr positiven Reaktionen der anderen Fahrerinnen und Fahrer bei den ersten Rennen haben mir mega gutgetan.

Der dritte Meilenstein war die Medienkonferenz anfangs März, bei der rund 30 Journalisten anwesend waren. Ich war unglaublich nervös, nachdem ich in all den Monaten zuvor keine Medien mehr konsumierte und auch kaum auf Social Media war. Ich konnte erstmals meine Geschichte erzählen und war positiv überrascht, wie differenziert mir zugehört wurde. Und ich realisierte, dass auch viele Journalisten mittlerweile sehen, dass es in diesem Fall enorm viele Ungereimtheiten gibt.

Wunsch nach vollständiger Aufarbeitung meines Falls

Ich bin dabei nicht wütend auf einzelne Menschen. Ich denke nicht, dass mir jemand aus persönlichen Gründen schaden wollte, ich finde es wichtig, dass eine Anti-Doping-Agentur unabhängig ihrer Arbeit nachgehen kann. Aber gleichzeitig bin ich noch heute bestürzt, dass eine derartige Vorverurteilung überhaupt passieren konnte. Deshalb möchte ich, dass der Fall vollständig aufgearbeitet wird und ich ihn eines Tages abschliessen und hinter mir lassen kann. Die Geschichte soll aber nicht vergessen werden, sie wird auch immer ein Teil von mir bleiben wie eine Narbe, die einen an schwierige Situationen im Leben erinnert.

In den nächsten Monaten werde ich auch sportlich wieder nach vorne schauen. Als nächstes Rennen fahre ich am Ostermontag das nationale Strassenrennen in Kiesen (Be) und danach den CIC ON Swiss Bike Cup in Schaan, bevor es i Mai mit den Weltcuprennen losgeht.»

Der nächste Trail Talk erscheint am 4. Mai im Fit for Life!

Doppelsieg durch Flückiger und Albin

Das Team Thömus maxon unterstreicht seine Ansprüche beim Auftaktrennen zur ÖKK Bike Revolution im Tessin und glänzt mit einem hervorragenden Teamresultat. Mathias Flückiger gewinnt 254 Tage nach seinem letzten Sieg deutlich vor Teamkollege Vital Albin. Lars Forster komplettiert als Fünfter das Podium der Herren. Bei den Frauen hat Alessandra Keller keinen perfekten Tag, sie wird in einem stark besetzten Feld dennoch gute Fünfte.

Kurz vor dem Start zum Herrenrennen setzte am Monte Tamaro leichter Regen ein. Somit waren die Fahrer der Elitekategorie etwas im Ungewissen, was die Beschaffenheit der anspruchsvollen Strecke betrifft. Das schien den späteren Sieger, Mathias Flückiger nicht zu irritieren, denn er griff nach der ersten Abfahrt an. „Der Start hier am Monte Tamaro ist immer hart, aber ich habe mich von Anfang an gut gefühlt“, gab Flückiger nach der Zieldurchfahrt zu Protokoll. Er habe schnell realisiert, dass niemand mitziehe. So nehme er das gute Gefühl gerne mit in die nächsten Rennen, resümiert er weiter.

„Es ist schön, so schnell wieder siegen zu können“, freut sich Flückiger

Direkt neben Flückiger auf dem Podest steht Vital Albin. Auf dem Startloop noch in Führung liegend hat er die Teamtaktik nach der Übernahme der Spitzenposition durch Flückiger perfekt umgesetzt. So überliess er die Nachführarbeit den anderen Fahrern und konnte sich zum Schluss souverän auf dem zweiten Platz festsetzen. Schlussendlich überquerte er mit gut 2:30 Minuten Rückstand auf Flückiger die Ziellinie. „Die Bedingungen waren zu Beginn des Rennens schwierig, aber ich bin glücklich über den zweiten Schlussrang und zufrieden mit meiner Performance“, sagt Albin im Zielinterview. Das gute Teamergebnis rundet Lars Forster mit seinem fünften Rang ab. Er bekundete in der Startphase einen Plattfuss und fiel ins Feld zurück. Ohne dieses Malheur hätte es sicherlich weiter nach vorne gereicht.

Kein perfekter Tag für Keller, dennoch fährt sie auf das Podium

Alessandra Keller bestätigte mit ihrem fünften Rang ihre gute Frühform. „Für mich war es ein hartes Rennen. Ich bin sauber gefahren und habe gegeben, was am heutigen Tag möglich war. Daher bin ich mit dem Resultat soweit zufrieden“, beantwortet Keller die Fragen nach ihrer Zieldurchfahrt. Der junge Luke Wiedmann zeigte sich während des Rennens immer wieder aktiv klassiert sich in einem gut besetzten U23-Feld auf dem dritten Rang.

Resultate ÖKK Bike Revolution Tamaro Trophy

Ein perfekter Saisonstart für Thömus maxon

Beim CIC ON Swiss Bike Cup in Gränichen, dem ersten grossen Rennen der neuen Saison, überzeugte das Team Thömus maxon auf der ganzen Linie. Während Alessandra Keller überlegen bei den Frauen gewann, erreichte Mathias Flückiger einen starken zweiten Rang bei seinem vielbeachteten Comeback. Luke Wiedmann gewann die U23-Spezialwertung und Lars Forster und Vital Albin rundeten mit ihren Plätzen vier und fünf die perfekte Teamleistung ab.

Alessandra Keller bestätigte mit ihrem überlegenen Sieg das gute Gefühl, welches die Nidwaldnerin bereits aus der Saisonvorbereitung mitgenommen hatte. Keller liess mit einer Tempoverschärfung noch vor Rennhälfte die Spitzengruppe explodieren und fuhr danach einem ungefährdeten Sieg entgegen. «Meine Verschärfung war eigentlich nicht als Angriff gedacht. Doch als die Lücke sofort aufging, entschied ich mich mein hohes aber kontrolliertes Tempo durchzuziehen. Es ist schön, auf diese Weise zu gewinnen und zu wissen, dass ich im Hinblick auf die ersten grossen Saisonziel im Fahrplan bin.» Keller gewann letztendlich mit über einer Minute Vorsprung vor dem Duo Nicole Koller und Jolanda Neff.

Flückiger: «Dankbar, wie ich heute empfangen wurde.»

Bei den Elite Männer wurde das Comeback von Mathias Flückiger mit viel Spannung erwartet. Das zahlreich erschienene Publikum begrüsste Flückiger mit grossem Applaus an der Startlinie. Unter dem Tempodiktat des Deutschen Luca Schwarzbauer bildete sich bereits in der ersten Runde ein Spitzentrio zusammen mit Flückiger und dem Franzosen Jordan Sarrou. Flückiger, sichtlich beflügelt von diesem perfekten Start ins Rennen verschärfte erneut und so konnte bereits in der zweiten Runde auch Sarrou nicht mehr folgen. In der Folge bestimmten Schwarzbauer, welcher ständig Druck  ausübte, und Flückiger das Geschehen. Erst eine halbe Runde vor Schluss musste Flückiger den 26-jährigen Deutschen ziehen lassen.

Während Schwarzbauer verdient den Sieg holte, fuhr Flückiger sichtlich bewegt als Zweiter über die Ziellinie. «Es bedeutet mir sehr viel, wieder zurück zu sein. Ich bin sehr dankbar über die Art und Weise, wie ich heute empfangen wurde. Dass ich dabei den zweiten Platz erreichen konnte, ist die Krönung auf einen perfekten Tag», so Flückiger nach dem Rennen. Hinter Flückiger sorgten Lars Forster als Vierter und Vital Albin auf dem fünften Platz dafür, dass gleich drei Fahrer von Thömus maxon auf dem Podest standen. Als Tageszehnter fuhr Luke Wiedmann den Sieg in der U23-Wertung ein. Die perfekte Teamleistung wurde mit der Auszeichnung zum besten Team des Tages belohnt.

Resultate CIC ON Swiss Bike Cup Gränichen

Mit hohen Ambitionen in die neue Saison

Gestern Freitag, 17. März, präsentierte sich das Mountainbiketeam «Thömus maxon» im Swiss Bike Park in Oberried (BE) den Medien und Partnern. Das Team um Alessandra Keller und Mathias Flückiger startet am Sonntag in Gränichen (AG) zusätzlich verstärkt und mit hohen Ambitionen in die neue Saison.

Mit Mathias Flückiger (Leimiswil, BE), Alessandra Keller (Ennetbürgen, NW), Vital Albin (Chur, GR), Luke Wiedmann (Bellach, SO) und neu auch Lars Forster (Rieden, SG) startet das Thömus maxon Team morgen Sonntag mit grossen Zielen in die Saison. Das Team will die Erfolge der letzten Saison bestätigen und gar übertreffen. Teamchef Ralph Näf setzt die Zielsetzung hoch an: «Wir fahren am Weltcup in allen Kategorien um Podestplätze und Siege.» Neben den Weltcuprennen, den Landes- und Europameisterschaften ist das grosse Ziel die Weltmeisterschaft im August in Glasgow (Gbr).

Alessandra Keller (27):

«Als Weltnummer 1 in die neue Saison zu starten, macht mich stolz. Ich fühle mich dadurch nicht unter Druck gesetzt. Es stärkt mein Selbstbewusstsein, im Wissen in der Vergangenheit bereits vieles richtig gemacht zu haben. Meine Saisonziele sind in diesem Jahr die grossen internationalen Titelkämpfe.»

Mathias Flückiger (34):

«Ich freue mich, wieder mit dem Team unterwegs zu sein, endlich wieder an der Startlinie zu stehen und die Saison zu lancieren. In den letzten Tagen und Wochen fühlte ich mich auf dem Bike gut. Obwohl ich mit meinem aktuellen Formstand äusserst zufrieden, nehme ich momentan Tag für Tag und blicke noch gar nicht allzu weit in die Zukunft.»

Vital Albin (24):

«Meine Saisonvorbereitung lief gut. Wo ich genau stehe, werden wir am Sonntag in Gränichen sehen. In der neuen Saison möchte da fortfahren, wo ich letztes Jahr aufgehört habe. Die Lücke zur absoluten Weltspitze möchte ich Schritt für Schritt verkleinern. Mein grosses Ziel 2023 ist es, am Cross-Country-Weltcup in die Top 5 zu fahren.

Lars Forster (29):

«Ich freue mich mit meinem neuen Team Thömus maxon in die Saison zu starten. Vieles, oder besser gesagt fast alles ist neu. Das Einzige was bleibt: Ich will schnell Velofahren! Die Saisonvorbereitung lief für mich gut und deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir zusammen schöne Erfolge feiern können.» 

Luke Wiedmann (20):

«Teil des Team Thömus maxon zu sein, ist für mich von grosser Bedeutung. Ich kann von Alessandra, Mathias, Vital und Lars lernen und vieles abschauen. Nach meinem perfekten Saisonstart mit dem Sieg in Banyoles bin ich äusserst motiviert. Die WM in Glasgow ist mein ganz grosses Saisonhighlight.» 

Highlights auch neben der Rennstrecke und alternative Trainingsformen

Für das Team Thömus maxon gibt es neben der Rennstrecke auch weitere Highlights. Ganz besonders freut sich das Schweizer Equipe auf die «Bike Days Disentis» vom 9. bis 12. Juli 2023. Dabei sind alle Bikerinnen und Biker, ob gross oder klein, ob ambitioniert oder gemütlich unterwegs, willkommen mit dem Team die wunderbare Bikeregion rund um Disentis zu erkunden. Zudem steht am Samstag, 15. Juli, auf den schönsten Geheimtrails in Disentis mit der E-Bike-Challenge ein Velohappening für Breitensportlerinnen und Breitensportler auf dem Programm.

Auch im Bereich der Trainingsgestaltung wird das Team Thömus maxon einen innovativen Weg gehen und setzt dabei auf alternative Trainingsformen – mit elektronischer Unterstützung. Mit dem «Thömus Lightrider E Ultimate», welcher zusammen mit maxon entwickelt wurde, wird das Team die Vorteile des leichtesten E-Bikes der Welt immer wieder im Trainingsalltag einbauen.

Die «Thömus Akros Youngstars» werden erwachsen

Auch das Nachwuchsteam «Thömus Akros Youngstars» hat sich im Hinblick auf die neue Saison weiterentwickelt. Neu gibt es eine U19-Equipe und das U23-Advanced-Team. Mit den neuen Strukturen wird die Lücke von der Ausbildungsstätte im Nachwuchsbereich zum Profiteam geschlossen.

Total neun Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer in der U19- und U23-Kategorie tragen die Farben Rot und Weiss der Youngstars. Mit den Erfolgen von Monique Halter, der U19-Weltmeisterin des letzten Jahres, sind die Erwartungen von Teamchef Marcel Kuratli gestiegen: «Trotz der Doppelbelastung von Spitzensport und beruflicher Ausbildung bei den meisten Fahrerinnen und Fahrern, starten wir ambitioniert am Sonntag in Gränichen. Die Erfolge des letzten Jahres machen hungrig.»

Beitrag auf Tele Bärn von der Teampräsentation

Gold für Keller, Silber für Forster

An den Schweizer Meisterschaften im Radquer holt sich Alessandra Keller erneut Gold. Lars Forster gewann in seinem zweiten Rennen für Thömus maxon Silber!

Bei kalten, schlammigen und tiefen Bedingungen in Mettmenstetten ging die Nidwaldnerin Alessandra Keller als Titelverteidigerin und Topfavoritin ins Rennen. Die Weltnummer 1 im Mountainbike blieb cool und liess nichts anbrennen. Zwar konnte Rebekka Estermann, bereits im Vorjahr auf dem Silberplatz, stetig in Tuchfühlung mit Keller bleiben. Doch letztendlich gewann die 26-jährige aus Ennetbürgen mit zwölf Sekunden Vorsprung souverän. Bronze gewann Zina Barhoumi.

«Freue mich das Trikot ein weiteres Jahr zu tragen»

Über ihren zweiten Titel in Serie zeigte sich Alessandra Keller sehr erfreut: «Das waren heute echte Radquerbedingungen. Es war anspruchsvoll, tief, rutschig und matschig und Rebekka Estermann hat mich bis in Ziel gefordert. So freue ich mich, dass alles nach Plan lief und ich ein weiteres Jahr das Meistertrikot tragen darf.»

Silber für Forster

Der dreifache Schweizer Meister Lars Forster holt in Mettmenstetten die zweite Medaille fürs Thömus maxon. Der zweifache Titelhalter Kuhn machte von Beginn an Druck und konnte sich bereits in der ersten Runde absetzen. Doch der spätere Sieger Rüegg, wie auch Lars Forster, gingen ihre eigene Pace und liess sich auch durch einen Rückstand von dreissig Sekunden und mehr nicht aus dem Konzept bringen.

Ab Rennhälfte begann sich das Blatt zu wenden. Rüegg fuhr fortan Rundenbestzeiten und übernahm in der sechsten von acht Runden die Spitze. Gleichzeitig kam auch Lars Forster immer besser in Schwung und sah eine Chance, dass es mehr als «nur» Bronze werden könnte. Während Timon Rüegg seinen zweiten Elitetitel feierte, gelang Lars Forster in der letzten Runde tatsächlich noch den Sprung auf den Silberplatz. Darüber zeigte er sich erfreut: «Es war wirklich ein hartes Rennen und ich habe alles gegeben, was ich hatte. Deshalb bin ich heute mit Silber sehr zufrieden.»

Wiedmann Fünfter, Gold und zweimal Bronze für die Youngstars

Luke Wiedmann zeigte ebenfalls eine starke Leistung und belegte in der U23-Kategorie den starken fünften Platz. Für das Nachwuchsteam Thömus akros Youngstars wurden die Schweizer Meisterschaften ebenfalls ein Erfolg. Monique Halter holte ihren ersten U23-Titel, Lara Liehner und Mauro Hassler holte sich in der U19-Kategorie jeweils Bronze.

Lars Forster verstärkt Thömus maxon

Der zweifache MTB-Europameister Lars Forster verstärkt das Team Thömus maxon. Forster wird sein Debut in den roten Farben des Schweizer Mountainbiketeams bereits am 2. Januar 2023, beim Finale des Swiss Cyclocross Cup in Meilen geben. Thömus maxon präsentiert zudem mit ASSOS einen neuen Bekleidungspartner.

Das Team Thömus maxon geht noch stärker und noch breiter aufgestellt in die Saison 2023. Mit der Verpflichtung des 29-jährigen Lars Forster tritt die Equipe von Teamchef Ralph Näf erstmals mit drei Fahrer in der Kategorie Elite Herren an. Mathias Flückiger und Vital Albin erhalten einen dritten starken Mann an ihrer Seite: «Wir freuen uns sehr, dass wir Lars Forster verpflichten konnten. Lars hat trotz seinen beiden Europameistertitel, seinem Weltcupsieg 2019 in Snowshoe und weiteren internationalen Siegen noch grosses unausgeschöpftes Potential. Zudem passt er auch menschlich sehr gut ins Team,» erläutert Ralph Näf die Verpflichtungsgründe Forsters.

Forster: «Entscheidend war das Vertrauen»

Lars Forster wiederum freut sich sehr auf die neuen Zusammenarbeit mit Thömus maxon: «Entscheidend war für mich, dass Ralph und das Team mir ihr Vertrauen geschenkt haben und an mich glauben. Das gibt mir grosse Zuversicht. Zudem bringt Thömus maxon alles mit, was es braucht um erfolgreich zu sein: ein professionelles Umfeld, einen super Teamspirit und super Material.»

Die Ziele für Thömus maxon sind klar, wie Ralph Näf vorausblickt: «Wir wollen diese Saison Weltcuprennen, nationale und internationale Titel gewinnen und eines der weltbesten Mountainbiketeams sein!» Diese Zielsetzungen passen auch zu jenen Forsters. Der Neuzugang will bereits zu Saisonbeginn und den ersten Weltcups in Topform sein. Das grösste Saisonziel Forsters sind die Weltmeisterschaften im August im schottischen Glasgow, an jenem Ort, wo er 2018 seinen ersten Europameistertitel gewann.

ASSOS neuer Kleiderpartner

Auch im Bereich der Partner gibt es einen Neuzugang zu vermelden. Neu wird das Team von der Schweizer Traditionsmarke ASSOS eingekleidet. Damit wird Thömus maxon noch «Schweizerischer». Die Motivation ist äusserst gross, mit den qualitativen hochstehenden ASSOS-Produkten ins internationale Rampenlicht zu fahren. Das neue Trikot basiert weiterhin auf der Farbe Rot vom Hauptsponsor Thömus und überzeugt durch das schlichte, klassische und doch sehr auffällige Design.

Radquereinsätze als Saisonstart

Wie bereits in den Jahren zuvor wird die Saison mit zwei Radquereinsätzen lanciert. Alessandra Keller, Vital Albin, Luke Wiedmann und Lars Forster treten am Montag, 2. Januar 2023, beim Radquer Meilen an. Dies ist zugleich das Finale des Swiss Cyclocross Cup. Knappe zwei Wochen später stehen die Schweizer Meisterschaften in Mettmenstetten (15. Januar) auf dem Programm. Danach wird der Fokus auf die Vorbereitung zur MTB-Saison gelegt.

Lars Forster in Kürze:

Geburtsdatum: 1. August 1993

Grösse/Gewicht: 177 cm, 68 kg

Grösste Erfolge:        

Europameister 2018 und 2021

Weltcupsieg Snowshoe (USA) 2019

Cape Epic Gesamtsieg 2019

Schweizer Meister Radquer 2016, 2018, 2020

Vital Albin verlängert Vertrag bei Thömus maxon

Das Schweizer Mountainbike-Team Thömus maxon und der Bündner Vital Albin verlängern ihre Zusammenarbeit und gehen 2023 in ihre fünfte gemeinsame Saison. Auch der junge Solothurner Luke Wiedmann bleibt 2023 bei Thömus maxon.

Vital Albin war einer der grossen Aufsteiger der vergangenen Mountainbike-Saison. Er gewann vier internationale Rennen, triumphierte in der Gesamtwertung des Proffix Swiss Bike Cup, holte zweimal Silber an den Schweizer Meisterschaften im XCC und XCO, fuhr am XCC-Weltcup in Leogang als Dritter erstmals aufs Weltcuppodium, fuhr bei drei XCO-Weltcups in die Top 10, erzielte mit Platz 6 in Andorra sein bestes XCO-Weltcupresultat und stieg zum Ende der Saison in die Top 10 der Weltrangliste auf.

Damit gelang dem 24-jährigen Albin in seinem vierten Jahr mit dem Thömus maxon Team der grosse Durchbruch an die Weltspitze. Doch der Aufstieg soll noch weitergehen und gerade deshalb, hat sich der in Chur wohnhafte Albin zur Vertragsverlängerung entschieden: «Das Team hat immer an mich geglaubt, auch in Zeiten, in denen es nicht optimal gelaufen ist. Ich schätze sehr, dass Thömus maxon ein Schweizer Team ist, die Wege nahe sind und wir dadurch extrem effizient und logistisch einfach zusammenarbeiten können», hebt Albin die Gründe für seinen Entscheid hervor. Albin macht zudem klar, dass ihm die Philosophie im Team besonders zusagt: «Es ist ein nachhaltiges Projekt. Mit unserem Nachwuchsteam werden Fahrerinnen und Fahrer frühzeitig unterstützt und gefördert. Gemeinsam zu wachsen und sich weiterzuentwickeln ist extrem wichtig. Deshalb weiss ich, dass das Team für meine langfristige Entwicklung das Richtige ist.»

Auch Teamchef Ralph Näf freut sich, dass die gemeinsam Arbeit weitergeht: «Es ist für uns von grosser Bedeutung, dass wir stetig in die Zukunft blicken. Langfristigkeit und Kontinuität führen zum Erfolg. Vital ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür und wir freuen uns, gemeinsam noch weitere und noch grössere Erfolge feiern zu können.»

Kontinuität auch im U23-Bereich

In Sinne der Kontinuität geht auch die Zusammenarbeit mit dem Solothurner U23-Fahrer Luke Wiedmann weiter. Wiedmann, welcher in diesem Jahr immer wieder sein grosses Potential aufzeigen konnte, wird 2023 in die dritte Saison in der U23-Klasse gehen. Auch hier zeigt sich Näf optimistisch: «Luke hat noch viel Steigerungspotential nach oben. Wenn bei ihm alles zusammenpasst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er grosse Erfolge feiern wird.»

Doppelschlag für Albin und Tagessieg für Keller

Beim Finale des Proffix Swiss Bike Cup in Gstaad (Be) konnte Vital Albin einen grossartigen Doppelerfolg feiern. Der Bündner gewann das C1-Rennen und damit auch die Gesamtwertung der fast 30-jährigen Rennserie. Auch Alessandra Keller stand zuoberst. Die Nidwaldnerin gewann das Rennen der Frauen Elite – ihr achter Saisonsieg.

Für Vital Albin hätte die Saison nicht besser enden können. Nach einem umkämpften Duell gegen Marcel Guerrini, den WM-Fünften, konnte Albin seinen dritten Saisonsieg am Proffix Swiss Bike Cup holen. Damit entschied er das Duell um den Gesamtsieg gegen Andri Frischknecht für sich. «Das war wirklich ein perfekter Saisonschluss. Ich war nochmals sehr motiviert, meine beste Leistung abzurufen und diesen Gesamtsieg zu erreichen. Dass mir dies gelungen ist, macht mich glücklich. Als Tages- und Gesamtsieger des Swiss Bike Cup in die Saisonpause gehen zu können, fühlt sich super an», resümierte der 24-jährige Bündner.

Auch Alessandra Keller konnte ihre Mountainbikesaison mit einem Vollerfolg abschliessen und so auch für das Team Thömus maxon einen perfekten Schlusspunkt auf eine äusserst erfolgreiche Saison setzen. Doch ganz so einfach fiel es der Weltnummer 1 in Gstaad nicht: «Ich hatte zu Beginn wirklich grosse Mühe mit den Bedingungen und glaubte kaum, das Rennen gewinnen zu können. Doch je länger es ging, umso besser lief es mir. Ich freue mich, so meine MTB-Saison abschliessen zu können.»

Das Team Thömus maxon gewann damit auch die Teamwertung.

Resultate Proffix Swiss Bike Cup Gstaad

Resultate Gesamtwertung Proffix Swiss Bike Cup

Die Weltnummer 1 Alessandra Keller bleibt bei Thömus maxon

Die Nidwaldnerin Alessandra Keller und das Schweizer Mountainbiketeam Thömus maxon haben ihre Zusammenarbeit um zwei weitere Jahre, bis 2024, verlängert. Damit steigt die Doppel-Gesamtweltcupsiegerin, Schweizer Meisterin und aktuelle Weltnummer 1 in der nächsten Saison bereits in die achte Saison in der Teamstruktur des heutigen Teams Thömus maxon. 

2016 startete die Zusammenarbeit von Alessandra Keller und Ralph Näf. Nach drei schwierigen, von Verletzungen geprägten Jahren folgte nun in dieser Saison der absolute Durchbruch an die Weltspitze. Gerade deshalb hat sich die 26-jährige Keller dafür entschieden, weiterhin die Farbe Rot von Thömus maxon zu tragen: «Für mich war die Konstanz ausschlaggebend. Die Konstanz, mit einem Team und Personen zusammenzuarbeiten, die genau wissen, was ich brauche. Das Team vertritt Werte und eine Philosophie, die zu mir passen. Wir haben uns gemeinsam in den letzten Jahren stark weiterentwickelt, professionalisiert und ich fühle mich sehr wohl bei Thömus maxon», fasst Alessandra Keller ihre Gründe für die Vertragsverlängerung zusammen.

Auch Teaminhaber Ralph Näf freut sich, dass die gemeinsame Geschichte weitergeschrieben wird: «Ich bin sehr glücklich über diese Vertragsverlängerung. Alessandra ist eine ganz wichtige Person für unser Team, als Athletin genauso wie als Mensch. Für uns als reines Schweizer Team, mit Schweizer Sponsoren und Partnern, Schweizer Athletinnen und Athleten, Schweizer Staffmitgliedern, ist es grossartig, dass wir nächste Saison gestärkt im internationalen Mountainbikezirkus angreifen können.» Die Zielsetzungen für Alessandra Keller und ihr Team sind klar: «Ich will mich weiter in der absoluten Weltspitze etablieren und damit auch internationale Titel gewinnen.»

Für Alessandra Keller ist die aktuelle Saison noch nicht zu Ende. Am kommenden Sonntag bestreitet sie das Finalrennen des Proffix Swiss Bike Cup in Gstaad. Anschliessend steht noch die dreitägige Strassenrundfahrt Tour de Romandie Féminin, vom 7. bis 9. Oktober, auf dem Programm.

Alessandra Keller krönt ihre perfekte Saison

Die Nidwaldnerin Alessandra Keller vom Team Thömus maxon hat mit dem zweiten Platz an der ÖKK Bike Revolution in Huttwil die Gesamtwertung der prestigeträchtigen Rennserie gewinnen können. Damit krönte die aktuelle Weltnummer 1 ihre bereits perfekte Saison! Vital Albin überzeugte ebenfalls und fuhr als Fünfter aufs Podest und wurde Gesamtzweiter.

Sie ist die aktuelle Weltnummer 1, Gesamtweltcupsieger im Cross Country und im Short Track, gewann zwei Weltcuprennen diese Saison, ist Schweizer Meisterin und triumphierte an nicht weniger als sieben Rennen im Jahr 2022. Und nun krönte sich Alessandra Keller auch noch zur Gesamtsiegerin der ÖKK Bike Revolution Serie. Mit einem zweiten Platz beim C1-Rennen in Huttwil hinter der Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot (Fra) holte sich die 26-jähirge das rot-weisse Trikot der Gesamtsiegerin – ein weiterer erster Platz in dieser Saison. Keller verwies damit die Niederländerin Anne Terpstra, welche punktegleich ins Finalrennen gestartet war, auf den zweiten Platz.

«Happy über diese schöne Zugabe»

Nach einem äusserst anspruchsvollen und schlammigen Rennen zeigte sich Alessandra Keller sehr zufrieden: «Die letzten Wochen waren intensiv, weil ich viele Termine hatte und so sicherlich nicht mit vollem Fokus am Start stand. Doch ich habe die sehr anspruchsvolle Strecke mit einem konstanten Speed bewältigt.» Keller betonte, dass sie ohne Druck angetreten sei, zumal sie ihre grossen Ziele bereits hinter sich habe. Die Weltnummer 1 fügte jedoch an: «Angesichts der Vorbereitung auf Huttwil bin ich noch viel glücklicher über meinen zweiten Platz heute und vor allem über den Gesamtsieg. Die ist eine schöne Zugabe auf eine fantastische Saison.»

Vital Albin mischt ganz vorne mit

Der Bündner Vital Albin zeigte ebenfalls eine starke Leistung. Zwar gelang ihm keine optimale Startphase, doch Albin kämpfte sich bereits in der zweiten Runde zurück in den Kampf um die Podestplätze. In den äusserst schlammigen und schwierigen Bedingungen zeigte der Thömus-maxon-Fahrer im weiteren Verlauf des Rennens eine starke Leistung und konnte auf den fünften Podestplatz fahren. Damit erreichte Albin den ausgezeichnete zweiten Platz in der Gesamtwertung der ÖKK Bike Revolution, hinter der französischen Weltnummer 1 Titouan Carod.

Resultate ÖKK Bike Revolution Huttwil

Sensationeller Gesamtweltcupsieg von Alessandra Keller

Beim Weltcupfinale in Val di Sole (Ita) sichert sich Alessandra Keller (Thömus maxon) mit einem sechsten Platz sensationell den Sieg in der MTB-Gesamtweltcupwertung! Damit holt sich die 26-jährie Nidwaldnerin zusammen mit der Disziplinenwertung im Short Track, welche sie am Freitag schon für sich entscheiden konnte, das Double! Keller ist neben Barbara Blatter und Jolanda Neff erst die dritte Schweizerin, welche den Gesamtweltcup gewinnt. Im Rennen der Herren holte sich Vital Albin zum Saisonschluss mit Platz 9 nochmals ein Glanzresultat!

Interview mit Alessandra Keller auf SRF

Resultate XCO-Weltcup Val di Sole (Ita)

Alessandra Keller sichert sich Short-Track-Weltcupwertung

Grosserfolg für Alessandra Keller (Ennetbürgen) vom Team Thömus maxon. Die 26-jährige Nidwaldnerin holt sich mit einem dritten Platz beim Weltcupfinale in Val di Sole (Ita) die Disziplinen-Wertung im Short-Track-Weltcup.

Ohne Fehl und Tadel absolvierte Alessandra Keller das Weltcupfinale im Short Track (XCC). Über das ganze Rennen hinweg war sie präsent und stets in den vordersten Positionen anzutreffen. Erst in der letzten Runde musste Keller die Französinnen Pauline Ferrand-Prévot und Loana Lecomte ziehen lassen, sicherte sich aber dahinter in einem Spurtduell gegen Jolanda Neff aber den starken dritten Platz. Ein fünfter Rang hätte der Fahrerin des Thömus maxon Teams zum Triumph in der Disziplinenwertung gereicht.

«Der Titel bedeutet mir sehr viel.»

Über den grössten Erfolg ihrer Karriere zeigte sich Keller extrem zufrieden und vor allem auch stolz: «Der Titel bedeutet mir sehr viel. Sehr viel auch für alle Leute, die mich unterstützt haben, welche immer an mich geglaubt haben und Teil dieses Erfolges sind.» Die ganze Saison sei sehr gut verlaufen – besser als sie es erwartet und erträumt hätte, analysierte Keller nach dem Rennen. «Das ist die Krönung und ich bin extrem stolz, stolz auch aufs ganze Team, das ein wichtiger Teil in diesem Prozess war», bilanzierte die frisch gebackene XCC-Weltcupgesamtsiegerin.  

Chancen auf Gesamtweltcup weiter intakt

Mit dem dritten Rang im XCC-Rennen konnte Keller in der Gesamtwertung weitere Punkte auf die Führende Anne Terpstra wettmachen. Vor dem abschliessenden Cross-Country-Rennen am Sonntag beträgt der Rückstand Kellers nur noch 43 Punkten auf die Niederländerin Terpstra.

Vital Albin spart Kräfte

Der Bündner Vital Albin startete mit dem Ziel, einen Startplatz in den ersten zwei Reihen für den Sonntag zu ergattern. Als Albin aber merkte, dass die Kräfte und die Tagesform dazu nicht ausreichen, drosselte er bewusst das Tempo und belegte Platz 37. Damit sparte Albin Kräfte für den Sonntag, wo er beim Cross-Country-Weltcupfinale nochmals richtig angreifen will.

Resultate

Weltcupsieg für Alessandra Keller

Alessandra Keller feiert im US-amerikanischen Snowshoe den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere.
Bei einsetzendem Regen und schwierigen Streckenbedingungen lieferten sich Keller und Jenny Rissveds (SWE) einen packenden Zweikampf an der Spitze.
Mit einer fulminanten letzten Runden gelang es Keller die Führung zu übernehmen, Rissveds zu distanzieren und ihren ersten Weltcupsieg einzufahren.

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Keller übernimmt Weltcup-Führung dank viertem Platz

Alessandra Keller startet im freitäglichen Shorttrack Rennen als einzige Vertreterin von Thömus maxon. Auf dem vom Regen der Vortage aufgeweichten Kurs im US-amerikanischen Snowshoe holt sie sich den starken vierten Platz und übernimmt dank diesem Resultat die Führung im Disziplinenweltcup. Bei den Herren starten weder Flückiger noch Albin zum Rennen.

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Brillianter Vital Albin holt in Vallnord Kohlen aus dem Feuer

Nach den beiden Siegen vom vergangenen Freitag sah es am Sonntag zu Beginn nicht nach einem Glanzresultat für das Thömus maxon-Team aus. In Abwesenheit von Teamleader Mathias Flückiger errang der junge Bündner Vital Albin aber einen feinen sechsten Schlussrang. Alessandra Keller fährt als Achte erneut in die Top 10; die Nidwaldnerin zeigte sich über dieses Resultat allerdings enttäuscht.

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Doppelschlag durch Keller und Flückiger

Alessandra Keller und Mathias Flückiger gewinnen beide das XCC-Weltcuprennen in Vallnord (Andorra) und sorgen für einen Doppelschlag für das Thömus maxon Team. Keller holte damit an selber Stelle wie bereits im Jahr 2018 ihren zweiten Weltcupsieg im Shorttrack. Mathias Flückiger konnte sich zum insgesamt vierten Mal in die Mitte des Short-Track-Podests stellen. Keller schloss mit diesem Resultat in der Weltcup-Zwischenrangliste zur bislang führenden McConnell auf. Flückiger konnte seine Führung gar weiter ausbauen.

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Podestplatz und bestes Karriereresultat für Keller – Flückiger enttäuscht über dritten Rang

Vor 11’500 enthusiastischen Zuschauerinnen und Zuschauern reüssiert das Thömus maxon Team auch am Heimweltcup in Lenzerheide. Alessandra Keller fährt nach packendem Kampf zum ersten Mal in ihrer Karriere bei der Elite in die Top drei. Im Männerrennen kann Mathias Flückiger nach einer ganz starken Leistung nicht gewinnen. Zusammen mit Nino Schurter kommt er zu Fall. Der gute dritte Platz ist ein kleiner Trost.

Alessandra Keller konnte sich das gesamte Rennen über in der Spitzengruppe behaupten und zwischenzeitlich auch die Führung übernehmen. Mit Lecomte (Fra) und Rissveds (Swe) hatte sie aber zwei äusserst starke Konkurrentinnen bei sich. Deren Tempoverschärfungen musste sich Keller schlussendlich geschlagen geben. Dank des vorher herausgefahrenen Vorsprunges kann sie sich aber den ausgezeichneten dritten Rang sichern. Damit ist Alessandra Keller nach über drei Jahren gar die erste Schweizerin, welche ein Weltcup-Rennen über die olympische Distanz auf dem Podest beendet. «Es war eine geniale Stimmung hier in Lenzerheide und ich konnte die Energie der Zuschauer voll aufsaugen. Ich bin überglücklich, meinen ersten Podestplatz hier beim Heimrennen realisieren zu können und es gibt mir Rückenwind für die weitere Saison», gab sie nach der Zieldurchfahrt mit glänzenden Augen zu Protokoll. Es gewann Loana Lecomte. Zweite wurde die schwedische Meisterin Jenny Rissveds.

Heimrennen ist ein «gutes Pflaster» für Keller

Keller, die Nidwaldnerin aus Ennetbürgen, verbindet mit dem Rennen in Lenzerheide nur gute Erinnerungen. Hat sie doch bereits die an selber Stelle stattfinden Weltmeisterschaften 2018 in der Kategorie U23 gewinnen können. Im Weltcupzwischenklassement konnte sie sich dank des heutigen Topresultates auf den fünften Rang vorarbeiten.

Perfektes Rennen endet mit leiser Enttäuschung für Flückiger

Im Männerrennen lieferte Mathias Flückiger wiederum das bekannte Feuerwerk. In einem packenden Rennen, welches von Führungswechseln und Tempoverschärfungen gezeichnet ist, konnte er sich nach einer verhaltenen Startrunde stets in den ersten Positionen behaupten. Das Rennen entwickelte sich zu einem Vierkampf zwischen Nino Schurter, dem Italiener Luca Braidot, Südafrikaner Alan Hatherly und Mathias Flückiger. Auf der letzten Runde im letzten Waldstück – abseits der Kameras – kam es zum Zusammenstoss zwischen Lokalmatador Nino Schurter und Mathias Flückiger. Beide stürzten und Luca Braidot wurde zum grossen Profiteur. Er gewinnt sein erstes Weltcuprennen gewinnen kann.   

«Das Rennen ist perfekt gelaufen bis zu diesem Rennunfall auf der Schlussrunde. Ich habe eine Lücke gesehen und intuitiv gehandelt. Dass es zum Sturz kam bedaure ich sehr, doch das gehört wohl einfach auch zum Rennsport. Der dritte Rang ist aber sicherlich nicht das, was ich mir erhofft habe.», sagte der enttäuschte Oberaargauer im Ziel.

Albin erneut sehr stark

Der Bündner, Vital Albin, fuhr an seinem Heimrennen wiederum ein sehr solides Resultat ein. Mit seinem hervorragenden 13. Platz erreichte er sein zweitbestes Weltcupresultat und  festigte seine Position in der erweiterten Weltspitze. Kein guter Tag erwischte Luke Wiedmann, welcher am Tag zuvor noch krank war und auch noch vom Defektpech heimgesucht wurde.

Resultate XCO Lenzerheide

Nahezu perfekter Weltcupstart – Zweite Plätze für Keller und Flückiger

Der Start zum Heimweltcup in Lenzerheide hätte dem Thömus maxon Team kaum besser gelingen können. Alessandra Keller erreichte mit dem zweiten Platz ihren ersten Podiumsrang in einem Short-Track-Weltcup in dieser Saison. Mathias Flückiger doppelte bei den Herren nach und holte ebenfalls einen starken zweiten Rang! Damit übernahm Flückiger die Spitze im Disziplinen-Weltcupklassement.

Das Rennen der Frauen blieb lange Zeit offen. Es entwickelte sich in der grossen Spitzengruppe ein Ausscheidungsrennen. Alessandra Keller zeigte sich dabei jederzeit präsent und hielt sich stets in den ersten Positionen auf. Bis drei Runden vor Schluss die Schwedin Jenny Rissveds derart vehement verschärfte, dass eine Lücke entstand. Die 26-jährige Keller übernahm sofort Verantwortung und reagierte, doch Rissveds konnte nicht mehr gestellt werden. In der Schlussrunde spielte Alessandra Keller ihre ganze Klasse aus und holte sich mit und dank ihrer offensiven Fahrweise den starken zweiten Rang.

«Der definitive Beweis, dass ich zurück an der Weltspitze bin»

«Ich hatte dieses Jahr schon mehrere vierte Plätze. Dass ich es ausgerechnet heute in Lenzerheide unter die besten drei schaffe, macht mir sehr glücklich. Der heutige Tag ist ein weiterer Beweis meiner Konstanz und dass ich definitiv an der Weltspitze zurück bin», fasste eine glückliche Alessandra Keller ihre Darbietung im Ziel zusammen.

Das Rennen der Herren hatten einen ähnlichen Verlauf wie bei den Frauen. Lange blieb eine sehr grosse Gruppe zusammen und erst in den letzten Umgängen setzten sich fünf Fahrer ab. Genauso wie Alessandra Keller fuhr auch Mathias Flückiger ein tadelloses Rennen – stets in den vordersten Positionen. Weniger gut lief es Vital Albin, der einen schlechten Start erwischte und lange brauchte, bis er in Fahrt kam.

Führung im Disziplinenweltcup und zuversichtlich für den Sonntag

Trotz mehreren Angriffen konnte sich kein Fahrer entscheidend absetzen und so kam es zum Sprint einer Vierergruppe. Dabei hatte der Schweizer Meister Filippo Colombo das beste Ende für sich. Der Tessiner gewann seinen ersten Weltcup seiner Karriere. Flückiger wurde knapp geschlagen und damit starker Zweiter. Der Oberaargauer übernahm damit gar die Gesamtführung im Short-Track-Disziplinenweltcup. Für Vital Albin reichte es am Ende zu einem für ihn eher enttäuschenden 25. Rang.

«Es war ein knapper Sprint. Viel fehlte mir zum Sieg nicht. Doch ich bin wirklich zufrieden, wie ich mich gefühlt habe. Das lässt mich zuversichtlich in Richtung Sonntag schauen; meine Ausgangslage ist perfekt», zeigte sich der letztjährige Gesamtweltcupsieger zuversichtlich für das sonntägliche Cross-Country-Rennen.

Resultate XCC Lenzerheide

Trail Talk #3 mit Math Flückiger

«Konkurrenz auf dem Bike – sonst eine grosse Familie!»

Wie viel Freundschaft ist im Rennsport möglich? In seiner neuen Fit-for-Life-Kolumne äussert sich Mathias Flückiger über die Eigenarten im Mountainbike, Frechheiten auf den Trails ­– und seinen Dauerrivalen Nino Schurter.  

«In erster Linie sind wir Mountainbiker Rennfahrer, wir kämpfen um Positionen, um die besten Plätze, um Siege, wir kämpfen im Rennen direkt gegeneinander. Anders als beispielsweise die Skirennfahrer, die möglichst schnell eine Piste hinunterkommen wollen. Oder die Zeitfahrer im Strassenradsport.

Bei uns ist ein Rennen immer auch Mann gegen Mann. Logisch, dass es dabei immer wieder umstrittene Aktionen gibt. Beim Weltcup in Nove Mesto beispielsweise hat mir der Rumäne Vlad Dascalu einmal grenzwertig den Weg abgeschnitten. Aber er hat sich gleich nach dem Rennen dafür entschuldigt. Für mich war die Sache damit erledigt. Oder die Aktion von Nino Schurter bei der letztjährigen Weltmeisterschaft im Val die Sole. Obwohl das Geschehen in den Medien ja zur Genüge durchgekaut worden ist, nehme ich das als Beispiel. Nino und ich lagen zu zweit in Führung. Kurz vor dem Ziel überholte er mich innen in der zweitletzten Kurve – und wurde wieder Weltmeister. Ich fand sein Überholmanöver im ersten Moment zu riskant und unkorrekt – und habe das nach dem Rennen auch zum Ausdruck gebracht. Ich war enttäuscht und wütend, weil ich diesen WM-Titel ebenfalls wollte und die Goldmedaille zum Greifen nahe war. Im Nachhinein musste ich sagen, Nino hat seine Chance in jener Situation einfach blitzschnell genutzt und mich überrascht. Ich ärgerte mich auch über mich selbst, weil ich ihm in jener Situation zu viel Platz gelassen hatte.

«Nino hat mich immer gepusht»

So ist der Rennsport. Und die Kämpfe um die Positionen sind ja auch ein schöner Teil der Faszination. Ich meine, ohne Nino wäre ich wohl nie so stark geworden. Er war lange Zeit der Massstab, unantastbar der Beste. Sein Niveau zu erreichen, auf die gleiche Stufe zu kommen, das hat mich immer motiviert. Auf diese Weise hat er mich während meiner ganzen Karriere gepusht. In der letzten Saison hat sich das Blatt gewendet. Da war ich erstmals stärker. In diesem Jahr nun ist Nino wieder die Nummer 1. Was mich erneut herausfordert.

Nino und ich, wir sind Kollegen und sehr respektvoll einander gegenüber. Auf den Rennstrecken aber sind wir Konkurrenten, vor allem im Weltcup. Unterwegs machen wir keine Geschenke. Da fährt jeder für sich. Wir sind ja auch in verschiedenen Teams.

Etwas anders sieht es bei Olympischen Spielen aus. Da sind wir beide im Nationalteam, wir fahren beide für die Schweiz und bereiten uns gemeinsam auf das Rennen vor. Es ist wahrscheinlich ähnlich wie im Fussball, wenn der YB-Spieler mit dem FCB-Spieler im Nationalteam zusammentrifft. An Olympischen Spielen sind wir einander näher, da sind wir mehr Kollegen als im Weltcup. Da ist es wichtig, dass ein Schweizer vorne ist.

Die Schwächen von Pidcock

Und vielleicht sind wir auch ein bisschen näher zusammengerückt, als die Stars von der Strasse, Mathieu van der Poel und Tom Pidcock, plötzlich in den Mountainbike-Weltcup eingriffen. Und uns manchmal mehr forderten als uns lieb war. Ich habe grossen Respekt vor beiden. Pidcock ist sehr talentiert, die Sportart Mountainbike ist auf seine Fähigkeiten zugeschnitten. Darüber hinaus ist er ein starker Sprinter – und ein Pokerface. Wenn er mal ein paar Meter abreissen lässt, heisst das nicht, dass er nun am Ende ist. Ein paar Sekunden später ist er wieder dran. Ich muss noch herausfinden, wo er seine Schwächen hat.

Mit den meisten Fahrern im Feld habe ich es gut, mit manchen sehr gut. Es gibt aber einen, der fährt wie ein Gestörter, unnötig risikoreich und gefährlich. Ich will ihn hier nicht mit Namen nennen. Sonst aber halten sich eigentlich alle an die Regeln. Natürlich fährt man da und dort die Ellbogen raus. Das gehört dazu. Vor allem auch im Shorttrack, wo das Rennen hektischer ist und es weniger Platz gibt. Nach dem Zielstrich aber ist der Konkurrenzkampf vorbei. Dann sind wir wieder Kollegen, mit Erfahrungen, Freuden oder Sorgen, die der andere verstehen kann, dann sind wir wie eine grosse Familie.

Vorfreude auf das Heimrennen

Und manchmal entstehen unverhofft neue Freundschaften – oder werden alte gefestigt. Wie jene mit Timon Rüegg, dem Radquer-Spezialisten, den ich aus den Zeiten beim Stöckli-Team kenne. Mit «Timi» verbinden mich auch Erlebnisse abseits der Rennstrecke. Nur zu gut erinnere ich mich, wie wir im Höhentrainingslager einen abenteuerlichen Abstecher zum Trailrunning gemacht haben. Meine Oberschenkel dankten es mit einem unvergesslichen Muskelkater. Nun wohnt «Timi» seit diesem Frühjahr bei mir im selben Haus in Leimiswil. Wir trainieren nach Möglichkeit zusammen, was bereits Früchte getragen hat. Bei den Schweizer Meisterschaften in Leysin konnte ich meinen Titel verteidigen, und «Timi», der nur wenige Bike-Rennen fährt, wurde grossartiger Vierter. Und weil Vital Albin, mein jüngerer Kollege im Thömus maxon Team, Vizemeister wurde, feierten wir auf dem Podest ein schon fast familiäres Fest.

Auf dieser Stufe aber als Teamkollegen zusammen zu fahren, taktisch gar gegen andere, ist schwierig im Gelände, viel schwieriger als auf der Strasse, wo man den Windschatten nutzen kann. Und so werden wir auf der Lenzerheide – am 8. Juli im Shorttrack und am 10. Juli im Cross-Country – zwar alle unser Heimrennen bestreiten. Fahren aber wird schlussendlich jeder für sich.»

Der nächste Trail Talk erscheint am 25. August im Fit for Life!

Vital Albin gewinnt Klassiker in Gränichen – Wiedmann Vierter

Albin (Chur) gewinnt den MTB-Klassiker im aargauischen Gränichen. Der Bündner verweist in einem sprichwörtlich “heiss umkämpften” Rennen Andri Frischknecht und Joel Roth auf die Ehrenplätze. Mit dem starken vierten Platz und dem Gewinn der U23-Wertung sorgt Luke Wiedmann (Bellach) für einen perfekten Renntag.

Das Mountainbikerennen von Gränichen ist ein absoluter Klassiker. Es ist das älteste Schweizer Cross-Country-Rennen und fand zum dreissigsten Mal statt. Dabei entwickelte sich das Rennen der Elite Herren zu einem echten Krimi. Nach der ersten Runde lagen elf Fahrer gemeinsam in Front. Danach verschärften Joel Roth und Andri Frischknecht die Pace und es bildete sich eine Viererspitze. Nur Vital Albin und der Neuseeländer Anton Cooper konnten folgen.

Zu diesem Zeitpunkt lag Luke Wiedmann noch weit ausserhalb der Top 10. Nach der ersten Runde auf dem 23. Rang liegend, arbeitete sich der Solothurner stetig nach vorne. Mit extrem schnellen Rundenzeiten ab Rennhälfte konnte Wiedmann im zweitletzten Umgang gar den Anschluss ans Spitzenquartett herstellen. Zu fünft ging es in die Schlussrunde.

Vital Albin mit viel Geduld

Andri Frischknecht griff als Erster an. Dieser Tempoverschärfung fielen Cooper und Wiedmann zum Opfer. Doch noch im gleichen Anstieg setzte Vital Albin, der sich bis zu diesem Zeitpunkt meist an zweiter Position aufgehalten hatte, zum Konter an. Er übernahm die Spitze und konnte auf der zweiten Hälfte der äusserst spektakulären und anspruchsvollen Runde einen kleinen Vorsprung bis in Ziel herausfahren. Hinter Andri Frischknecht (2.) und Joel Roth (3.) konnte Luke Wiedmann einen herausragenden vierten Rang einfahren und verwies Anton Cooper auf den letzten Podestplatz.

Für Vital Albin war es der erste Sieg an einem HC-Rennen: „Heute hat einfach alles gepasst: Meine Form, meine Taktik. Das Warten bis zur Schlussrunde hat sich gelohnt“, resümierte der 23-jährige vom Team Thömus maxon. Albin erinnerte sich gut, dass er bei ähnlich heissen Bedingungen schon zu früh zu viel gemacht hatte und dann am Ende für diesen Effort büsste. “Ich freue mich sehr, dass ich nun auch mein erstes HC-Rennen gewinnen konnte”, zeigte sich der Jus-Student über einen weiteren grossen Erfolg in dieser Saison glücklich.

Mit dem Sieg in Gränichen übernahm Vital Albin auch die Führung in der Gesamtwertung – knapp dem letztjährigen Gesamtsieger Andri Frischknecht.

Resultate Proffix Swiss Bike Cup Gränichen

Grandioser Sieg für Flückiger

Mit einer Willensleistung in der Schlussrunde distanziert der Thömus-maxon-Fahrer Mathias Flückiger seinen letzten Verfolger und gewinnt im österreichischen Leogang verdient sein insgesamt fünftes Weltcup-Rennen. Die Trümpfe von Vital Albin und Alessandra Keller stechen für einmal nicht entscheidend. Dennoch gelingen ihnen solide Resultate, die auf einen erfolgreichen weiteren Saisonverlauf hoffen lassen.

Bei strahlendem Sonnenschein zeigte sich die Cross-Country-Strecke von Leogang (Ö) komplett anders als noch am Freitag beim Shorttrack-Rennen. Mathias Flückiger und Vital Albin konnten beide keinen optimalen Start verzeichnen. Sie wurden auf den ersten Metern etwas im Fahrer Pulk eingeklemmt. Schon bald wurde aber klar, dass Flückiger über eine gute Tagesform verfügte. So fuhr er auf der ersten Runde einen Rückstand von 16 Sekunden zu und machte sich kurze Zeit später mit Landsmann Nino Schurter daran, auch die letzten Konkurrenten zu distanzieren.

Im Synchronflug absolvierten die beiden Schweizer Routiniers die inzwischen komplett trockene Strecke und hielten den südafrikanischen Meister Alan Hatherly als letzten Verfolger stets auf Distanz. Mit einem trockenen Antritt im langen und steilen Aufstieg auf dem berüchtigten Skilift-Trassé, konnte Flückiger Schurter schlussendlich um wenige Meter distanzieren. Bis ins Ziel zementiert der Oberaargauer seinen Vorsprung und fährt souverän zu seinem fünften XCO-Weltcup-Sieg.

Ein hartes Rennen mit dem glücklichen Ende für Flückiger

«In der Startrunde war ich wohl etwas zu passiv. Das hat mich ein paar Körner gekostet. Schlussendlich bin ich aber überglücklich mit meinem dritten Sieg in Serie», gibt Flückiger im Ziel zu Protokoll. Es sei eines seiner härtesten Rennen gewesen. Die langen Aufstiege und die anspruchsvollen Abfahrten liessen einem keine Sekunde Erholung, führt er fort. Nino Schurter habe ihm mit seinem Tempoforcing das Leben zusätzlich schwer gemacht. «Ich habe mich megastark gefühlt und gehofft, dass ich nach meiner Attacke alleine wegfahren kann. Nino konnte mir als Einziger folgen bis ich ihn im letzten langen Anstieg doch noch abschütteln konnte. Ich bin einfach nur happy, dass es für mich gereicht hat!»

Vital Albin zeigte ein solides Rennen. Sein zwanzigster Schlussrang war nach dem grandiosen Resultat im Shorttrack dennoch eine kleine Ernüchterung. «Mein Ziel war eine Platzierung in den Top 15. Das habe ich knapp verpasst, aber ich weiss woran ich bis zum Rennen auf der Lenzerheide arbeiten muss», resümierte er im Ziel.

Im Gesamtweltcup kletterte Flückiger dank den beiden Siegen an diesem Wochenende auf den dritte Zwischenrang.

Für einmal kein Exploit bei den Frauen

Alessandra Keller fuhr ein konstantes und solides Rennen und kam auf dem zehnten Rang ins Ziel. «Der Aufstieg ist brutal lang. Zudem war ich in der ersten Runde in einen kleinen Crash verwickelt», resümiert sie nach der Zieldurchfahrt. Ein Top Ten-Platz auf dieser Strecke sei das Beste was heute möglich gewesen sei. «Auf der Lenzerheide greife ich wieder an», sagt sie mit einem Augenzwinkern zum Abschluss. Das Rennen gewonnen hat die Französin Loana Lecomte vor Jenny Rissveds (Swe) und der einheimischen Laura Stigger (Ö).

Luke Wiedmann erlebte in der U23-Kategorie keinen erfolgreichen Sonntag. Er fühlte sich schon am Samstag leicht angeschlagen. Wiedmann konnte das ganze Rennen über nie in die Entscheidung um eine Topplatzierung eingreifen und belegte den 45. Rang.

Resultate XCO-Weltcup Leogang

Weltcupsieg für Flückiger, Albin Dritter und Keller Vierte

Ein grossartiger Tag für das Thömus maxon Team am Weltcupauftakt in Leogang (Ö). Mathias Flückiger gewinnt das Short-Track-Rennen in überlegener Manier. Vital Albin fährt zum ersten Mal in seiner Karriere als Dritter auf das Weltcuppodest und Alessandra Keller rundet als starke Vierte das perfekte Teamergebnis ab.

Mathias Flückiger ist zurück – und wie! Nach dem Gewinn des Schweizer Meister Titels am vergangenen Sonntag siegte Flückiger auch im Short-Track-Wettbewerb im Rahmen des vierten Weltcups dieser Saison. Die Strecke in Leogang war durch die Regenfälle und tiefer, schmieriger Boden noch zusätzlich schwerer geworden. Genau nach dem Gusto von Mathias Flückiger.

Flückiger: “So fühlt sich der Sieg noch viel besser an”

“Es ist ein grossartiges Gefühl, wieder ein Weltcuprennen zu gewinnen. Der Saisonstart war wirklich nicht, wie ich es mir erwünscht hatte. So fühlt sich der Sieg noch viel besser an und es gibt mehr sehr viel Selbstvertrauen für den Sonntag aber auch für weitere Zukunft”, zeigte sich Mathias Flückiger extrem happy über seinen insgesamt dritten Short-Track-Weltcupsieg.

Wie am vergangenen Weekend in Leysin standen auch heute wieder zwei Thömus-maxon-Fahrer auf dem Podest. Vital Albin setzte sich in einer Verfolgergruppe hinter Flückiger fest und muss danach nur dem Rumänen Vlad Dascalu den Vortritt lassen. Der dritte Platz ist für Albin der definitive Durchbruch an die Weltspitze.

Albin: “Das hätte ich nicht erwartet”

Vital Albin zeigte sich überrascht, dass es zum Podest reichte: “Ich wusste, dass ich gut in Form bin. Aber dass es aufs Podest reicht, das hätte ich wirklich nicht erwartet. Es war super, dass ich Math dabei hatte. Es war für mich ein Vorteil und wir konnten diese für uns auch neue Situation perfekt ausspielen”, analysierte der Bündner im Ziel.

Keller nahe am Podest

Mit ihrer Leistung stand Alessandra Keller auch heute dem Männerduo in nichts nach. Keller zeigte sich gewohnt kämpferisch und holte das Maximum heraus. Mit dem vierten Platz erreichte die Nidwaldnerin erneut ein Spitzenresultat und überzeugt weiterhin mit einer enormen Konstanz. Mit ihrem Ergebniss und dem damit verbundenen Start aus der ersten Startreihe zeigte sich Keller den auch zufrieden: “Ich habe alles gegeben, was in mir steckte. Am Ende war es auf einem schlammigen, klebrigen und rutschigen Parcours der vierte Rang. Auch wenn das Ziel das Podest war, bin ich mit meiner Leistung happy. Damit habe ich auch eine gute Ausgangslage für den Cross-Country-Wettbewerb am Sonntag.” Bei den Frauen ging der Sieg an die Französin Loana Lecomte. Zweite und Dritte wurden Anne Terpstra (Ned) und Caroline Bohé (Den).

Mit den heutigen Resultaten verbesserten sich Mathias Flückiger und Alessandra Keller im Gesamtklassement des Short-Track-Weltcups jeweils auf den zweiten Zwischenrang.

Resultate Short Track Weltcup Leogang

Gold für Keller und Flückiger – Perfekte Meisterschaft für Thömus maxon

Die Mountainbike Schweizer Meisterschaften im Cross Country in Leysin (VD) werden zu Festspielen für das Team Thömus maxon. Alessandra Keller (Ennetbürgen) und Mathias Flückiger (Leimiswil) holen sich die Titel in der Elitekategorie. Während Flückiger bereits seinen dritten Titel feiert, ist es für die 26-jährige Keller die erste Goldmedaille in der Eliteklasse. Vital Albin sorgt mit Silber hinter Mathias Flückiger gleich für einen Doppelsieg und Luke Wiedmann holt bei den U23 ebenfalls Silber. Damit avancierte das Team «Thömus maxon» zur grossen Gewinnerin der sehr gelungenen Veranstaltung in Leysin.

Das Frauenrennen startet im einsetzenden Regen und wird von vielen Stürzen und dem immer schwerer werdenden Terrain geprägt. Alessandra Keller lässt sich davon nicht beirren und findet den perfekten Mix aus Angriff und vorsichtiger Fahrweise. Mit dem Ende des Wolkenbruchs überquert sie die Ziellinie dieses epischen Rennens schlussendlich als grandiose Siegerin.

Bei den Herren erreichen Mathias Flückiger und Vital Albin gar einen Doppelsieg. Auf abtrocknender Strecke entwickelt sich ein enorm physisches Rennen, welches Flückiger von vorne kontrollieren kann. Auch Albin kann seine Position früh beziehen und bis zum Ziel verteidigen. Luke Wiedmann rundet das ausgezeichnete Teamergebnis ab. Er fährt bei den U23 als Zweiter ebenfalls aufs Podest.

Kellers erstes Elite-Gold

Für Alessandra Keller ist dies die erste Goldmedaille an den Landesmeisterschaften in der Elite Kategorie. Nach sechsjähriger Dominanz von Jolanda Neff profitiert Keller von ihrer derzeit hervorragenden Form und gewinnt verdient vor Linda Indergand und Sina Frei. Keller setzt dem Rennen von Beginn weg den Stempel auf und attackiert früh. Rasch wird klar, dass ihr lediglich die zwei Olympiangewinnerinnen Sina Frei und Linda Indergand folgen können. Ein Trio geht gemeinsam auf die Schlussrunde. Erneut ist es die 26-jährige Alessandra Keller, welche angreift, erneut eine Lücke zwischen sich und die Verfolgerinnen legen kann und diesen Vorsprung ins Ziel bringt.   

„Meine Form stimmt momentan und ich bin überglücklich, endlich wieder einmal alles perfekt hingekriegt zu haben. In diesem hektischen Rennen konnte ich zudem auf perfekte taktische Anweisungen vom Team zählen“, sagt die überglückliche Alessandra Keller im Ziel. Sie habe den Sieg immer gewollt und sei auch ruhig geblieben, als die Konkurrentinnen im letzten Renndrittel noch einmal aufgeschlossen hätten. Silber geht an Linda Indergand, Bronze an Sina Frei.

Flückiger mit Start-Ziel-Sieg

Mathias Flückiger startet furios und nimmt der gesamten Konkurrenz bereits in der ersten Runde einiges an Zeit ab. „Ich bin froh, konnte ich mich gleich zu Beginn „aus dem Staub machen“ und danach mein eigenes Tempo fahren“, gibt Flückiger kurz nach der Zieldurchfahrt zu Protokoll. Auf der anspruchsvollen Strecke sei es für ihn wichtig gewesen, die Konkurrenz im Griff zu haben, um keine unnötigen Fehler zu begehen. „Meine Situation ist insofern komfortabel gewesen, weil ich wusste, dass ich meinen Teamkollegen hinter mir wusste“, ergänzt er, und er sei stolz, das Trikot des Schweizer Meisters verteidigt zu haben und ein weiteres Jahr mit dem Kreuz auf der Brust fahren zu können. Hinter dem neuen und alten Champion fährt der junge Vital Albin souverän auf den zweiten Platz. Im Ziel sagt er: „Ich bin sehr happy mit meinem zweiten Rang. Mein Ziel war ein Podestplatz und dass ich jetzt hinter Mathias auf den zweiten Platz fahren konnte, macht mich sehr stolz.“ Das Podest komplettiert schlussendlich Andri Frischknecht.

Beinahe hätte Thömus Maxon in Leysin die absolut perfekten Meisterschaften feiern können. Im U23-Rennen der Herren kann Luke Wiedmann mit einem Effort in der zweiten Rennhälfte noch einmal nahe zum führenden Simon Walter aufschliessen. Schlussendlich reichen die Kraftreserven auf dem tiefen Boden aber nicht mehr ganz aus und er sichert sich mit grossem Vorsprung auf Luca Schätti den sicheren zweiten Rang.

Erfolge auch für die Nachwuchsequipe

Auch das Nachwuchsteam «Thömus Akros Youngstars» stand den Erfolgen der Profis in keiner Weise nach. Monique Halter holte Gold bei den U19 Frauen. Loris Hättenschwiler Bronze bei den Junioren. Schon am Samstag sorgten Sirin Städler und Lara Liehner für einen Doppelsieg bei der U17-Meisterschaft.

Resultate:

https://www.abavent.de/anmeldeservice/swissbikecupleysin2022/ergebnisse

Impressionen der Schweizermeisterschaften mit 8 Team-Medaillen

Silber für Albin, Keller undankbare Vierte

Vital Albin (Chur) gewinnt seine erste Meisterschaftsmedaille in der Kategorie Elite. Bei der Premiere der Landesmeisterschaften im Short Track in Lugano fährt Albin in den Farben seines Teams Thömus maxon auf den zweiten Platz und holt sich die Silbermedaille. Alessandra Keller dagegen verpasst als undankbare Vierte eine Medaille nur knapp.  

Die Stadt Lugano bot im Rahmen des Proffix Swiss Bike Cup die perfekte Kulisse und eine spektakuläre Strecke beim Kampf um die ersten Meistertitel in der noch jungen Mountainbikedisziplin Short Track. Sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern blieben die Rennen bis zum letzten Meter hart umkämpft und spannend.

Missglückter Start mehr als nur wettgemacht

Beim Rennen der Männer missglückte Vital Albin der Start komplett. Er verpasste das Pedal und musste anschliessend von der letzten Position aus das Rennen von hinten aufrollen. Trotz einem ständig hohen Tempo konnte Albin noch vor Rennhälfte sein Missgeschick wettmachen und fand Anschluss in der achtköpfigen Spitzengruppe.

Im Finale konnte sich Vital Albin stets gut positionieren und konnte letztendlich an zweiter Position auf die Zielgerade einbiegen. Im Sprint fehlten Albin gegen den einheimischen Filippo Colombo aber einige Meter zur Goldmedaille. Hinter Vital Albin holte sich Andri Frischknecht Bronze. Mit Silber zeigte sich Vital Albin jedoch sehr zufrieden: «Ich freue mich sehr über diese Silbermedaille. Ich habe diese SM aus dem Training heraus bestritten. Auch, weil mir die Disziplin viel Spass bereitet. Mit Silber hinter dem starken Filippo kann ich zufrieden sein.»  

Unglückliche Schlussrunde von Alessandra Keller

Bereits vor Rennhälfte setzte sich bei den Frauen ein Quartett ab und kämpfe um die Medaillen. Jolanda Neff, Sina Frei, Linda Indergand und Alessandra Keller schenkten sich in den engen und schnellen Kurven, dem steilen Anstieg und der spektakulären Treppenabfahrt nichts. Alessandra Keller fuhr sehr offensiv und es war offensichtlich, dass die Nidwaldnerin das Rennen aktiv mitbestimmen wollte.

Eingangs der Schlussrunde passierte jedoch ein Missgeschick. Alessandra Keller fiel aus dem Klickpedal in einer 180-Grad-Kurve. Und schon lag sie nur noch auf der vierten Position. Die gute Ausgangslage war in einer Kurve zunichte gemacht und Keller konnte die Lücke nicht mehr schliessen. In einem langgezogenen Sprint gewann Jolanda Neff Gold, vor Linda Indergand und Sina Frei. 

Resultate:

https://www.abavent.de/anmeldeservice/swissbikecuplugano2022/ergebnisse

Starke Teamleistung bleibt unbelohnt

Das Thömus maxon Team fuhr beim heutigen XCO-MTB-Weltcup in Nove Mesto (Cze) erstmals mit allen drei Elite-Athletinnen in die Top 10 eines Weltcups. Während Vital Albin mit dem 10. Rang sein bestes Weltcupresultat seiner Karriere erreichte, blieben die Leistungen von Mathias Flückiger (6. Rang) und Alessandra Keller (8. Rang) unbelohnt.

Im Rennen der Elite Herren zeigte der Olympiazweite Mathias Flückiger sein bestes Rennen der Saison. In einem Rennen, das bis zur letzten Runde offen blieb und an Spannung kaum zu überbieten war, ging eine langgezogene Spitzengruppe ins Finale. Flückiger fuhr ein sehr offensives Rennen, zeigte sich aktiv und versuchte immer wieder das Tempo entscheidend zu verschärfen. Doch im letzten Umgang fehlte noch das letzte Quäntchen, um ganz vorne landen zu können. Flückiger verlor einen Dreiersprint um Platz 4 und landete auf dem unglücklichen 6. Rang, direkt neben dem fünfer Weltcuppodest.

Keller auf dem Weg zum Podest von Defekt gestoppt

Sehr enttäuscht nach dem Rennen zeigte sich Alessandra Keller. Denn bis zum Zeitpunkt eines Hinterraddefektes zeigte die Nidwaldnerin eine extrem starke Leistung und lag auf Podestkurs. Keller zeigte jedoch auch nach dem Zwischenstop in der Techzone eine kämpferische Leistung und holte mit ihrem 8. Platz das Beste aus der Situation heraus.

Albin erstmals in den Top 10

Obwohl die Vorzeichen für Vital Albin alles andere als gut waren, beendete der Bündner das Rennen in Nove Mesto mit dem besten Weltcupresultat seiner Karriere. Seit Montag lag Albin mehrere Tage krank im Bett und reiste erst am Freitag mit dem Nachtzug nach Tschechien. Doch beim über sieben Runden langen Cross-Country-Rennen lieferte Albin eine perfekte Leistung ab. Schnell reihte er sich in den Top 20 ein und fuhr anschliessend mit schnellen, regelmässigen Rundenzeiten Position um Position nach vorne. In der letzten Runde machte der 23-Jährigen noch vier Plätze gut und schaffte den Sprung von Position 14 auf Platz 10.

Flückiger: «Enttäuscht aber dennoch zufrieden»

«Klar bin ich enttäuscht, dass es nicht aufs Podest gereicht hat. Ganz zum Schluss fehlte noch etwas. Doch im Vergleich zum letzten Weekend kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein und es ist ein grosse Schritt in die richtige Richtung.»

Keller: «Extrem enttäuscht»

«Ich hatte ein Problem mit dem Lockout und ging ohne Federung vollgas in den Rockgarden. Dabei erlitt ich einen Platten. Ich bin extrem enttäuscht, denn ich fühlte mich sehr stark und hatte super Beine. Doch ändern kann ich dies jetzt nicht mehr. Ich werde es beim nächsten Rennen wieder probieren.»

Albin: «Diesen Tag werde ich nie vergessen»

«Es ist ein grosser Traum, der für mich heute in Erfüllung geht. Dass dies auf dem prestigeträchtigen Parcours von Nove Mesto passiert, macht es noch spezieller. Ein Tag, den ich nie vergessen werden.»

Resultate XCO Weltcup Nove Mesto

Erneut starke Leistung von Alessandra Keller

Alessandra Keller holte sich beim Short-Track-Weltcup in Nove Mesto (Cze) mit einem starken Rennen den 6. Rang und startet somit am Sonntag aus der ersten Startreihe. Weniger gut lief es Mathias Flückiger und Vital Albin. Die beiden Fahrer von Thömus maxon beendeten den Weltcupauftakt auf den Plätzen 19 und 27.

Die Strecke fürs Short Track am Freitagabend beim Klassiker im tschechischen Nove Mesto wurde nach vielen Jahren verändert. Die Folge davon: Die Rennen wurden noch hektischer, noch taktischer und noch härter umkämpft. Diese Herausforderungen meisterte Alessandra Keller ausgezeichnet und hielt sich stets in den ersten Positionen auf. Doch die letzte Runde verlief nicht optimal: «In einem kleinen Gerangel verlor ich ein paar Plätze und fiel auf die sechste Position zurück. Leider hatte ich danach nicht mehr die Beine, um dies nochmals gut machen zu können. Mit meiner Leistung und dem Startplatz am Sonntag aus der ersten Reihe bin ich trotzdem zufrieden», zog die 26-jährige Nidwaldnerin ein positives Fazit.

Flückiger und Albin müssen Feld von hinten aufrollen

Weniger gut lief es Mathias Flückiger und Vital Albin. Flückiger zeigte zwar ein sehr aufmerksames Rennen, hielt sich stets in den vorderen Plätzen auf. Doch in der letzten Runde hatte Flückiger nicht die besten Beine. Im letzten leichten Anstieg in Richtung Zielgerade verlor der Oberaargauer viele Plätze und startet nach dem heutigen 19. Rang am Sonntag aus der dritten Startreihe.

Ein Test für Albin

Mit ganz anderen Voraussetzungen startete Vital Albin. Der Bündner war die ganze Woche krank und erst am Freitag kurzfristig nach Nove Mesto angereist. Angesichts dessen ist der 27. Rang ein positives Zeichen für das sonntägliche Cross-Country-Rennen.

Resultate Short Track Nove Mesto

Weltcuppodest für Keller – Flückiger durch Platten gestoppt

Beim Cross-Country-Weltcup in Albstadt (De) lagen Freud und Leid beim Thömus maxon Team sehr nahe beieinander. Auf der einen Seite Alessandra Keller, welche als Fünfte aufs Weltcuppodest fuhr und ihr zweitbestes Karriereresultat egalisierte. Auf der anderen Seite Mathias Flückiger: Der letztjährige Gesamtweltcupsieger zeigte sich bestens aufgelegt, kämpfte um den zweiten Platz als ihn nach zwei Dritteln des Rennens einen Hinterraddefekt stoppte. Erfolgreich verlief das Weekend auch für Vital Albin mit seinem besten Weltcup-Resultat und Luke Wiedmann in der U23-Kategorie.

Das erste Mal seit 2018 stand Alessandra Keller heute wieder auf dem Fünfer-Weltcuppodest. Damit egalisierte sie das zweitbeste Weltcupresultat ihrer Karriere. Nach zwei schwierigen Jahren bedeutet das heutige Resultat eine grosse Genugtuung für die ehemalige U19- und U23-Weltmeisterin: «Mein Saisonziel war wieder an Weltcups unter die besten Fünf zu fahren. Dass mir dies bereits im zweiten Weltcup der Saison gelingt, stimmt mich extrem zufrieden», resümierte Alessandra Keller glücklich im Ziel.

Von Beginn an zeigte sich Keller präsent an der Spitze und bereit für den Kampf um einen Podestplatz. Sie liess sich nicht durch das frühe Tempoforcing von Rebecca McConnell und Jenny Rissveds verunsichern und konzentrierte sich stets auf ihren eigenen Rhythmus. In einer Dreiergruppe wurden die verbleibenden Podestplätze ausgefahren. Dabei musste Alessandra Keller nochmals alles aus sich herausholen und fuhr als Fünfte über die Ziellinie. «Ich musste in den letzten zwei Runden extrem leiden. Dass ich diesen fünften Platz vor so vielen Schweizer Zuschauern erreichen konnte, macht es für mich noch spezieller», analysierte die 26-Jährige.

Mathias Flückiger durch Defekt ausgebremst

Dass Mathias Flückiger im letzten Monat und mit der Teilnahme an der Tour de Romandie einen grossen Schritt vorwärts gemacht hatte, zeigte der Oberaargauer sehr schnell im Rennen. Er zeigte sich schnell auf den ersten Plätzen präsent und es wurde klar, dass Flückiger eine wichtige Rolle im Kampf ums Podest spielen will. In der dritten von sechs Runden setzte sich der spätere Sieger Tom Pidcock alleine ab. Dahinter kämpfte Mathias Flückiger in einer Vierergruppe ums Podest. Bis der 33-Jährige nach zwei Renndritteln in einer Abfahrt einen platten Hinterreifen einfuhr.

Flückiger fiel bis auf Rang 19 zurück. Doch er liess den Kopf nicht hängen und kämpfte sich nochmals um einige Positionen nach vorne. Auf den zwei letzten Runden holte Flückiger das Beste aus der Situation heraus und beendete das Rennen auf dem 13. Platz. «Das ist Bikesport. Natürlich bin ich enttäuscht. Das Glück war nicht auf meiner Seite. Trotzdem bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Es fühlte sich wieder so gut an, wie im letzten Jahr», analysierte Flückiger im Ziel.  

Bestes Weltcupresultat auch für Vital Albin

Vital Albin hatte am Freitag mit Rang 12 sein bestens Short Track seiner Karriere bestritten. Nun knüpfte der Bünder im Cross-Country-Rennen dort an, wo er aufgehört hatte. Nach einer guten Startphase reihte sich Albin um Platz 15 ein. Obwohl er im Rennverlauf einige Plätze verlor, konnte er eine sehr regelmässige Leistung abrufen und fuhr auf dem äusserst starken 19. Platz ins Ziel – zum ersten Mal in die Top 20 bei der Elite.

Luke Wiedmann mit Exploit auf Rang 6

Der U23-Fahrer Luke Wiedmann bestritt sein Weltcuprennen bereits am Samstag. Vom Startplatz 52 aus, also nur aus der siebten Startreihe, ging Wiedmann ins Rennen. Der Solothurner konnte bereits in der erste Runden auf Platz 26 vorfahren. Im Verlauf des Rennens gab es für Wiedmann nur eine Richtung – vorwärts. Mit zweitbester Rundenzeiten in der dritt- und zweitletzter Runde und gar der besten Schlussrunde fuhr der 19-Jährige auf den sensationellen 6. Rang vor.

Alle Resultate:

https://prod.chronorace.be/angular/results.html#/uci/event/20220506_xco

Keller Vierte, unglücklicher Flückiger und Bestleistung für Albin

Der Auftakt zum Weltcup im deutschen Albstadt ist dem Team Thömus maxon geglückt. Alessandra Keller beendete das Short Track als starke Viertplatzierte. Während Mathias Flückiger in der letzten Runde durch einen Platten ausgebremst wurde, realisierte Vital Albin sein bestes Resultat an einem Elite-Weltcup.

Wie so oft in Albstadt zeigte sich das Wetter die ganze Woche von seiner nassen und kalte Seite und die Streckenbesichtigung glich einer Schlammschlacht. Jedoch rechtzeitig auf die Rennen am Freitag stoppte der Regen und die Strecke trocknete ab. Somit konnte auf der 1.2 km langen Strecke ein schnelles und spannendes Rennen erwartet werden.

Keller: «Ziel übertroffen»

Alessandra Keller zeigte ein offensives und starkes Rennen. So fuhr sie immer in der Spitzengruppe und lancierte in der fünften von sieben Runden gar eine Attacke.
In der letzten Runde kämpfte sie noch um ein Podestplatz, konnte jedoch die Fahrerin vor ihr nicht mehr übersprinten. Sie wurde ausgezeichnete Vierte und hat somit wiederum einen Startplatz in der ersten Reihe am Sonntag.

«Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit meiner Leistung heute. Das Ziel war eine Top acht Klassierung und somit ein Start am Sonntag in der ersten Reihe. Dies konnte ich mit meinem vierten Rang übertreffen. Für eine Platzierung auf dem Podest hat es knapp nicht gereicht, ich bin aber trotzdem sehr zufrieden», resümierte die Nidwaldnerin im Ziel.

Flückiger im Pech – Exploit von Vital Albin

Sowohl Mathias Flückiger wie auch Vital Albin verzeichneten keinen guten Start. Sie kämpften sich aber beide kontinuierlich nach vorne. Mathias bis ganz an die Spitze, wo er als Sechster in die letzte Abfahrt ging. Unglücklicherweise erwischte er dort einen platten Reifen und konnte somit nicht mehr mitsprinten und beendete das Rennen als Elfter.
Vital Albin fuhr sein bisher besten Short Track Rennen. Er behauptete sich ebenfalls in der Spitzengruppe, kämpfte um jede Positionen und kam als ausgezeichneter Zwölfter ins Ziel. Somit werden beide am Sonntag aus der zweiten Reihe starten, was eine gute Ausgangslage ist.

Elite am Sonntag, U23-Wiedmann am Samstag

Für die Elite-Fahrer steht nun Erholung und Streckenbesichtigung auf dem Programm. Das Cross Country Rennen findet wie gewohnt am Sonntag statt.
Das Rennen von unserem U23-Fahrer Luke Wiedmann findet am Samstag 15:30 Uhr statt, wo er gerne seine ansteigende Form der letzten Rennen bestätigen möchte.

Übersicht zu den Live-Übertragungen, Startlisten und Resultaten
  
Live-Übertragungen auf Redbull TV:
https://www.redbull.com/int-en/live/uci-mountain-bike-world-cup-2022-albstadt-xco-women
https://www.redbull.com/int-en/live/uci-mountain-bike-world-cup-2022-albstadt-xco-men
 
Live-Übertragungen auf SRF:
Sonntag, XCO:        

Frauen: 11:15 Uhr, SRF2

Männer: 14:30 Uhr, SRF2
https://www.srf.ch/play/tv/programm/2022-05-08

Website MTB-Weltcup Albstadt 
Startlisten, Livetiming & Resultate

Trail Talk #2 mit Math Flückiger

«MAN MUSS SICH STÄNDIG NEU ORIENTIEREN»

Wie trainiert die Weltnummer 1 im Mountainbike? In seiner neuen Kolumne im Magazin Fit for Life spricht Mathias Flückiger über Sinn und Unsinn im Training und äussert sich über seine Grundsätze, entscheidende Erfahrungen und die Notwendigkeit von hippen Gadgets.

«Es gibt Spitzensportler, aber auch ambitionierte Hobby-Sportler, die planen eine ganze Saison von A bis Z. Sie folgen einem fixen Wettkampfplan, einem fixen Trainingsplan und kalkulieren gar ihre Erholungs- und Ruhephasen fix ein. Ich persönlich kann mit solch starren Vorgaben nichts anfangen. Eine Saison lässt sich nie komplett durchplanen. Irgendwann kommt irgendwo immer wieder etwas dazwischen. Das hat uns die Corona-Pandemie zuletzt ja schmerzlich vor Augen geführt. Veranstaltungen mussten abgesagt oder zum Teil gar mehrmals verschoben werden. Da brachte eine detaillierte Planung wenig. Es empfiehlt sich flexibel zu bleiben.

Ich verfolge eine Grobplanung, die sich nach meinen Zielen orientiert. Letztes Jahr war diese Planung auf die Olympischen Spiele ausgerichtet, in diesem Jahr richte ich den Formaufbau auf die Weltmeisterschaft Ende August aus. Deshalb hat sich auch die Enttäuschung über Platz 14 beim Weltcup-Auftakt in Brasilien im Rahmen gehalten. Ich wusste ja, dass ich noch nicht in Topform bin, noch nicht in Topform sein muss.

Die Trainings teile ich immer in Blöcke ein. Dem Trainingsblock im Januar mit dem Nationalteam auf Gran Canaria folgte ein Block mit dem Thömus maxon Team im Februar – ebenfalls in wärmeren Gefilden. Zuletzt nahm ich den Rennvelo-Block in Angriff, mit einer Teilnahme an der «Istrian Spring Trophy» in Kroatien und dann mit dem Start an der Tour de Romandie. Die Westschweizer Rundfahrt habe ich schon letztes Jahr im Nationalteam bestritten. Die Etappen eignen sich bestens, um an der Wettkampfhärte zu feilen. Und sie sind auch eine spannende Abwechslung. Im Training sollte man sich immer wieder neue Reize setzen, um leistungsstärker zu werden. Gleichzeitig lässt sich so der Monotonie und der Verletzungsgefahr durch die ewig gleichen Übungen entgegenwirken.

Wie eine Gratwanderung

Eine allgemeingültige Devise für neue Reize gibt es nicht. Jede(r) muss für sich selbst herausfinden, was förderlich sein kann. Ich persönlich achte immer auf den Ist-Zustand, versuche in mich hineinzuhören. Wenn ich mich kaputt fühle, muss ich mich ja nicht noch auf eine Zusatzrunde jagen. Wenn ich aber voll parat bin, vielleicht schon. Das alles ist sehr individuell und braucht etwas Erfahrung. Am Ende aber ist es beim Training wie bei einer Gratwanderung: man muss sich ständig neu orientieren.

Im Vergleich zu anderen Sportlern mache ich persönlich vieles selbst. Das heisst: ich gestalte mein Training und die Intensität des Trainings selbst, bin also sozusagen mein eigener Trainer. Natürlich spreche ich mich dabei immer wieder ab, mit Kollegen, mit Teamchef Ralph Näf, aber auch mit Vertrauenspersonen aus meinem Umfeld. Die Entscheidungen, was zu tun ist, treffe ich am Ende aber selbst.

Wichtig ist dabei, die eigenen Trainingsideen immer weiterzuentwickeln, sich zu fragen: Wo stehe ich? Was brauche ich, um dahin zu kommen, wo ich hinwill? Wie kann ich meine Schwächen ausmerzen? Schon der theoretische Erfolg kann Berge versetzen.

Deshalb sollte man sich auch mental stets neue Reize setzen. Indem man beispielsweise Streckenabschnitte visualisiert, sich vor dem geistigen Auge den Film abspielt, wie man eine Passage fahren will, wo man durchpowern oder bei einem Duell eine Attacke setzen will. Wer Rennen bestreitet, tut gut daran, wenn er den Wettkampf schon im Training zu simulieren versucht.

Und auch hier gilt es aufzuteilen, die Strecke in verschiedene Abschnitte zu separieren und diese einzelnen Abschnitte dann so zu verinnerlichen, dass man sie fast blind fahren könnte. Am Schluss setzt man diese einzelnen Abschnitte dann wieder zusammen, zur ganzen Runde oder zur ganzen Strecke. Natürlich muss das nur jemand tun, der möglichst schnell sein will.

Jeder hat Compression Boots

Wir Profis haben den Anspruch, immer besser zu werden, immer noch besser. Wir wollen der Perfektion möglichst nahe zu kommen. Dabei wissen wir alle: das perfekte Rennen gibt es nicht. Verbesserungsmöglichkeiten lassen sich immer und überall noch finden. Deshalb lassen sich viele auch auf Experimente ein oder sind offen für neue Angebote auf dem Markt. Eine Zeitlang waren beispielsweise Magnetfeldmatten hoch im Kurs. Diese Matten erzeugen ein elektromagnetisches Feld, das den Blutfluss im Organismus verbessern und dadurch zu einer erhöhten Zufuhr von Nährstoffen und Sauerstoff führen soll. Ich glaube, jeder Leistungssportler hatte mal eine solche Matte. Und heute?

Heute sind die Compression Boots voll im Trend, luftgefüllte Stiefel, die Stoffwechselabfälle entsorgen sollen. Jeder Junior hat solche Boots dabei. Menschen streben stets nach Wundermitteln. Dagegen ist nichts einzuwenden. Den einen helfen sie tatsächlich. Placebo machts möglich.

Neue Gadgets finde ich grundsätzlich interessant, manchmal auch spannend. Aber ich spüre stets auch eine Grundskepsis ihnen gegenüber und brauche lange, bis ich von einem Teil wirklich überzeugt bin. Vielleicht mag ich nun etwas langweilig wirken, aber ich glaube vielmehr an natürliche Kräfte, an Grundlegendes. Ein gesunder Schlaf beispielsweise ist für mich das beste Erholungsmittel. Oder eine kalte Dusche am Morgen. Die kann Wunder wirken. Warmduscher sollten es ausprobieren.»

Der nächste Trail Talk erscheint am 30. Juni im Fit for Life!

Sieg für Vital Albin in Savognin

Vital Albin hat gestern Sonntag das C1-Rennen des Proffix Swiss Bike Cup in Savognin (GR) gewonnen und seine ausgezeichnete Form unter Beweis gestellt. Auch für Luke Wiedmann (Fünfter in Savognin), Alessandra Keller (Siegerin am Strassenrennen GP Luzern) und Mathias Flückiger (Teilnahme Tour de Romandie) verlief das Weekend erfolgreich. Somit startet Thömus maxon mit viel Optimismus in die beiden bevorstehende Weltcupweekends in Albstadt (De) und Nové Město (Cze).

Der 23-jähirge Vital Albin (Chur) hat die Gunst der Stunde genutzt und gewann gestern das zweite Rennen des PROFFIX Swiss Bike Cups in Savognin. Eine Spitzengruppe bestehend aus Vital Albin, Andri Frischknecht, Joel Roth und Reto Indergand bestimmten das Renngeschehen. Bei Rennhälfte verschärfte Vital Albin, der sich bis zu diesem Zeitpunkt zurückgehalten hatte, das Tempo. Nur Frischknecht konnte ihm folgen. Doch eine Runde später forcierte Albin ein weiteres Mal und machte alles klar.

«Sieg zu Hause macht doppelt Freude»

«Ich freue mich sehr über meinen ersten internationalen Sieg auf Schweizer Boden. Dass dieser Sieg zu Hause im Kanton Graubünden Tatsache wurde, macht doppelt Freude. Heute habe ich aus früheren Fehlern gelernt. Ich war geduldig und verschoss meine Körner nicht zu früh,» erzählte Vital Albin glücklich im Ziel.

Podest und bester U23-Fahrer für Wiedmann

Hinter Vital Albin zeigte Luke Wiedmann (Bellach) sein bestes Rennen der Saison. Nach einem relativ verhaltenen Start steigerte er sich kontinuierlich, machte Platz um Platz gut und fuhr letztendlich als Fünfter aufs Podest – zum ersten Mal in der Kategorie Elite. Damit gewann Wiedmann gleichzeitig die U23-Wertung.

Erfolgreiches Weekend auch für Keller, Flückiger und die Young Stars

Ganz allgemein war es ein sehr erfolgreiches Weekend für Thömus maxon. Alessandra Keller bestritt als letzte Vorbereitung vor dem Weltcupblock das nationale Strassenrennen GP Luzern und gewann! Für Mathias Flückiger war die Teilnahme mit dem Nationalteam an der Tour de Romandie ein wichtiger Block um Rennkilometer einzufahren und damit einen wichtigen Trainingsreiz zu setzen.

Auch für das Thömus Akors Young Stars Team gab es gleich mehrere Erfolge zu feiern. Bei den Elite Frauen am Proffix Swiss Bike Cup in Savognin fuhr Ginia Caluori (Bonaduz) überraschen als Dritte aufs Podest und gewann die U23-Wertung. Im österreichischen Haiming konnte Monique Halter (Herisau) das internationale U19-Rennen überlegen für sich entscheiden. Ebenfalls in Haiming Livio Stefani (Weinfelden) belegte beim U19-Junior-Series-Rennen den starken vierten Platz!

Link zu den Resultaten Proffix Swiss Bike Cup Savognin

Prestigeträchtiger Sieg für Alessandra Keller – Albin starker Fünfter

Alessandra Keller gewinnt das City-Rennen der ÖKK Bike Revolution in Chur. Die 26-jährige Nidwaldnerin sichert sich und dem Team Thömus maxon den ersten Saisonsieg und bestätigt damit ihre gute Frühjahresform. Im Rennen den Männer zeigt Vital Albin bei seinem Heimrennen eine vorzügliche Leistung und klassiert sich als Fünfter auf dem Podest.

Beim zweiten Rennen der ÖKK Bike Revolution bestimmte Alessandra Keller gleich von Beginn weg das Geschehen. Als Führende einer langgezogenen Spitzengruppe konnte sie in die erste lange Abfahrt einbiegen und anschliessend im Downhill eine kleine Lücke herausfahren. Ab diesem Moment gab es für Keller nur noch eine Richtung – nach vorne!

Relativ schnell konnte die ehemalige U19- und U23-Weltmeisterin einen Vorsprung von über 30 Sekunden auf die namhafte Konkurrenz wie die Schweizer Olympiamedaillengewinnerinnen Sina Frei, Linda Indergand oder die WM-Zweite, die Niederländerin Anne Terpstra, herausfahren. Terpstra setzte sich in der dritten von sieben Runden aus der Gruppe der Verfolgerinnen ab und konnte den Rückstand auf Keller zwischenzeitlich auf rund 15 Sekunden reduzieren. Die Aufholjagd der Niederländern wurde jedoch durch einen Sturz in einer Abfahrt gestoppt.

Ungeachtet, was hinter ihr passierte, zog Alessandra Keller an der Spitze des Rennens ihr angeschlagenes Tempo durch und fuhr mit über einer Minute Vorsprung ihren ersten grossen Saisonsieg ein: «Ich fühlte mich heute in den Anstiegen sehr stark. Bergab blieb ich fehlerfrei und konzentriert», analysierte eine äusserst zufriedene Alessandra Keller ihr Erfolgsrezept.

Albin mit Platz 5 belohnt

Im Rennen der Herren zeigte Vital Albin (23) ein extrem starkes Rennen. Der seit vier Jahren in Chur wohnhafte Tersnauser zeigte bei seinem Heimrennen keine Angst vor den grossen Namen. Lange Zeit bestimmte er zusammen mit Nino Schurter, Thomas Litscher, Jordan Sarrou (Fra) und Titouan Carrod (Fra) das Rennen an der Spitze. Zwischenzeitlich wurde die Spitzengruppe gar noch grösser und so gingen acht Fahrer gemeinsam auf die letzte Runde.

Mit nur gerade zwanzig Sekunden Rückstand auf den Sieger, den ehemaligen Weltmeister Jordan Sarrou (Fra), konnte sich Vital Albin als Fünfplatzierter einen verdienten Podestplatz sicher. Damit zeigte sich der Lokalmatador sehr zufrieden: «Ich habe mich auf dieses Rennen sehr gefreut und konnte eine sehr aktive Rolle spielen. Um ganz vorne zu landen, fehlte am Ende zwar noch ein bisschen. Mit dem Podestplatz bin ich aber sehr zufrieden.»

Die ausgezeichnete Teamleistung rundeten Roman Holzer als Zwölfter und Luke Wiedmann auf dem 15. Platz ab. Timo Müller beendete das Rennen auf Rang 22.

Flückiger vor dem Start zur Tour de Romandie

Aus Sicht von Thömus maxon fehlte in Chur Mathias Flückiger am Start. Der letztjährige Gesamtweltcupsieger startet ab Dienstag auf der Strasse in den Farben des Nationalteams am WorldTour-Rennen Tour de Romandie. Für eine optimale Vorbereitung für das sechstägige Strassenetappenrennen verzichtete Flückiger auf einen Start beim zweiten Rennen der ÖKK Bike Revolution.

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Solide aber unter den Erwartungen beim Weltcupstart

Thömus maxon ist im brasilianischen Petrópolis solide, aber dennoch unter den Erwartungen in den Weltcup gestartet. Mathias Flückiger konnte nach einem guten ersten Renndrittel nicht ganz vorne mitmischen und beleget im Cross-Country-Rennen den 14. Rang. Alessandra Keller konnte wie schon im Shorttrack den guten 8. Platz belegen.

Dass im internationalen Mountainbikesport alles zusammenpassen muss, um ganz vorne landen zu können, hat Thömus maxon am ersten Cross-Country-Weltcup der Saison erfahren. Alessandra Keller verpatzte den Start und erreichte dank einer tollen Aufholjagd dennoch den starken 8. Rang. Mathias Flückiger stürzte kurz vor Rennhälfte als Teil einer sechsköpfigen Spitzengruppe. Der Sturz setzte Flückiger mehr zu, als dass es von aussen wohl den Anschein machte. Denn nach diesem Missgeschick fiel Flückiger deutlich zurück und beendete das Rennen als Vierzehnter. «Eigentlich habe ich mich schon den ganzen Tag nicht gut gefühlt. Nach dem Sturz ging dann nicht mehr viel,» sagte ein enttäuschter Mathias Flückiger kurz nach dem Rennen. Vital Albin kämpfte mit einer Magenverstimmung und so reichte es für den Bünder nur zum 40. Rang.

Näf: «Nicht wie erhofft, aber trotzdem zuversichtlich»

Teammanager Ralph Näf, welcher den Weltcupauftakt von zuhause aus verfolgte, zog ein durchzogenes Fazit: «Das war sicher nicht der Start, den wir uns erhofft haben. Aber dennoch gibt es positive Erkenntnisse. Alessandra zeigte, wie nahe sie an der Spitze dran ist und dass sie diese Saison wieder ganz vorne landen kann. Auch Math hat gute Ansätze gezeigt. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen, bzw. woran es lag, dass wir unsere eigenen Ziele noch nicht erreicht haben.»

Mathias Flückiger hat mit Platz 6 im Shorttrack und Alessandra Keller mit zwei 8. Plätzen gezeigt, dass die Differenz zur Spitze nicht allzu gross ist. Zuversichtlich blickt das gesamte Team Thömus maxon nun auf den kommenden Monat und die Vorbereitung auf die zwei ersten Europa-Weltcups in Albstadt (Ger) und Nove Mesto (Cze).

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Starker Weltcupauftakt für Flückiger und Keller

Der Weltcupauftakt ist dem Team Thömus maxon geglückt. Beim Shortrack im brasilianischen Petropolis haben Mathias Flückiger und Alessandra Keller den sechsten, respektive den achten Platz erreicht. Damit starten beide aus der ersten Reihe beim sonntäglichen Cross-Country-Rennen!

Obwohl Mathias Flückiger seinen eigenen Formstand noch nicht als top bezeichnet, startete er offensiv und mit viel Selbstvertrauen ins rund zwanzigminütige Shorttrack. Flückiger zeigte sich immer wieder an der Spitze, verschärfte mehrmals das Tempo. Eingangs der zweitletzten Runde verlor er jedoch seine Position ganz vorne. Der letztjährige Gesamtweltcupsieger konnte anschliessend den Sprung unter die besten fünf und damit aufs Podest nicht mehr realisieren. Dennoch sicherte er sich souverän den sechsten Platz und damit einen Startplatz in der ersten Reihe für den Cross-Country-Wettbewerb am Sonntag.

Flückiger zeigte sich nach dem Rennen auch sehr zufrieden: «Ich hatte ein gutes Gefühl. Klar, perfekt war es nicht und ich bin sicher zu früh in die Offensive gegangen. Aber es zeigt mir, dass ich dabei bin, was auch für Sonntag wichtig ist.» Es gewann der Südafrikaner Alan Hatherly vor dem Schweizer Thomas Litscher.

Bestätigung für Alessandra Keller

Auch im Rennen der Frauen wird Thömus maxon mit Alessandra Keller am Sonntag aus der ersten Reihe starten. Die 26-jährige Nidwaldnerin zeigte von A bis Z eine starke Darbietung. Gleich nach dem Start setzte sie sich in den Top 10 fest. Mutig und offensiv kämpfte sie sich im Laufe des Rennens weiter nach vorne bis sie in der zweitletzten Runde sogar das Rennen anführte. Die Power reichte noch nicht ganz, um das Rennen auf dem Podest zu beenden. Doch mit dem 8. Platz bestätigte Alessandra Keller ihre guten Frühjahresresultate und verschaffte sich eine ausgezeichnete Ausgangslage für Sonntag. Der Sieg ging an die Französin Pauline Ferrand-Prévot vor Laura Stigger (Aut).

Albin versuchts, muss aber Tribut zollen

Vital Albin konnte sein Ziel eines Platzes unter den besten 24 nicht erreichen. Beim Versuch sich von einem der hintersten Startplätze nach vorne zu arbeiten, überdrehte der Bündner Mitte des Rennens und büsste für diesen Effort in den letzten drei Runden. Am Ende reichte es zu Platz 32.


Podestplätze für Flückiger und Keller in Rivera

Der Saisonauftakt für das Thömus maxon Team ist vollauf geglückt. Mit einem dritten Platz von Mathias Flückiger (Leimiswil) und einem vierten Rang von Alessandra Keller (Ennetbürgen) beim HC-Rennen der ÖKK Bike Revolution in Rivera (TI) reichte es gleich zu zwei Podestplätzen beim ersten Kräftemessen auf heimischem Boden. Vital Albin (Chur) rundete das starke Teamergebnis mit einem sechsten Rang ab. Gleich zwei Erfolge gab es für das Thömus Akros Youngstars Team, welches mit Monique Halter (Herisau) und Loris Hättenschwiler (Uerkheim) beide Rennen der U19-Klasse gewinnen konnte.

Nachdem das Team Thömus maxon am Freitag in Disentis mit einer gelungenen Teampräsentation die Rennsaison 2022 so richtig lanciert hatte, kam es heute Sonntag zum ersten grossen internationen Rennen für das Team von Ralph Näf. Beim HC-Rennen der ÖKK Bike Revolution in Rivera (IT) trat Thömus maxon zum ersten Mal im 2022 in Vollbesetzung an.

Starker Einstieg für Flückiger

Für Mathias Flückiger, die Weltnummer 1, war es gar das erste Rennen nach mehr als einem halben Jahr. Der Oberaargauer startet ruhig und zurückhaltend. Er konnte in der zweiten von sieben Runden die Lücke zur Spitze schliessen. Anschliessend dominierte der amtierende Schweizer Meister von der Spitze das Tempo, gefolgt von den beiden BMC-Fahrern Filippo Colombo (Sui) und Titouan Carod (Fra). Eingangs der zweitletzten Runde versuchte Flückiger mutig seine beiden Konkurrenten abzuschütteln, musst allerdings nach einem Konterangriff Colombo ziehen lassen. Im letzten Umgang schwanden die Kräfte Flückigers ein wenig und auch Carod schob sich noch vor Flückiger.

Mit dem dritten Platz zum Auftakt zeigte sich der letztjährige Gesamtweltcupsieger allerdings zufrieden: «Das Rennen war sicherlich noch nicht perfekt. Ich muss mich erstmals an den Rennrhythmus gewöhnen. Aber ich kann viele gute Sachen mitnehmen.» Flückiger zeigte sich als fairer Drittplatzierter und zeigte seinen Respekt vor Colombo und Carod: «Der dritten Platz passt, denn die zwei anderen waren stärker. Ich mag es Filippo sehr gönnen, dass er sein Heimrennen gewinnen konnte.»

Kämpferische Leistung von Alessandra Keller belohnt

Auch für Alessandra Keller endete das erste Rennen auf Schweizer Boden mit einem Podestplatz. Die ehemalige U19- und U23-Weltmeisterin ging in einer enorm schnellen Startphase bewusst ihr eigenes Tempo. Die 26-Jährige konnte im Laufe des Rennens ihren Rhythmus finden und zeigte sich so mit ihrem vierten Platz zufrieden: «Ich habe mich heute nicht optimal gefühlt. Die ersten beiden Runde musste ich extrem leiden. Doch hinten raus wurde mein Gefühl immer besser und einige Plätze gutmachen. Heute war nicht der perfekte Tag . Aber ich weiss, dass meine Form gut ist und ich vorne mitmischen kann. Deshalb freue ich mich sehr auf den Weltcupstart in zwei Wochen in Brasilien.» Das Rennen wurde von der letztjährigen Gesamtweltcupsiegerin Loana Lecomte (Fra) überlegen gewonnen.

Albin stark, Wiedmann im Pech und Youngstars überragend

Ein starkes Rennen zeigte auch der Bündner Vital Albin. Bis zur Rennhälfte lag er mit Colombo, Carod und Flückiger an der Spitze. Anschliessend musste Albin seinem hohen Tempo ein wenig Tribut zollen und fiel leicht zurück. Am Ende klassierte er sich auf dem starken sechsten Platz. Pech dafür hatte Luke Wiedmann (Bellach), welcher gleich zweimal einen platten Reifen zu beklagen hatte. Dadurch reichte es nur zu Rang 39.

Überragend waren dagegen die Leistungen des Nachwuchsteams Thömus Akros Youngstars, welches gleich beide Junior-Series-Rennen der U19-Klasse gewinnen konnte. Monique Halter siegte bei den U19-Frauen überlegen. Loris Hättenschwiler, der letztjährige U17-Swiss-Champion, holte sich seinen ersten U19-Sieg mit zwanzig Sekunden Vorsprung.

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